Betriebs-Rente: Normalverdiener im Plus

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Derzeit kann es sich lohnen, eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Gehaltsumwandlung abzuschließen. Dadurch sinkt das steuer- und beitragspflichtige Bruttoeinkommen. Bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge haben Sie den Vorteil der nachgelagerten Besteuerung.

Sie sparen Steuern in der aktiven Erwerbsphase, wenn Sie in der Regel mehr Steuern bezahlen müssen als im Alter.

Eine vom Arbeitnehmer finanzierte Betriebs-Rente lohnt sich vor allem für Arbeitnehmer, die unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung verdienen. Sie sparen mehr Sozialabgaben als Besserverdiener.

Arbeitnehmer, die im Jahr weniger verdienen als 44.550 Euro (Beitragsbemessungsgrenze), sparen für die umgewandelten Gehaltsbestandteile die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Wer darüber verdient, spart durch die Einzahlungen nichts, aber die Auszahlungen aus der Betriebs-Rente sind trotzdem voll beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung, auch wenn es in der Beitragsphase gar keine Beitragsersparnis gab.

Wer über der Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung verdient, aber unter der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung (West: 66.000 Euro, Ost: 57.600 Euro), braucht für diesen Teil seines Gehalts keine Rentenbeiträge zu zahlen. Allerdings schmälert er dadurch seine gesetzliche Rente um den entsprechenden Betrag und verzichtet auf den Arbeitgeberanteil an der Beitragszahlung.

Nachteile einer Gehaltsumwandlung

Die Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Einkommensbestandteilen führt zu Minderungen der Leistungsansprüche im Falle von
  • Arbeitslosigkeit,
  • Krankheit über den Lohnfortzahlungszeitraum hinaus (Krankengeld),
  • bei einer Erwerbsminderungsrente,
  • bei der Altersrente.
Das kann zu Einbußen bei Lohnersatzleistungen oder Renten von mehreren hundert Euro im Jahr führen.
 
Wegen der nachgelagerten Besteuerung müssen Renten- und Kapitalauszahlungen aus Verträgen, in die ein Arbeitnehmer unsteuerten Lohn eingezahlt hat, später zu 100 Prozent versteuert werden. Der Grenzsteuersatz liegt im Ruhestand freilich i.d.R. niedriger als in der Erwerbsphase.

Zusätzlich werden auf die Auszahlungen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Wer privat krankenversichert ist, ist davon nicht betroffen.

Tipp
Die Antwort auf die Frage, ob eine Gehaltsumwandlung vorteilhaft oder nachteilig ist, hängt vom Einzelfall ab. Deshalb muss sich jeder Interessent die Mühe des genauen Rechnens machen.

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