Betriebliche Altersversorgung: Kurzarbeit kann negative Folgen haben

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Kurzarbeit bedeutet für die betroffenen Arbeitnehmer, dass durch sie nicht nur das ausgezahlte Gehalt, sondern auch die Höhe der späteren gesetzlichen Rente geringer ausfällt. Hinzu kommen außerdem noch deutlich stärkere Auswirkungen auf Betriebsrenten, und zwar sowohl bei Entgeltumwandlungen als auch bei arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten.

Die meisten bestehenden Versorgungsregelungen in den Betrieben sehen keine besonderen Vereinbarungen für den Fall der Kurzarbeit vor. Die betroffenen Arbeitnehmer werden während der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes entweder wie Teilzeitmitarbeiter oder wie Mitarbeiter mit verringerten Bezügen behandelt. Beide Maßnahmen führen i.d.R. zu einer Reduzierung der Betriebsrente.

Allerdings wird sich eine nur vorübergehende Kurzarbeit von bis zu maximal 18 Monaten im Verhältnis zu den üblicherweise mittel- bis langfristigen Altersvorsorgemaßnahmen in den Betrieben mit Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren auch nur geringfügig auswirken.

Ungünstig wäre eine Beitragsfreistellung oder Kündigung

Erheblichere Nachteile könnten Mitarbeiter erleiden, die bei einer bestehenden Entgeltumwandlungsvereinbarung finanziell nicht mehr in der Lage oder gewillt sind, die vereinbarten Beiträge weiterhin zu entrichten. Benachteiligt sind auch die Mitarbeiter, die direkt nach dem Ende der Kurzarbeit den Betrieb verlassen und dann je nach den jeweiligen Regelungen der Versorgungsordnung Einbußen hinnehmen müssen.

Bei arbeitgeberfinanzierten Versorgungssystemen wirkt sich die Kurzarbeit dann leistungsmindernd aus, wenn das versorgungsfähige Einkommen einen direkten Bezug zur Versorgungsleistung vorsieht, wie es bei den beitragsorientierten Leistungszusagen der Fall ist.

Wird neben dem Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber kein Arbeitsentgelt geleistet, ist die weitere Entgeltumwandlung nicht mehr möglich und müsste durch eine Beitragszahlung aus privaten Mitteln ersetzt werden, damit auch weiterhin Kapital angespart wird.

Tipp
Bei den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds können Sie die Beitragszahlung aus eigenen Mitteln fortsetzen. Alternativ kommt auch die Verringerung der Versorgungsleistungen in Betracht. Genau informieren sollten Sie sich, wenn Sie mit einer Beitragsfreistellung der Entgeltumwandlungsregelung liebäugelt. Diese Maßnahme kann erhebliche Nachteile mit sich bringen, die zu einer deutlich geringeren Leistung bei vorzeitigen Versorgungsfällen wie Tod oder Invalidität führt oder zu Problemen bei Wiederaufnahme der Beitragszahlung.

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