Bei gesunkenem Einkommen Hinterbliebenenrente erneut beantragen

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In Deutschland erhielten Ende 2010 insgesamt gut 5,4 Millionen Bürger eine Witwen- oder Witwerrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Doch viele Hinterbliebene bekommen keine Rente, weil sie zu viel verdienen oder eine Rente bzw. Pension beziehen. In diesem Fall ist darauf zu achten, ob der Freibetrag wieder unterschritten wurde.

Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher einer Hinterbliebenenrente 536 Euro monatlich. Zum 1.7.2011 wurde die Hinterbliebenenrente - genau wie die gesetzliche Altersrente - leicht erhöht. Zudem wurde - wie jedes Jahr - auch das anrechenbare Einkommen erneut überprüft. Denn bei der Hinterbliebenenrente wird das Einkommen der Hinterbliebenen auf die Rente angerechnet, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt.

Folge: Eine Witwe, die zuletzt beispielsweise noch Teilzeit gearbeitet hat, seit der letzten Rentenanpassung im Juli 2010 jedoch ihre Arbeitszeit und damit ihr Einkommen erhöht hat, erhält nun beispielsweise weniger Hinterbliebenenrente, falls sie überhaupt noch eine Rente ausgezahlt bekommt.

Doch auch der umgekehrte Effekt kann eintreten: So haben beispielsweise Selbstständige, Arbeitnehmer oder Beamte, die sich zur Ruhe setzen, unter Umständen wegen ihres gesunkenen Einkommens möglicherweise erstmals Anspruch auf Zahlung einer Hinterbliebenenrente.

Solche sogenannten Nullrentner sind gar nicht so selten. Die Deutsche Rentenversicherung registriert rund eine halbe Million von ihnen. Das sind Hinterbliebene, die "im Prinzip" einen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente haben, weil ihr gesetzlich rentenversicherter Ehepartner verstorben ist, denen aber keine Rente ausgezahlt wird, weil ihr eigenes Einkommen dafür - zunächst jedenfalls - zu hoch war. Sobald sich deren Einkommen verringert, kann jedoch Anspruch auf die Zahlung einer Hinterbliebenenrente bestehen.

Antrag auf Überprüfung des Einkommens stellen

In solchen Fällen sollten Hinterbliebene von sich aus aktiv werden und sofort nach der Senkung des Einkommens einen Antrag auf Überprüfung ihres Anspruchs auf Hinterbliebenenrente stellen. Dabei brauchen sie nicht den Anpassungsstichtag "1.7." abzuwarten. Achtung: Von sich aus wird die Rentenversicherung in solchen Fällen in der Regel nicht aktiv.

"Eine Überprüfung des Einkommens findet in diesen Fällen nur auf Antrag des Rentenberechtigten statt. Der Antrag kann jederzeit gestellt werden", erklärt die Deutsche Rentenversicherung auf Anfrage. Das gilt immer dann, wenn "sich die bisherige Nichtzahlung der Rente ("Vollruhen") aufgrund des von der rentenberechtigten Person erzielten und im Einkommenskonto gespeicherten Einkommens ergeben hat".

Rückwirkende Berücksichtigung der Einkommensänderung möglich

Wer es verpasst hat, der Rentenversicherung rechtzeitig das Sinken seines Einkommens mitzuteilen, hat noch nichts verloren. Denn in diesem Fall erfolgt - wenn ein Überprüfungsantrag gestellt wird und sich ein Hinterbliebenenrentenanspruch ergibt - für bis zu vier Jahre rückwirkend eine Rentennachzahlung. Hat der Rentenberechtigte die Änderung in seinen (hier: finanziellen) Verhältnissen mitgeteilt, wird der Vier-Jahres-Zeitraum vom Beginn dieses Jahres an zurückgerechnet. Beispiel: Die Mitteilung erfolgt am 5.11.2011. In diesem Fall kann es ggf. rückwirkend ab Anfang 2007 zu einer Nachzahlung der Hinterbliebenenrente kommen.

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