Bei Diabetes: Sport kann höheren Grad der Behinderung bringen

 - 

Sport ist gesund - gerade wenn Sie krank sind. Sport lohnt sich sogar finanziell: Wenn eine Behinderung vorliegt. Dann kann Sport den Grad der Behinderung erhöhen und damit Steuererleichtungen und u.U. sogar eine Rente bringen.

Wer an Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") leidet, kann unter Umständen als schwerbehindert anerkannt werden. Das ist nicht neu. An einem aktuellen Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 28.9.2009 ist vor allem interessant, dass eine regelmäßige sportliche Betätigung, die im entschiedenen Fall dafür sorgte, dass sich die Situation der Zuckerkranken besserte, nicht zu einer "Herabstufung" des Behinderungsgrades führte – im Gegenteil: Sie wurde als medizinisch notwendiger Therapieaufwand gewertet, der Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft hat und einen höheren Grad der Behinderung (GdB) rechtfertigen kann (Az. L 13 SB 294/07).

Nach der aktuellen Empfehlung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats "Versorgungsmedizin" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Az. IV C 3-48046-3) wäre der Diabetes mellitus der 1953 geborenen Klägerin mit einem GdB von 30 bewertet worden. Selbst bei Berücksichtigung der starken Sehbehinderung der Betroffenen, für die ein "Aufschlag" auf insgesamt 40 Punkte vorgenommen wurde, wäre die Betroffene damit nicht als schwerbehindert anerkannt worden. Denn hierfür ist ein GdB von 50 erforderlich.

Laut LSG ist im vorliegenden Fall entscheidend, dass die Klägerin gehalten sei, täglich Sport zu betreiben. Der hierfür betriebene Aufwand von anderthalb Stunden am Tag könne nicht als gering im Sinne der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts qualifiziert werden. Der Umstand, dass die Klägerin Sport in diesem Umfang betreibe, trage "unmittelbar zu dem Therapieerfolg mit bei und muss konsequenterweise im Rahmen des Therapieaufwandes, der Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zeitigt, Berücksichtigung finden". Unterm Strich wurde hierfür ein weiterer Aufschlag des GdB von 10 Punkten gewährt, wodurch die Betroffene als schwerbehindert anerkannt wurde.

Tipp
Wer schwerbehindert ist, erhält vielfältige Steuererleichterungen. Wenn die Arbeitsfähigkeit unter sechs Stunden pro Tag sinkt, gibt es sogar eine Rente.

Weitere News zum Thema

  • Für viele ist die Altersvorsorge auch eine Privatsache

    [] (verpd) Die meisten Deutschen halten die Altersvorsorge für eine persönliche Angelegenheit, doch nicht wenige sind der Ansicht, dass der Staat die Hauptverantwortung für die finanzielle Absicherung im Alter trägt. Das geht aus der internationalen Untersuchung hervor. Gleichzeitig fühlt sich die Hälfte der befragten Teilnehmer von ihrer Altersvorsorgeplanung unter Druck gesetzt. mehr

  • Viele fürchten finanzielle Probleme im Alter

    [] (verpd) Eine repräsentative Befragung zeigt, dass die meisten Bürger nicht mit der voraussichtlichen Höhe ihrer künftigen gesetzlichen Altersrente zufrieden sind. Mehr als jeder Zweite rechnet im Rentenalter aufgrund der voraussichtlichen finanziellen Situation mit einem niedrigeren Lebensstandard wie bisher. mehr

  • EU-Kommission fragt Bürger zur privaten Altersvorsorge

    [] (verpd) Im Rahmen einer Konsultation zur privaten Rentenversicherung erhalten neben Versicherern und Verbänden auch Verbraucher jetzt die Gelegenheit mitzureden. Allerdings steht der dafür vorhergesehene, online abrufbare Fragebogen nur in englischer Sprache zur Verfügung. mehr

  • Geburtenzahl erreicht höchsten Stand seit dem Jahr 2000

    [] (verpd) Nach vorläufigen Destatis-Zahlen ist die Zahl der Lebendgeburten 2015 um über drei Prozent auf gut 737.630 gestiegen. Das sind so viele wie seit 2000 nicht mehr. Gleichzeitig gab es mit über 925.200 Sterbefällen die höchste Zahl nach 1985. Die Geburtenrate reichte daher auch 2015 nicht aus, um die Zahl der Sterbefälle auszugleichen. Wegen der starken Zuwanderung dürfte die Bevölkerung dennoch um knapp eine Million Menschen zugenommen haben. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.