Auch bei der Rentenversicherung: Irren ist amtlich

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Selbst die gesetzlichen Rentenversicherer machen Fehler – gewiss nicht mit böser Absicht. Doch die vielen Veränderungen im Rentenrecht der letzten Jahre machen es auch den Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung nicht leicht, immer richtig zu beraten und richtige Rentenbescheide zu erstellen.

Deshalb werden diese regelmäßig vom Bundesversicherungsamt geprüft. Im jüngsten Prüfungsbericht des Bundesversicherungsamts rügen die Prüfer vor allem mangelhafte Beratungen von Versicherten und Bearbeitungsfehler bei den Rentenkassen. Die Kontrolleure haben im vorigen Jahr 450 Rentenakten der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See stichprobenartig überprüft und festgestellt, dass viele Rentner zu wenig Geld bekamen. In diesen Fällen wurden neue Rentenbescheide erstellt.

Eine weitere Erkenntnis der Prüfer war die unzutreffende Beratung der Antragsteller durch die Experten der Deutschen Rentenversicherung. Beispiel: Die Prüfer stießen auf den Fall einer vor 1945 geborenen Rentnerin, der die Rentenkasse nicht empfohlen hatte, eine Altersrente für Frauen zu beantragen, obwohl sie dadurch erheblich mehr Altersgeld bekommen hätte.

Das Bundesversicherungsamt veranlasste eine weitergehende Prüfung ähnlicher Fälle. Dabei stellte sich heraus: 8000 Rentenbescheide waren falsch und zu überarbeiten. Die Berechtigten können sich i.d.R. über die Erhöhung ihrer monatlichen Rente im zweistelligen Eurobereich freuen und über Nachzahlungen, die im drei- bis fünfstelligen Eurobereich liegen.

Mehrere tausend Frührentner wurden nicht auf die Möglichkeit hingewiesen, eine sogenannte flexible Altersrente zu beantragen, obwohl sie dadurch mehr Geld bekommen könnten. Der Begriff »flexible Altersrente« umschreibt die bestehenden Möglichkeiten der vorgezogenen Altersrente mit Rentenabschlägen, der Altersteilzeit und der Teilrente bei Hinzuverdienst.

Häufig übersähen die Renten-Sachbearbeiter trotz vorliegender Nachweise, dass auch nach Eintritt der Erwerbsminderungsrente noch Rentenbeiträge gezahlt wurden. Als weiteren Fehlerschwerpunkt bezeichnet der Prüfbericht die falsche Zuordnung von Ausbildungszeiten. Deshalb bekommen möglicherweise zehntausende Rentner ab 65 zu wenig Altersrente.

Tipp
Als Rentner sollten Sie in Ihrem Rentenbescheid nachschauen, ob alle Versicherungszeiten für Ausbildung und Berufstätigkeit sowie Kindererziehung und Arbeitslosigkeit berücksichtigt sind. Gleiches gilt bei der Überprüfung der jährlichen Renteninformation. Wer unsicher ist, kann den Rentenbescheid oder die Renteninformation von seinem Rentenversicherungsträger überprüfen lassen.

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