Armut breitet sich bundesweit aus

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(verpd) Die Ursachen für ein Abgleiten in die Armut sind vielfältig: von mangelnder Bildung und Ausbildung bis zur Langzeit-Arbeitslosigkeit.

Die Armut in Deutschland habe 2013 einen historischen Höhepunkt erreicht, resümiert der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V. Und angesichts eines sinkenden Rentenniveaus und stagnierender privater und betrieblicher Zusatzvorsorge droht immer mehr Rentnern die Altersarmut.

Bei den Rentnern sei die Armutsquote im Jahr 2013 mit 15,2 Prozent im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland mit insgesamt 15,5 Prozent zwar noch als moderat anzusehen, allerdings habe sich seit dem Jahr 2006 ein rasanter Anstieg um 48 Prozent ergeben. Dies erklärt der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V. bei der jüngsten Veröffentlichung des aktuellen Berichts zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland.

Als von Armut betroffen gelten nach allgemeiner europäischer Definition Menschen in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens (Median) beträgt. 2013 lag diese Armutsschwelle etwa für den Singlehaushalt bei 892 € im Monat.

Erdrutsch der Altersarmut

Der Verband geht davon aus, dass die Entwicklung sich weiter verschlechtert: „Wir müssen davon ausgehen, dass womöglich schon 2014, mit einiger Sicherheit jedoch spätestens 2015, die Armut unter den Rentnerinnen und Rentnern erstmalig über der gesamtdeutschen Armutsquote liegen wird. Als Grund nennt der Verband, dass angesichts eines sinkenden Rentenniveaus und stagnierender privater und betrieblicher Zusatzvorsorge immer mehr Rentnern die Altersarmut droht.

Ein Blick auf die Zahlen zur Entwicklung der Altersarmut zeige ganz klar, dass Deutschland heute bereits mitten in einer Entwicklung ist, die einem Erdrutsch der Altersarmut gleichkommt, so Dr. Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Regionale Armutsverteilung: die „zerklüftete Republik“

Über die Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes und eigenen Berechnungen des Verbandes wurde ein Atlas erstellt, der auf regionaler Ebene die Entwicklung von Armut aufzeigt. „Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit in Deutschland so tief wie heute“, sagte Schneider.

Im Vergleich der Jahre 2006 und 2013 zeigten die Bundesländer und Stadtstaaten Nordrhein-Westfalen, Bremen und Berlin die ungünstigsten Trends. Zugleich werde auch die Kluft zwischen armen und reichen Ländern in Deutschland immer tiefer.

Im Jahr 2006 betrug der größte Unterschied der regionalen Armutsquoten 17,8 Prozentpunkte, nämlich Schleswig-Holstein Süd mit 7,8 Prozent im Vergleich zu Vorpommern mit 25,6 Prozent. 2013 lag die Differenz bereits bei 24,8 Prozentpunkten. Konkret hatte die Region Bodensee-Oberschwaben die niedrigste Armutsquote mit 7,8 Prozent und Bremerhaven die höchste mit 32,6 Prozent.

Der Armutsfalle entgehen

Wer nicht im Alter in die Armutsfalle laufen will, sollte bereits möglichst in jungen Jahren mit einer privaten Altersvorsorge anfangen.

Auch für den Fall von Krankheit und/oder Erwerbsunfähigkeit sowie für die Hinterbliebenen-Absicherung sollten sinnvolle Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

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