Altersteilzeit doch nicht überall vor dem Aus

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Ab 2010 gibt es neue Regeln für die Altersteilzeit. Für zahlreiche Beschäftigte besteht weiterhin die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Berufsleben auszusteigen.

Eigentlich laufen die Fördermaßnahmen für die Altersteilzeit zum 31.12.2009 aus, doch auch künftig soll es in einigen Branchen einen flexiblen Übergang in die Rente geben. Darauf haben sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Metall in Baden-Württemberg geeinigt, wie das Altersvorsorgeportal www.ihre-vorsorge.de meldet. Dazu sind allerdings Betriebsvereinbarungen nötig. In Betrieben, in denen es keine Betriebsvereinbarung gibt, sollen die Arbeitnehmer einen individuellen Anspruch auf Altersteilzeit erhalten.

Neue Regeln

Arbeitnehmer, die künftig in Altersteilzeit gehen möchten, müssen mindestens 12 Jahre lang ihrem Betrieb angehört haben. Körperlich besonders belastete Arbeitnehmer können bereits mit 57 Jahren in eine bis zu 6 Jahre dauernde Altersteilzeitarbeit gehen. Andere Beschäftigte haben erst mit 61 Jahren die Möglichkeit dazu. Für sie dauert die Altersteilzeit höchstens 4 Jahre.

Finanziert werden sollen die Aufstockungsbeträge, mit denen das Einkommen auf 82 bis 89 Prozent der früheren Nettobezüge erhöht wird, jeweils zur Hälfte von den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern. Insgesamt werden die Kosten auf 0,8 Prozent der Entgeltsumme eines Betriebs geschätzt, sodass die Arbeitgeber 0,4 Prozent beitragen müssen. Das Geld soll im Rahmen einer Tarifrunde von der Entgelterhöhung abgezogen werden. Untere Entgeltgruppen sollen dem Kompromiss zufolge durch verbesserte Aufstockungsleistungen besonders von der Neuregelung profitieren.

Vorruhestandsmodell äußerst beliebt

Der einst als gleitender Übergang in den Ruhestand gedachte Vorruhestand erfreut sich immer noch größter Beliebtheit. Laut www.ihre-vorsorge.de stieg die Anzahl der Beschäftigten, die vor dem Ruhestand in Altersteilzeit arbeiteten, von 2000 im Jahr 1996 auf derzeit etwa eine halbe Million. Eine Studie der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass bis Ende 2005 bereits rund 900.000 Beschäftigte die Möglichkeit zur Altersteilzeitarbeit nutzten.

Allein im vergangenen Jahr gingen knapp 100.000 Arbeitnehmer über die "Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit" in den Ruhestand. Von den 17,3 Millionen monatlich gezahlten Altersrenten entfallen auf diese Rentenart inzwischen fast 2,4 Millionen. Das entspricht einem Anteil von fast 14 Prozent.

Altersrente nach Altersteilzeit nur noch bis Jahrgang 1951

In den kommenden Jahren können über Altersteilzeitarbeit nur noch diejenigen Beschäftigten mit 63 Jahren in Altersrente nach Altersteilzeit gehen, die bis Ende 1951 geboren wurden. Arbeitnehmer der Jahrgänge bis 1954, die bis 31.12.2006 bereits einen Vertrag über Altersteilzeitarbeit unterschrieben haben, dürfen zwar noch die Altersteilzeit nutzen. In den vorgezogenen Ruhestand treten können sie anschließend aber nur noch dann, wenn sie mindestens 35 Versicherungsjahre auf dem Rentenkonto haben. Das geht über die "Altersrente für langjährig Versicherte", wie www.ihre-vorsorge.de schreibt.

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