Rentenplus für pensionsnahe Beamte und Pensionäre

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Beamte und Pensionäre können freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten und damit ihr Ruhegehalt aufbessern. Wie sich das lohnt, erläutert ein Positionspapier des Versorgungsberaters Werner Siepe.

Pensionsnahe Beamte bis Jahrgang 1964 und Neupensionäre fragen sich, wie sie die künftige oder bereits eingetretene Senkung des Pensionsniveaus bzw. einen Pensionsabschlag bei Frühpensionierung zumindest teilweise finanziell ausgleichen können.

Als erste Wahl erweist sich dabei die gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen. Angesichts der rekordtiefen Zinsen und der zu erwartenden niedrigen privaten Renten bei Neuabschlüssen zur Riester- Rente, Rürup-Rente oder Privatrente aus der privaten Rentenversicherung spricht nahezu alles für die gesetzliche Rente, da diese vom Zinsniveau am Kapitalmarkt völlig abgekoppelt ist.

Rentenplus für Beamte – das muss kein Missverständnis sein

Beim Rentenplus für Beamte geht es nicht um eine Pensionserhöhung, sondern um ein Plus zur künftigen Pension in Form einer zusätzlichen gesetzlichen Rente.

Nach einer Änderung des § 7 Abs. 1 AGB VI im August 2010 können auch Beamte freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente zahlen, die dort noch nie pflichtversichert waren. Das lohnt sich insbesondere für pensionsnahe Beamte, die das 50. Lebensjahr bereits vollendet haben.

In nahezu allen Fällen wird die künftige gesetzliche Rente einer Rürup-Rente, Riester-Rente oder einer Rente aus einer privaten Rentenversicherung überlegen sein. Das gilt vor allem für privat krankenversicherte Beamte, die später einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung in Höhe von 7,3 % ihrer Bruttorente von der Deutschen Rentenversicherung erhalten.

Für in 1949 und 1950 geborene Pensionäre, die bisher noch nicht die fünfjährige Wartezeit für eine gesetzliche Rente erfüllt haben, bietet § 282 Abs. 2 SGB VI nach Erreichen der Regelaltersgrenze darüber hinaus die Möglichkeit, einen Nachzahlungsbetrag für fünf Jahre auf einen Schlag zu zahlen. Die daraus ermittelte gesetzliche Sofortrente inklusive 7,3 % Zuschuss zur privaten Krankenversicherung wird auf jeden Fall deutlich höher als eine Rürup-Sofortrente oder eine Sofortrente der privaten Rentenversicherung sein.

Das von Fachautor Werner Siepe erstellte Positionspapier Rentenplus für pensionsnahe Beamte und Pensionäre lesen Sie hier .

Auf der gleichen Internetseite wird es in Kürze auch einen Rentenplusrechner geben, der nach Eingabe von Geburtsjahr und Höhe des laufenden regelmäßigen Beitrags (für pensionsnahe Beamte der Jahrgänge 1953 bis Jahrgang 1964) oder des Einmalbeitrags (für Pensionäre bis Jahrgang 1950) sofort die Höhe der garantierten oder möglichen gesetzlichen Rente inklusive 7,3 % Zuschuss sowie die zu erwartenden Rentenrenditen bei einer Rentenlaufzeit von 20 Jahren auswirft.

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