Zweifache Rentenbesteuerung angeprangert

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung warnt vor einer Doppelbesteuerung von Renten ab Renteneintritt im Jahr 2019. Bis zu 47.000 € würden laut einer Studie zu viel besteuert.

Die F.A.Z. stellt in ihrer samstäglichen Vermögensfrage vom 6.2.2016 die Folgen der 2005 eingeführten nachgelagerten Rentenbesteuerung dar. Für heutige Rentnerjahrgänge gebe es noch eine Reihe von Vergünstigungen wie den Altersentlastungsbetrag und den Versorgungsfreibetrag. Diese Erleichterungen würden jedoch bis zum Jahr 2040 nach und nach abgebaut.

In der Umstellungsphase von 2005 bis 2040 werde die nachgelagerte Rentenbesteuerung laut einer aktuellen Studie wegen einer fehlerhaften Berechnung der steuerfreien Anteile von Rentenbeiträgen und Rentenauszahlungen für Rentnerjahrgänge ab 2019 ungerecht: in Form einer doppelten Besteuerung.

Deshalb sollten jüngere Jahrgänge ihre Einzahlungen in die gesetzliche Altersvorsorge akribisch dokumentieren. Denn die Studie zeige, dass ab 2019 in bestimmten Fällen eine Doppelbesteuerung drohe. Die Betroffenen zahlten aus versteuertem Einkommen Beiträge in die Rentenversicherung ein, und im Alter würden die Auszahlungen erneut besteuert.

Das sage nicht nur Franz Ruland, Geschäftsführer des Verbands der Rentenversicherungsträger von 1992 bis 2005, sondern auch der Finanzmathematiker Werner Siepe, einer der beiden Autoren der Studie.

In der Studie heißt es: Bei einem Standardrentner mit 45 Beitragsjahren würden in 17 Rentenjahren rund 4.000 € zu viel besteuert (bei Rentenbeginn im Jahr 2019). Beim Rentnerjahrgang 2040 seien es sogar bis zu rund 47.000 €, die zweimal besteuert würden.

Das Problem der zweifachen Rentenbesteuerung von Einzahlungen und Auszahlungen ergibt sich in noch stärkerem Ausmaß bei der Rürup-Rente, da bei ihr der Arbeitgeber keinen Beitrag einzahlt und der Steuerzahler keine beitragsfreien Zeiten ausgleicht, z.B. für Zeiten von Ausbildung und Kindererziehung. Doch längst nicht alle Rentner sind von der Zweifachbesteuerung betroffen, weil es auf die individuelle Fallkonstellation ankommt. In vielen Fällen wird es zu keiner Steuerbelastung kommen, weil die zu versteuernden Alterseinkünfte unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen. Dennoch: Um die grundsätzliche Ungerechtigkeit zu beheben, müsste das Finanzamt eine Günstigerprüfung durchführen und eine Zweifachbesteuerung vermeiden. Dazu ist die Einfügung eines entsprechenden Satzes in das Alterseinkünftegesetz erforderlich (Öffnungsklausel). Weitere Informationen: Doppelte Steuer auf Renten ab 2019? (Geldtipps.de vom 29.1.2016).

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