Zuschussrente, Mütterrente, Pflegezeitanspruch und Elterngeld plus beschlossen

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In den Koalitionsverhandlungen beschloss die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales eine steuerfinanzierte Zuschussrente, die langjährig beschäftigte Geringverdiener sowie Menschen mit Zeiten der Kindererziehung, Altenpflege und Arbeitslosigkeit vor Altersarmut schützen soll.

Anspruch auf einen Rentenzuschuss sollen Personen haben, die 40 Beitragsjahre und eine betriebliche oder private Altersvorsorge nachweisen können. Als Beitragszeiten sollen auch bis zu fünf Jahre in Arbeitslosigkeit gelten.

Der "Spiegel" berichtet, in den ersten zehn Jahren der Neuregelung – bis 2023 – sollten 35 Beitragsjahre genügen, um bei geringem eigenem Rentenanspruch die Rentenaufstockung zu erhalten. Auch die Pflicht zur Privatvorsorge solle erst fünf Jahre nach Beginn der Neuregelung greifen – ab 1.1.2019. Zudem sollten Einkünfte aus anderen Quellen bei der Ermittlung des Rentenzuschlags angerechnet werden.

Die gesetzliche Altersrente der betreffenden Personen soll auf maximal 30 Entgeltpunkte angehoben werden. Da derzeit die Rentenwerte bei 28,14 € (West) und 25,74 € (Ost) liegen, ergeben sich Renten in Höhe von bis zu 844,20 € beziehungsweise von 772,20 €.

Auch auf eine Mütterrente verständigten sich die Koalitionäre. Über deren Höhe und Finanzierung wird freilich erst in der finalen Verhandlungsrunde entschieden – voraussichtlich Ende November.

Bei der Erwerbsminderungsrente soll die Zurechnungszeit von 60 auf 62 Jahre hochgesetzt werden. Dadurch gibt es für einen Durchschnittsverdiener rund 56 € mehr Rente im Monat.

Mehr Flexibilität für Familien

Arbeitnehmer sollen künftig das Recht haben, zur Pflege von Angehörigen eine berufliche Auszeit zu nehmen. Das hat die Arbeitsgruppe Familie und Frauen beschlossen. Künftig müssen die Arbeitgeber noch flexibler auf die Arbeitszeitwünsche ihrer Arbeitnehmer eingehen.

Das gilt auch bei der Kinderbetreuung. Dazu wird ein Elterngeld plus eingeführt, das Eltern für die Dauer von bis zu 28 Monaten ein Elterngeld in Kombination mit einem Teilzeitjob ermöglicht.

Bislang gibt es Elterngeld für höchstens 14 Monate, wenn der Vater mindestens zwei davon beantragt. Künftig wird die Laufzeit auf 24+4 Monate verdoppelt. Dafür wird die Höhe des Elterngelds plus auf die Hälfte des normalen Elterngelds festgelegt.

Hinzu kann ggf. ein Partnerschaftsbonus von 10 % kommen. Diesen gibt es, wenn die Eltern parallel im gleichen Umfang ihr Kind betreuen und 25 bis 30 Stunden in der Woche arbeiten. Das Elterngeld beträgt derzeit 65-100 % des Einkommensausfalls bis maximal 1.800 € im Monat.

Weitere Informationen zu den Plänen der großen Koalition lesen Sie in folgenden Geldtipps-Beiträgen:

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