Zuschuss-Rente ab 2013 nur für Neurentner: Eine Verschiebung des Renteneintritts ist für manche Ältere dringend angeraten

Zuschuss-Rente ab 2013 nur für Neurentner: Eine Verschiebung des Renteneintritts ist für manche Ältere dringend angeraten

 - 

Noch steht nicht völlig fest, wie die von Arbeitsministerin von der Leyen geplante Zuschuss-Rente aussehen soll. Klar ist jedenfalls: Niedrige Renten sollen aufgestockt werden – allerdings nur für diejenigen, die 2013 und später in Rente gehen. Deshalb ist eine Verschiebung des Renteneintritts für manche Ältere dringend angeraten.

Die Zuschuss-Rente, deren Einführung das Bundesarbeitsministerium für 2013 plant, soll niedrige Renten auf voraussichtlich etwa 850,00 € aufstocken. Das Prinzip ist dabei: Wer in seinem Leben lange Zeit gearbeitet hat und zusätzlich auch noch privat vorgesorgt hat, soll im Alter belohnt werden. Die Aufstockung auf 850,00 € soll es allerdings nur für diejenigen geben, die Rentenansprüche in Höhe von mindestens 425,00 € erworben haben. Geringere Ansprüche werden verdoppelt. Eine Rente von beispielsweise nur 300,00 € kann also durch die Zuschuss-Rente auf 600,00 € aufgestockt werden. Weitere Einzelheiten hat der GeldBerater bereits in den Aktuellen Informationen vom Juni 2012 erläutert.

Unverändert zielt das Bundesarbeitsministerium darauf, die Zuschuss-Rente nur für Neufälle einzuführen. Wer derzeit bereits in Rente ist bzw. 2012 noch in Rente geht, könnte danach von den Neuregelungen nicht profitieren – wenn es bei den aktuellen Plänen bleibt.

Wenn für Sie die neue Zuschuss-Rente infrage kommt, sollten Sie Ihren Renteneintritt möglichst aufschieben, bis klar ist, wie die neuen Rentenregeln exakt aussehen. Achtung: Niemand ist gezwungen, mit Erreichen des regulären Rentenalters (2012: 65 Jahre plus einen Monat) in Rente zu gehen. Die Rente muss vielmehr beantragt werden – und dieser Antrag kann auch zu jedem beliebigen späteren Zeitpunkt erfolgen. Wer erst später in Rente geht, erhält zudem ein höheres Altersruhegeld. Für jeden Monat der späteren Inanspruchnahme der Leistung (nach dem Erreichen des regulären Rentenalters) erhöht sich die Leistung um 0,5 Prozentpunkte.

Wenn Sie schon vor Erreichen des Regelrentenalters (65 Jahre + 1 Monat) in den Ruhestand wechseln und eine vorzeitige Altersrente beanspruchen möchten, sollten Sie ggf. Alternativen hierzu ins Auge fassen: Ältere Arbeitslose haben vielfach 24 Monate lang Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Diese Leistung fällt oft deutlich höher aus als die Rente – und wird längstens bis zum regulären Rentenalter gezahlt. Die Zeit des Bezugs von ALG I erhöht die spätere Rente und vermindert Abschläge. Wer chronisch krank ist, sollte als älterer Arbeitnehmer unbedingt auch an das Krankengeld denken. Denn eigentlich ist für kranke Arbeitnehmer die Krankenversicherung und nicht die Rentenversicherung zuständig. Arbeitsunfähige Ältere haben genau wie Jüngere Anspruch auf Krankengeld – und zwar für maximal 78 Wochen. Für Kranke lohnt es sich daher meist, zunächst Krankengeld und erst später Rente zu beziehen.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.