Worauf Rentner, die dazuverdienen wollen, achten sollten

Worauf Rentner, die dazuverdienen wollen, achten sollten

 - 

(verpd) Jeder, der zusätzlich zu seiner Alters- oder Erwerbsminderungsrente etwas dazuverdienen möchte, sollte die gesetzlichen Regelungen beachten. Denn abhängig von bestimmten Kriterien und auch persönlichen Faktoren kann es je nach zusätzlicher Verdiensthöhe zu einem Abzug bei der Rente kommen.

Prinzipiell gilt, nur wer eine Altersrente erhält und bereits die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass seine gesetzliche Rente gekürzt wird oder sogar ganz entfällt. Wer jedoch jünger ist als es die Regelaltersgrenze vorgibt, und seine Altersrente oder auch seine Rente wegen Erwerbsminderung ohne Abzug weiterbeziehen möchte, darf ein maximal zusätzliches Bruttoeinkommen in Höhe von 450 € monatlich haben.

Als Hinzuverdienst gilt beispielsweise der monatliche Bruttoverdienst als Arbeitnehmer, egal ob man in Voll- oder Teilzeit oder als Minijobber tätig ist, sowie bestimmte Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld. Auch der monatliche steuerrechtliche Gewinn aus einem Gewerbebetrieb, einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit oder aus einer betriebenen Land- oder Forstwirtwirtschaft zählt als Hinzuverdienst.

Kriterien zur Berechnung der Hinzuverdienstgrenze

Bezieher einer Altersrente, die mehr verdienen, erhalten je nach Hinzuverdiensthöhe eine Teilrente in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Dritteln der bisherigen Vollrente. Bezieher einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bekommen je nach zusätzlicher Einkommenshöhe drei Viertel, die Hälfte oder ein Viertel der bisherigen Rentenhöhe wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder aber die Rente entfällt komplett.

Die Höhe der Hinzuverdienstgrenze, ab der eine Teilrente bezahlt wird, errechnet sich unter anderem aus der Bezugsgröße, die vom Durchschnittsverdienst aller gesetzlich Rentenversicherten abhängt, aber auch aus individuellen Faktoren des Rentners. Ausschlaggebend ist unter anderem das versicherte Gehalt beziehungsweise die dadurch erreichten Entgeltpunkte in den letzten drei Jahren vor Beginn des Rentenbezugs. Hat der Rentenbezieher während seines Erwerbslebens in Ostdeutschland gewohnt, spielt auch der aktuelle Rentenwert eine Rolle.

Die genaue Formel, wie sich die Hinzuverdienstgrenzen für Alters- und Erwerbsminderungsrenten konkret berechnen, zeigen die vor Kurzem aktualisierten und bei der Deutschen Rentenversicherung herunterladbaren Broschüren „Altersrentner: So viel können Sie hinzuverdienen“ sowie „Erwerbsminderungs-Rentner: So viel können Sie hinzuverdienen“. Da sich die Bezugsgröße und der aktuelle Rentenwert regelmäßig jeweils zum 1. Januar beziehungsweise zum 1. Juli eines jeden Jahres ändern, ändern sich dementsprechend auch die Hinzuverdienstgrenzen.

Im Zweifelsfall frühzeitig nachfragen

Unabhängig ob eine Voll- oder Teilrente ausbezahlt wird, darf ein Rentner die Hinzuverdienstgrenze zweimal pro Kalenderjahr bis zum doppelten Wert überschreiten. Wer maximal monatlich 450 € neben seiner Rente dazuverdient und daher keinen Rentenabzug hat, also eine Vollrente erhält, darf abweichend von den monatlichen 450 € in zwei Monaten eines Kalenderjahres bis jeweils 900 € verdienen.

Prinzipiell empfiehlt es sich für alle Rentenbezieher, die zusätzlich zur gesetzlichen Rente etwas dazuverdienen wollen, bei der zuständigen Beratungsstelle der gesetzlichen Rentenversicherung nachzufragen, wie hoch die persönliche Hinzuverdienstgrenze ist. Um Nachteile zu vermeiden, sollte das noch vor dem Beginn der (neben)beruflichen Tätigkeit stattfinden.

Da auch bestimmte Sozialleistungen und sonstige Einkommen als Hinzuverdienst angesehen werden, sollte hier bei Unklarheiten ebenfalls beim Rentenversicherungs-Träger nachgefragt werden. Allgemeine Fragen lassen sich unter Umständen auch direkt telefonisch bei der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon: 0800 10004800) klären.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.