Witwenrente erst nach einem Jahr Ehe

 - 

Nach nur kurzer Ehedauer haben Hinterbliebene keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente. Dann wird angenommen, dass es sich um eine Versorgungsehe gehandelt hat.

Diese Vermutung gilt z.B. dann, wenn zum Zeitpunkt der Heirat die tödlichen Folgen einer Krebserkrankung des Ehepartners bereits bekannt sind, befand das Hessische Landessozialgericht (Az. L 5 R 320/10).

Wegweisende Tipps zu den staatlichen Rentenleistungen lesen Sie in unserer aktuellen Broschüre Der kleine Rentenratgeber .

Eine 56-jährige Frau hatte im November 2007 einen unheilbar an Kehlkopfkrebs erkrankten Mann geheiratet. 17 Tage später verstarb der Mann an den Folgen seiner Krebserkrankung. Die Witwe beantragte eine Witwenrente. Die Rentenversicherung lehnte das aber mit dem Hinweis auf die kurze Ehedauer ab. Es handele sich um eine Versorgungsehe.

Daraufhin klagte die Witwe. Das Gericht lehnte die Klage ab, denn laut Gesetz bestehe ein Anspruch auf Witwenrente nur dann , wenn die Ehe mindestens ein Jahr gedauert habe.

Anders sei das lediglich dann, wenn aufgrund besonderer Umstände nicht davon auszugehen sei, dass die Heirat nur erfolgte, um den Hinterbliebenen zu versorgen. Das sei etwa bei einem unvorhersehbaren Tod der Fall. Im konkreten Fall habe zum Zeitpunkt der Eheschließung aber keine Aussicht mehr auf Heilung bestanden.

Das Landessozialgericht Düsseldorf unter dem Az. L 8 134/09 ein vom Tenor her gleichlautendes Urteil bei einer nur 18 Tage dauernden Ehe gefällt.

Ähnliches gilt auch im Beamtenrecht

In der Beamtenversorgung gibt es bei einer "Versorgungsehe (Ehedauer von weniger als einem Jahr und mit der Absicht, der Witwe eine Pension - dort "Witwengeld genannt - zu verschaffen) ebenfalls kein Geld für die Beamtenwitwe.

Falls die Witwe doch das Witwengeld beantragt, muss sie die gesetzliche Vermutung einer Versorgungsehe bei einer Ehedauer von weniger als einem Jahr unter Berufung auf besondere Umstände widerlegen, z.B. plötzlicher Unfalltod oder häusliche Pflege eines schwer erkrankten Beamten, dessen Tod bei Eheschließung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.

Weitere News zum Thema

  • Ohne Antrag keine gesetzliche Rente

    [] (verpd) Je nach Rentenart müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Anspruch auf eine Rente zu haben. Grundsätzlich erhält zudem jeder nur eine entsprechende Rente, wenn er diese vorher beantragt hat. Um eine Verzögerung der Rentenbewilligung zu vermeiden, ist es für den Antragsteller wichtig zu wissen, wo, wann und mit welchen Angaben sowie Unterlagen ein Antrag zu stellen ist. Eine Broschüre der Deutschen Rentenversicherung hilft dabei. mehr

  • Fehlgeleitete Überweisung der Rente

    [] Ein Stück aus dem Leben: In Zeiten von IBAN haben viele Menschen – nicht nur Senioren – Schwierigkeiten mit den ellenlangen Kontonummern. Ein Opfer der Zahlenvielfalt war ein Rentner aus Rheinland-Pfalz, der der deutschen Rentenversicherung eine falsche IBAN mitgeteilt hatte. Der Rentenversicherungsträger überwies das Geld daraufhin an den unbekannten Kontoinhaber und wollte die Rente auch nicht wiederbeschaffen. mehr

  • Gleitender Übergang in den Ruhestand

    [] Die Rentenpolitiker träumen seit Jahrzehnten davon und Arbeitsmediziner empfehlen es: Ältere sollten nicht mit einem Schlag mit der Arbeit aufhören, sondern in den Ruhestand gleiten. Die rentenrechtlichen Möglichkeiten hierzu gibt es schon heute: Teilrente und Flexirente. Die Kombination einer Teilzeitarbeit mit einer Teilrente wird damit noch weit attraktiver. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.