Wie lange die Deutschen im Alter gesund bleiben

Wie lange die Deutschen im Alter gesund bleiben

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Die höchste Lebenserwartung in den 27 EU-Ländern haben sowohl die Frauen als auch die Männer, die 2010 das 65. Lebensjahr erreicht hatten, wenn sie einen französischen Pass besitzen. Am gesündesten alt werden jedoch die Norweger. Die deutschen Männer werden zwar etwas älter als der Durchschnitt, müssen aber die längste Zeit mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen. Bei den deutschen Frauen sieht es ähnlich aus, wie aus einer jetzt vorgelegten EU-Statistik hervorgeht.

Das statistische Amt der Europäischen Union Eurostat hat untersucht, wie hoch die Lebenserwartung 65-jähriger Frauen und Männer ist und wie viele gesunde Lebensjahre ihnen noch bevorstehen.

Anlass war das erste Treffen des „Gemeinsamen europäischen Aktionsprogramms zu gesunden Lebensjahren“, das im Rahmen des „Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ stattfand, heißt es in einer EU-Pressemitteilung.

Ältere Norweger sind besonders gesund

Die gesündesten Europäer im Alter sind außerhalb der EU-Grenzen zu Hause, nämlich in Norwegen. Dort haben die jetzt 65-jährigen Frauen noch eine statistische Lebenserwartung von 21,2 Jahren vor sich, die Männer von 18 Jahren.

Das liegt in beiden Fällen leicht über dem europäischen Durchschnitt von 21 und 17,4 Jahren. Die Norwegerinnen dürfen aber vor allem mit 15,7 Lebensjahren rechnen, in denen sie weitgehend gesund bleiben.

Bei den Norwegern sind es 14,5 Jahre. Weniger als 5,5 Jahre bis zum Ableben mit schweren oder mittelschweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Frauen und 3,5 Jahren bei Männern gibt es in keinem anderen europäischen Land. Schweden und Dänen kommen diesem Wert aber immerhin sehr nahe.

Deutsche Männer erwarten viele Jahre mit gesundheitlichen Problemen

Die schlechtesten Karten haben in dieser Hinsicht dagegen 65-jährige Frauen in der Slowakei. Zwar beträgt ihre Lebenserwartung dann noch 18 Jahre, aber damit sind sie ohnehin schon das Schlusslicht in der EU-Statistik. Zusätzlich dürfen sie aber auch nur noch auf 2,8 Jahre hoffen, die sie gesund verbringen können, während es im europäischen Durchschnitt 8,8 Jahre sind.

Damit steht den Slovakinnen mit 15,2 Jahren die längste Zeit mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im europäischen Vergleich bevor.

Bei den Männern tragen die 65-jährigen Deutschen diese rote Laterne. Sie müssen damit rechnen, von den ihnen verbleibenden 17,8 Jahren 10,9 Jahre mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu leben.

Mit nur 6,9 Jahren in Gesundheit liegen die deutschen 65-Jährigen weit hinter dem EU-Durchschnitt von 8,7 Jahren.

Vorsicht ist auch bei dieser EU-Statistik angezeigt

Allerdings, räumt die EU-Statistik-Behörde ein, ist bei allen Bewertungen dieser Daten eine gewisse Vorsicht angebracht. Zum einen wurde nämlich aufgrund von Selbsteinschätzungen der Befragten ermittelt, was als gute gesundheitliche Verfassung zu betrachten ist.

Zum anderen seien auch die Frageformulierungen in den einzelnen Ländern nicht völlig identisch gewesen. Relativ zuverlässig dürften jedoch die Erkenntnisse zu den durchschnittlichen Lebenserwartungen in den einzelnen europäischen Ländern sein.

Die ist sowohl bei Männern wie bei Frauen in Frankreich am höchsten. Die kürzeste Lebenserwartung haben dagegen die jetzt 65-jährigen Männer in Lettland und die Frauen in Bulgarien.

Absicherung der Wünsche

Grundsätzlich hofft unabhängig vom jeweiligen Land fast jeder auf ein langes und gesundes Leben. Doch wer länger lebt, braucht auch länger Geld, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können.

Und sollte die Statistik im Einzelfall doch recht behalten und sich der Gesundheitszustand im Alter verschlechtern, möchten die meisten zumindest so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben oder zumindest gut versorgt werden, ohne den Angehörigen zur Last zu fallen. Deshalb ist eine frühzeitige finanzielle Vorsorge für das Alter sowie gegen das Kostenrisiko eines Pflegefalls wichtig.

Auch wer momentan keinen finanziellen Spielraum für eine ausreichende Alters- und Pflegevorsorge oder auch eine Hinterbliebenen-Absicherung sieht, sollte sich diesbezüglich Hilfe bei einem Versicherungskaufmann holen. Manche Möglichkeiten erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse und durch das Wissen eines Experten.

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