Wenn man früher oder später in Rente geht

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(verpd) Insgesamt gehen nur rund 63 Prozent genau beim Erreichen des gesetzlich vorgegebenen Renteneintrittsalter in den Ruhestand. Wer vorher in Rente geht, muss Rentenabschläge, also eine Reduzierung seiner Rentenbezüge in Kauf nehmen. Wer erst später seinen Ruhestand genießen möchte, erhält Zuschläge.

Nach den aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) haben 2013 rund 648.000 Menschen erstmalig eine Altersrente bezogen. Über 238.000 der sogenannten Neurentner, das sind rund 36,7 Prozent, gehen jedoch vor dem gesetzlich vorgegebenen Renteneintrittsalter in den Ruhestand und nehmen dadurch Abschläge bei ihrer Altersrente in Kauf. Rund zwei Prozent arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus weiter und erhalten dafür Zuschläge.

Regelaltersrente

Als Altersrente gelten verschiedene Rentenformen der gesetzlichen Rentenversicherung, wie beispielsweise die Regelaltersrente. Einen Anspruch auf eine Regelaltersrente hat nur derjenige, der die Regelaltersgrenze, also das gesetzliche Renteneintrittsalter, erreicht hat und die allgemeine Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung von fünf Jahren erfüllt.

Für Personen, die zwischen dem 1.1.1947 bis einschließlich 31.12.1963 geborenen sind, erhöht sich seit dem Jahr 2012 diese Regelaltersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Für alle, die ab 1964 auf die Welt kamen, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Altersrente für langjährig Versicherte

Zur Altersrente zählt auch die Altersrente für langjährig Versicherte. Diese können Personen in Anspruch nehmen, die mindestens 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung vorweisen können und die gesetzlich vorgegebene Altersgrenze erreicht haben.

Für alle, die ab 1949 und vor 1964 geboren sind, erhöht sich die Altersgrenze ebenfalls stufenweise. Wer 1964 oder später geboren ist, erhält die Altersrente für langjährig Versicherte erst mit dem 67. Lebensjahr abschlagsfrei.

Weitere Altersrentenarten sind die Altersrente für Schwerbehinderte, wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit, für langjährig Beschäftigte unter Tage sowie die vorzeitige Altersrente für Frauen bis Jahrgang 1951.

Abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren

Seit Juli 2014 gibt es eine abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte. Allerdings kann diese nur von langjährig gesetzlich Rentenversicherten, also von Personen, die insgesamt 45 Beitragsjahre vorweisen können und bis 1952 geboren sind, in Anspruch genommen werden.

Ab 2016 bis 2027 erfolgt für alle, die 1952 oder später geboren sind, aber ansonsten die genannten Voraussetzungen erfüllen, eine schrittweise Anhebung der Altersgrenze vom 63. auf das 65. Lebensjahr.

Wer 1964 oder später geboren wurde, kann erst mit Erreichen des 65. Lebensjahres eine abschlagsfreie Rente beziehen.

Mögliche Abschläge ...

Ein langjährig Rentenversicherter kann, wenn auch mit Abschlägen, vorzeitig eine Altersrente in Anspruch nehmen. Auch wer Anspruch auf eine Altersrente für Schwerbehinderte hat oder vor 1952 geboren wurde und Anspruch auf eine Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit oder auf eine Altersrente für Frauen hat, kann früher als die für ihn geltende Regelaltersgrenze in Rente gehen.

Der Abschlag beträgt pro Monat vorzeitiger Inanspruchnahme 0,3 Prozent von der Rente, die bei Erreichen der Altersgrenze ausgezahlt worden wäre. Der Abschlag ist für die gesamte Dauer des Rentenbezugs, also ab Rentenbeginn bis zum Lebensende des Rentenbeziehers, gültig. Geht man beispielsweise ein Jahr vor dem Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand, beträgt der Abschlag 3,6 Prozent.

Langjährig Versicherte können die Altersrente mit Abschlägen frühestens ab dem 63. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Ein Beispiel dazu: Wer als langjährig Versicherter 1964 oder später geboren wurde, hat eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren und muss daher, wenn er ab 63 Jahren vorzeitig in Rente gehen möchte, mit einem Abschlag von bis zu 14,4 Prozent rechnen.

.... und Zuschläge

Wichtig: Wer nur die Voraussetzungen für eine Regelaltersrente erfüllt, also maximal eine Wartezeit von mindestens fünf, aber weniger als 35 Jahre vorweisen kann, kann nicht vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen, auch nicht, wenn er Abschläge in Kauf nehmen würde.

Alle, die einen Anspruch auf eine Altersrente haben und erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen, erhalten einen Zuschlag. Dieser beträgt 0,5 Prozent für jeden Monat zwischen der eigentlichen Altersgrenze und dem tatsächlichen Rentenbeginn.

Wer beispielsweise ein Jahr nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente geht, erhält einen Zuschlag von sechs Prozent (zwölf x 0,5 Prozent), bei zwei Jahren wären es zum Beispiel zwölf Prozent.

Für eine sinnvolle Planung

Wer plant, dass er weder bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten möchte noch im Rentenalter erwerbstätig sein will, sollte vorzeitig privat vorsorgen, da zum einen die gesetzliche Rente nicht dem bisherigen Einkommen entspricht und zudem eine Kürzung der Rente durch Abschläge für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt.

Um auch im Rentenalter seinen Lebensstandard halten zu können, ist es wichtig, dass der Rentenbeginn und die Höhe der garantierten Rente einer privaten oder betrieblichen Rentenvorsorge auf das gewünschte Renteneintrittsalter abgestimmt werden.

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