Weniger Rente wegen Arbeitslosigkeit

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Wie der Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) mitteilt, ist jeder, der von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld I erhält, grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden vom Amt jedoch nur bezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Dennoch mindert sich durch die Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe.

Für alle, die im letzten Jahr vor dem Bezug von Arbeitslosengeld I auch nur kurze Zeit rentenversicherungs-pflichtig waren, zahlt die Agentur für Arbeit automatisch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ein. Zwar erhöhen diese Beiträge die künftige Rente, allerdings nicht in dem Umfang, wie es bei einer vor dem Jobverlust ausgeübten versicherten Beschäftigung der Fall gewesen wäre.

Rentenversicherungs-Beiträge im Falle der Arbeitslosigkeit

Wer Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat, wird rentenrechtlich so gestellt, als wenn er mit 80 Prozent seines bisherigen monatlichen Bruttoarbeits-Verdienstes weiterarbeiten würde. Die Minderung der Rentenversicherungs-Beiträge, welche die Agentur für Arbeit übernimmt, beträgt im Vergleich zum Beitrag, den der Einzelne in die gesetzliche Rentenversicherung vor seiner Arbeitslosigkeit einzahlte, demnach 20 Prozent.

Konkret: Wer bisher ein Bruttojahresgehalt von knapp 30.300 € – das entspricht dem Durchschnittsverdienst aller gesetzlich Rentenversicherten in 2011 – bezogen hatte, zahlte seit 2012 zusammen mit dem Arbeitgeber 494,90 € an monatlichen Rentenversicherungs-Beiträgen. Im Falle einer Arbeitslosigkeit würde die Agentur für Arbeit nur noch 395,92 € an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Damit würde sich bei einer einjährigen Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe im Vergleich zu einem Beschäftigten, der weiterhin das genannten Bruttogehalt verdient, um rund sechs Euro pro Monat in den alten und circa fünf Euro in den neuen Bundesländern mindern.

Keine gesetzliche Rentenversicherung bei Arbeitslosengeld II

Wer Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, erhält, ist nicht mehr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und erhält seit dem 1.1.2011 auch keine Rentenversicherungs-Beiträge mehr. Alle, die nach dem 31.12.2010 Arbeitslosengeld II bekommen, erhalten für diese Zeit gegebenenfalls eine Anrechnungszeit ohne Bewertung, was zumindest die künftige Rentenhöhe indirekt beeinflussen kann.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit und gesetzliche Rentenversicherung gibt es in der kostenlosen Broschüre „Arbeitslos – Was Sie beachten sollten“, die bei der Deutschen Rentenversicherung Bund als Printversion bestellt oder im PDF-Format im Internet heruntergeladen werden kann. Detaillierte Auskünfte können bei den Beratungsstellen oder beim kostenfreien Servicetelefon 0800/10004800 der Deutschen Rentenversicherung eingeholt werden.

Private Vorsorge ist notwendig

Selbst ein Arbeitnehmer, der während seiner aktiven Beschäftigungszeit nie arbeitslos war, muss jedoch damit rechnen, dass er im Vergleich zu seinem letzten Nettoverdienst erheblich weniger Rente bekommt. Während 2010 der Durchschnitts-Bruttoverdienst eines gesetzlich Rentenversicherten bei 2.595 € im Monat lag – das wären bei einem Verheirateten rund 1.890 € netto – erhielten die Männer durchschnittlich eine Altersrente von 999 € und die Frauen von 535 €.

Neben der gesetzlichen Absicherung ist daher eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Doch um eine entsprechende Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird.

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