Welche Rente Hinterbliebenen zusteht

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(verpd) Die Berechnung der gesetzlichen Hinterbliebenen-Rentenansprüche ist nicht einfach. Die Deutsche Rentenversicherung bietet jedoch eine aktuelle Broschüre an, die darüber informiert, welche Ansprüche Angehörige aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben und in welcher Höhe.

Die Broschüre „Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten“, herausgegeben von der Deutschen Rentenversicherung (DRV), erklärt, welche Hinterbliebenen-Rentenarten es gibt und unter welchen Voraussetzungen hinterbliebene Ehepartner oder Kinder einen gesetzlichen Anspruch darauf haben.

Folgende gesetzliche Hinterbliebenenrenten werden in der Broschüre eingehend beschrieben: große und kleine Witwen-/Witwerrente, Voll- und Halbwaisenrente oder auch die Erziehungsrente.

Die große oder kleine Witwen-/ Witwerrente

Unter anderem ist zu lesen, dass der verbliebene Ehepartner nur Anspruch auf die Witwen-/Witwerrente hat, wenn der gesetzlich rentenversicherte Verstorbene die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat, bereits eine Rente bezog oder durch einen Arbeitsunfall tödlich verunglückte. Zudem darf der Witwer oder die Witwe beziehungsweise der eingetragene Lebenspartner nach dem Tod des Ehegatten nicht wieder heiraten. Auch bei der Waisenrente muss der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit der gesetzlichen Rentenversicherung von fünf Jahren erfüllt haben.

Seit 1.1.2002 beträgt die große Witwen- oder Witwerrente 55 Prozent und die kleine Witwen- oder Witwerrente 25 Prozent der Versichertenrente des Verstorbenen. Für alle, die vor dem genannten Zeitpunkt geheiratet haben und ein Ehepartner vor dem 2.1.1962 geboren wurde, gilt noch die alte Regelung mit 60 Prozent. Die Versichertenrente entspricht dem Rentenanspruch, den der verstorbene Versicherte in Höhe einer vollen Erwerbsminderung zum Zeitpunkt des Todes gehabt hätte, oder der Altersrente, die er bereits bezog.

Eine große Witwen- und Witwerrente erhält dabei nur der überlebende Ehegatte, der je nach Todesjahr des Versicherten entweder das 45. bis 47. Lebensjahr vollendet hat, vermindert erwerbsfähig ist oder ein Kind, das nicht älter als 18 Jahre oder behindert ist, erzieht. Alle, die die genannten Voraussetzungen für eine große Witwen- und Witwerrente nicht haben, bekommen eine kleine Witwen- und Witwerrente. Letztgenannte wird jedoch längstens für 24 Monate nach dem Tod des Versicherten gewährt.

Die Waisenrente und die weitgehend unbekannte Erziehungsrente

Wenig in der Öffentlichkeit bekannt ist die sogenannte Erziehungsrente. Anspruch darauf haben nur selbst gesetzlich Rentenversicherte, deren Ehe nach dem 30.6.1977 geschieden wurde und deren geschiedener Ehepartner verstorben ist, wenn sie ein minderjähriges Kind erziehen. Außerdem darf der Anspruchssteller nicht wieder geheiratet haben und muss bis zum Tode des geschiedenen Ehepartners die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorweisen können. Die Erziehungsrente entspricht der Höhe nach der vollen Erwerbsminderungsrente.

Eine Waisenrente bekommen hinterbliebene Kinder, die unter 18 Jahre alt sind oder aufgrund einer Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt aufkommen können. Für Kinder, die noch in einer Schul- oder Berufsausbildung stehen, gilt eine Altershöchstgrenze von maximal 27 Jahren. Zudem muss der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben.

Grundsätzlich beträgt die Höhe der Vollwaisenrente 20 Prozent beziehungsweise der Halbwaisenrente zehn Prozent der Versichertenrente, die dem verstorbenen Elternteil zum Zeitpunkt des Todes zugestanden hätte. Zusätzlich sind noch Zuschläge möglich, die von der Anzahl der rentenrechtlichen Zeiten des oder der Verstorbenen abhängen.

Mit welcher Rentenzahlung zu rechnen ist

Neben den genannten Informationen gibt die Broschüre auch Hinweise über die Ermittlung der Rentenhöhe, sowie weitere Informationen zum Thema Hinterbliebenenrente. Beispielsweise wird beschrieben, inwieweit ein Einkommen auf die Hinterbliebenenrente angerechnet wird, was für geschiedene Ehepartner gilt, und inwieweit eine Rentenzahlung auch ins Ausland erfolgt. Die Broschüre steht kostenlos im Webauftritt der DRV als PDF-Datei zum Herunterladen bereit oder kann als Printversion bestellt werden.

Wer eine persönliche Beratung vorzieht und genau wissen möchte, wie hoch die individuelle Absicherung der Hinterbliebenen konkret ist und ob eine Versorgungslücke besteht, kann sich an einen Versicherungsvermittler wenden. Dieser errechnet nicht nur die gesetzlichen Rentenansprüche, sondern kann in einer ausführlichen Analyse auch die Einkommen, die nach dem Ableben bestehen bleiben würden, wie mögliche Mieteinkünfte und/oder Kapitalanlagen, mitberücksichtigen.

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