Was in 25 Jahren die gesetzliche Rente noch wert ist

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(verpd) Ein Forschungsinstitut hat untersucht, wie die individuelle Versorgung im Alter durch die gesetzliche Rentenversicherung in 25 Jahren aussieht. Unter anderem wurden die Berufe, Regionen und die dort jeweils herrschende Kaufkraft für die Studie herangezogen. Ein Ergebnis ist, dass das Rentenniveau weiter sinken wird.

Wie entwickelt sich die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) bis zum Jahr 2040 – und was kann die tragende Säule der Altersvorsorge dann noch leisten? Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat das Forschungsinstitut Prognos AG in der Studie „Rentenperspektive 2040“ versucht, hierauf eine möglichst präzise Antwort zu geben.

„Das Brutto-Rentenniveau, die Standardrente nach 47 Beitragsjahren, gemessen am jeweiligen Durchschnittsentgelt, wird bis 2040 um sieben Prozentpunkte zurückgehen“, ist in der Studie zu lesen. Zudem könnte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente bis 2040 auf 24 Prozent – aktuell liegt er bei 18,7 Prozent – steigen.

Rentenniveau wird weiter sinken

Konkret wird nach Einschätzung der Forscher das Brutto-Rentenniveau in 25 Jahren voraussichtlich auf 39 Prozent absinken. Derzeit liegt der Wert noch bei rund 46 Prozent. Das Brutto-Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Altersrente eines Eckrentners vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben im Vergleich zum durchschnittlichen Bruttogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten.

Der Eckrentner ist eine fiktive Person, für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente berechnet. Der Modellrentner hat dazu die Regelaltersgrenze erreicht. Zudem hat er 45 Jahre oder künftig 47 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese einbezahlt.

Die Entwicklung der Renten wird, so der GDV, mit der Entwicklung der Löhne nicht schritthalten können. Somit werde die Rente bei einer anhaltend guten wirtschaftlichen Entwicklung in 25 Jahren zwar zumindest betragsmäßig höher sein als derzeit, doch im Verhältnis zum bisher verdienten Einkommen wird sie im Vergleich zu den heutigen Rentenbeziehern deutlich niedriger ausfallen.

Es gibt keine Einheitsrente

Für die Studie wurden umfangreiche Basisdaten von der Deutschen Rentenversicherung Bund genutzt und regionale Aspekte wie Wirtschaftskraft, Arbeitsplatzrisiko und Kaufkraft berücksichtigt. Die Forscher entwickelten für die Untersuchung zudem für Frauen und Männer jeweils typisierte Erwerbsbiografien von einer Fachkraft, einem Spezialisten bis hin zum Akademiker, unter anderem für eine Verkäuferin mit zwei Kindern und einen Elektroinstallateur ohne Kind.

Die Modellrechnungen bezogen sich auf 1973 geborene Personen, da dieser Jahrgang nach heutigem Recht mit 67 Jahren in Rente gehen wird. „Die Altersrente ist ein Spiegelbild des gesamten Erwerbslebens und in der Höhe individuell, das heißt von Erwerbsbiografie zu Erwerbsbiografie verschieden. Eine Einheitsrente gibt es nicht. Der in der Statistik oft verwendete Eckrentner ist lediglich ein rechnerisches Konstrukt und sollte nicht mit einem durchschnittlichen deutschen Rentner gleichgesetzt werden“, heißt es in der Studie.

Schon heute gibt es Unterschiede in Einkommensentwicklung, Rentenhöhe und Kaufkraft in den 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten. Wie hoch die Rente tatsächlich ausfällt und wie viel sie wert ist, hänge demnach auch in Zukunft neben den genannten Faktoren maßgeblich vom Wohnsitz des Rentners ab, wie die Studie verdeutlicht. Schaut man auf die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge, dann zeigt die Landkarte schon für 2014 ein klares Bild: Das „Rentnerparadies“ liegt aktuell tendenziell in den neuen Bundesländern.

Ost-West-Unterschied bei der Rentenhöhe

In Ostdeutschland ist die durchschnittliche Rentenhöhe pro Rentenbezieher und die Rentenkaufkraft laut Studie nicht nur höher, sondern auch gleichmäßiger verteilt. Pro Rentenbezieher und Rentenbezieherin liegen im Osten die monatlich ausbezahlten Renten im Durchschnitt bei 900 € oder mehr, diesen Wert erreichen nur wenige Regionen in den alten Bundesländern. Im Durchschnitt werden in Ostdeutschland 1.020 € monatliche Rente pro Rentenbezieher gezahlt, in Westdeutschland 833 €.

Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert in den Regionen in Ostdeutschland liegt bei 228 €, in Westdeutschland sind es jedoch 403 €. Das liege vor allem auch daran, dass zu DDR-Zeiten im Vergleich zu Westdeutschland dort mehr Frauen berufstätig waren und die betreffenden Rentenbezieherinnen daher mehr Rente bekommen als ihre Altersgenossinnen in den alten Bundesländern.

Diese Verteilung wird sich laut Studie ändern. Da Wirtschaft und Einkommen sich im Süden Deutschlands stärker entwickeln, werden dort auch die Renten höher ausfallen. Allerdings wird die Kaufkraft der Rentner durch ein hohes Preisniveau in den Ballungsräumen deutlich gedämpft. Der beste Mix aus Rentenhöhe und Kaufkraft dürfte sich der Studie zufolge 2040 etwa im Bayerischen Wald finden lassen.

Ohne Vorsorge kann der Lebensstandard nicht gehalten werden

Laut GDV können im Jahr 2040 voraussichtlich Rentner in Bayern nahe der tschechischen Grenze überdurchschnittlich gut leben, weil diese Region wirtschaftlich wächst und gleichzeitig niedrige Lebenshaltungskosten bietet. Wie die Modellrechnungen zeigen, hätte dann ein Installateur aus der bayerischen Stadt Hof an der Grenze zu Tschechien eine um 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft als ein Installateur aus München. In der vergleichsweise teuren Landeshauptstadt sei nämlich der Renteneuro künftig knapp ein Viertel weniger wert als im Bundesdurchschnitt.

Liegt hier dann wirklich das neue „Rentnerparadies“? Ohne Zusatzvorsorge wird sich wohl niemand – wo auch immer – im Rentenparadies wiederfinden, wie sich aus den Studienergebnissen ableiten lässt. Grundsätzlich hängt die Höhe der gesetzlichen Rente vom sozialversicherungspflichtigen Einkommen sowie der individuellen Erwerbsbiografie ab. Wer beispielsweise weniger verdient oder länger seine Erwerbstätigkeit zum Beispiel wegen Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder Krankheit unterbricht, bekommt auch weniger Rente.

Lebt man dann noch in einer Region mit einem hohen Preisniveau, beispielsweise mit hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten, wie sie in vielen Metropolen wie München oder Hamburg anzutreffen sind, wird es schwierig, seinen bisherigen Lebensstandard alleine mit der gesetzlichen Rente halten zu können. Daher sollten Erwerbstätige schon frühzeitig eine entsprechende Vorsorge beispielsweise in Form einer privaten, zum Teil auch staatlich geförderten Altersvorsorge treffen.

Welche Formen der staatlichen Altersvorsorge für Sie infrage kommen, lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke: Zusätzliche Altersvorsorge für 50plus.

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