Warum das österreichische Rentensystem besser ist

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(verpd) Wissenschaftler haben vor Kurzem eine Studie vorgestellt, die die Alterungssicherungs-Systeme Deutschlands und Österreichs gegenüberstellt. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 15 Jahre, dann zeigt sich demnach, dass die Rentenperspektiven für die Menschen in Österreich deutlich günstiger sind als in Deutschland.

Ein Team deutscher und österreichischer Wissenschaftler hat jüngst eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung präsentiert, die die Alterungssicherungs-Systeme in Deutschland und Österreich gegenüberstellt und Stärken und Schwächen herausarbeitet. Zwar sind sich die beiden Nachbarländer sozial, wirtschaftlich und politisch sehr ähnlich, doch sind sie bei den Reformen ihrer Rentensysteme ganz unterschiedliche Wege gegangen.

Österreich habe nach wie vor weitgehend auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) – in Österreich wird die GRV als gesetzliche Pensionsversicherung bezeichnet – gesetzt. Dagegen wurde in Deutschland das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung, die erste Säule des Drei-Säulen-Systems zur Alterssicherung in Deutschland, deutlich reduziert, um die Beiträge zu stabilisieren. Dabei hätten die deutlich höheren Beiträge zur GRV in Österreich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nicht geschadet.

Klarer Sieger

Einen wichtigen Grund für das schwächere Abscheiden des deutschen Alterssicherungs-Systems sehen die Autoren darin, dass sich die Erwartungen, die mit dem schrittweisen Einstieg zur Jahrtausendwende in die ergänzende kapitalgedeckte Altersversorgung verbunden gewesen seien, nicht erfüllt hätten. Die staatlich geförderte zweite Säule (betriebliche Altersversorgung) und die ebenfalls geförderte private dritte Säule (Riester-Rente) hätten die Reduzierungen in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausgleichen können.

So hätten im Jahr 2013 in Deutschland langjährig rentenversicherte Männer (mindestens 35 Jahre) und besonders langjährig versicherte Männer (mindestens 45 Jahre), die neu in Rente gegangen seien, im Durchschnitt eine monatliche Altersrente von 1.050 € bezogen. In Österreich sei ein vergleichbarer Neurentner dagegen auf eine Monatsrente von 1.560 € gekommen – und das im Gegensatz zu Deutschland mit 14 Auszahlungen im Jahr. Dies resultiere aus den deutlich höheren Beiträgen zur gesetzlichen Pensionsversicherung in Österreich.

In Österreich liegt der Beitragssatz für Arbeiter, Angestellte und Freie Dienstnehmer seit dem Jahr 1988 unverändert bei 22,8 Prozent – 12,55 Prozent tragen Dienstgeber und 10,25 Prozent Dienstnehmer. In Deutschland waren die Beiträge zuletzt im Jahr 2015 auf 18,7 Prozent – jeweils 9,38 Prozent zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – weiter abgesenkt worden. Wer allerdings in Deutschland die Riester-Rente mit einem Beitragsanteil von vier Prozent voll ausschöpft, kommt auf einen ähnlich hohen Gesamtbeitrag wie in Österreich.

Auch beim Rentenniveau schneidet Österreich deutlich besser ab

In der Studie wird auf neue Projektionen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwiesen, nach denen das Rentenniveau zwischen den beiden Nachbarländern deutliche Unterschiede aufweist. Das Rentenniveau wird dabei als Verhältnis der Rente eines Standardrentners zum mittleren Einkommen dargestellt. Für Österreich weist die OECD ein zukünftiges Rentenniveau von 78,0 Prozent (brutto, vor Steuern und Sozialabgaben) und netto von 91,6 Prozent aus.

Der vergleichbare deutsche Rentner kann danach nur 37,5 Prozent brutto und 50,0 Prozent netto erwarten. Den OECD-Berechnungen liegt ein Rentenalter von 65 Jahren nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zugrunde. In Deutschland, wo die Regelarbeitsgrenze langsam auf 67 Jahre aufwächst, wurde die abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre) unterstellt. Auch Geringverdiener sind nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler im österreichischen System merklich besser abgesichert.

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