Wann Rentner Einkommensteuer zahlen müssen

 - 

(verpd) Nach Angaben der Bundesregierung können zur Mitte des Jahres rund 21 Millionen Rentner in Deutschland mit einer Rentenerhöhung zwischen vier bis fünf Prozent rechnen. Für viele Rentner hat das aber auch den Nachteil, dass sie durch die höhere Rente stärker steuerlich belastet werden.

Übersteigt das Jahreseinkommen eines Rentners – inklusive der Altersrente – die gesetzlich festgelegten Freibeträge, muss Einkommensteuer er zahlen. Die Deutsche Rentenversicherung hat einen kostenlosen Ratgeber herausgebracht, der die Details zur Steuerpflicht für Rentner erklärt.

Hat ein Rentner ein zu versteuerndes Gesamteinkommen, das über dem Grundfreibetrag liegt, ist er einkommensteuerpflichtig. Der Grundfreibetrag soll sicherstellen, dass das zum Existenzminimum notwendige Einkommen nicht noch durch Steuern gemindert wird. 2014 betrug der jährliche Grundfreibetrag 8.354 €, 2158.472 € und für 2016 sind es 8.652 €.

Zu versteuerndes Einkommen bei Rentnern

Allerdings sind die Rentenbezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur zum Teil steuerpflichtig. Davon werden der individuelle steuerfreie Anteil der Rente, dessen Höhe sich nach dem Jahr des Renteneintritts bemisst, und bestimmte Ausgaben wie Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen sowie Ausgaben für hauhaltsnahe Dienstleistungen (z.B. Kosten für eine Haushaltshilfe oder Pflegekraft) und/oder Handwerkerkosten abgezogen.

Auch die sogenannten Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen reduzieren das zu versteuernde Einkommen. Dazu zählen unter anderem Beiträge zur gesetzlichen und/oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Unfall- und oder Haftpflichtversicherung, .

Wann ein Rentner steuerpflichtig wird und welcher Teil seiner Renten dann zu versteuern ist, erklärt die Broschüre „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Sie kann kostenlos im Webportal der DRV heruntergeladen werden. Unter anderem wird hier die seit 2005 geltende nachgelagerte Besteuerung beschrieben.

Gesetzliche Rente anteilig steuerpflichtig

Seit dem Jahr 2005 unterlagen 50 Prozent der gesetzlichen Renteneinkünfte der Besteuerung. Vorher waren es bei Rentenbeginn mit 65 jahren lediglich 18 Prozent. Seit dem Jahr 2006 stieg und steigt der Anteil der Rente, der einer Besteuerung unterliegt, bis zum Jahr 2020 jährlich um jeweils zwei Prozentpunkte und danach bis zum Jahr 2040 um jeweils einen Prozentpunkt. Der Anteil der steuerfreien Rente ist somit abhängig vom Jahr des erstmaligen Rentenbezugs und gilt für die gesamte Rentenbezugszeit. Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt mit jeder Rentenerhöhung.

Wer beispielsweise 2006 erstmalig eine gesetzliche Rente erhielt, musste damals maximal 52 Prozent seiner Rente versteuern. Wer 2016 zum ersten Mal eine gesetzliche Rente erhält, hat einen Besteuerungsanteil von 72 Prozent.

Neurentner, die 2016 erstmalig eine Altersrente erhalten, müssen 28 Prozent der Rente nicht versteuern. Wer erstmalig 2040 oder danach eine gesetzliche Rente erhält, muss dann seine gesetzliche Rente komplett, also zu 100 Prozent versteuern.

Pauschalbeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben

Hat ein Rentner außer den Vorsorgeaufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung keine weiteren Ausgaben, wird ein Pauschalbetrag für Werbungskosten von 102 € und eine Sonderausgabenpauschale von 36 € steuerlich anerkannt.

Ein Rentner, der 2016 erstmalig in Rente geht und nur die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sowie die genannten Pauschalbeträge steuerlich geltend machen kann, muss bereits ab einem monatlichen Einkommen von knapp unter 1.200 € Steuern zahlen. Denn dann liegt das zu versteuernde Einkommen auch unter Berücksichtigung der Abzüge über dem Grundfreibetrag.

Bis zu welcher Bruttojahresrente im Einzelfall keine Steuern zu zahlen sind, hängt allerdings von diversen persönlichen Merkmalen und insbesondere vom zu versteuernden Gesamteinkommen ab, bei dem auch das Einkommen des noch nicht verrenteten Ehepartners oder des pensionierten Ehepartners mitzählt.

Wer sich seine Einkommensteuererklärung einfach machen möchte, sollte die SteuerSparErklärung nutzen, die es auch in einer speziellen Version für Rentner gibt.

Weitere News zum Thema

  • Hinterbliebenenrente: Die Probleme einer kurzen Ehedauer

    [] (verpd) Wenn ein Paar jahrelang unverheiratet zusammenlebt und erst dann heiratet, wenn bei einem Partner eine unheilbare Krankheit festgestellt wurde, müssen bei der Beantragung einer Hinterbliebenenrente gute Gründe vorgebracht werden, warum erst zu diesem Zeitpunkt geheiratet wurde. Gelingt dies nicht, gilt die Ein-Jahres-Frist. Dies hat der 21. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in einem Urteil entschieden (Az. L 27 R 135/16). mehr

  • Die Lebenserwartung steigt weiter

    [] (verpd) Im Jahr 2017 neugeborene Jungen haben eine statistische Lebenserwartung von 84 bis fast 90 Jahren, neugeborene Mädchen von 88 bis rund 93 Jahren. Dies zeigen die kürzlich vorgelegten Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). mehr

  • Immer mehr werden ein hohes Alter erreichen

    [] (verpd) Wie die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vor Kurzem bekannt gaben, wird aller Voraussicht nach ein hoher Anteil der Neugeborenen, aber auch der heute 25- oder 50-Jährigen, mindestens 85 Jahre alt werden. Hält der Trend der letzten Jahrzehnte bezüglich der Lebenserwartung an, werden von jeweils aktuell 100 neugeborenen Mädchen 28 und von 100 neugeborenen Jungen sieben 100 Jahre alt oder älter. mehr

  • Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

    [] (verpd) Die vor Kurzem veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass die durchschnittliche Altersrente letztes Jahr nicht einmal 860 Euro pro Monat betrug. Ein Großteil, unter anderem die Bezieher der Regelaltersrente und Frauen, bekamen im Durchschnitt sogar noch erheblich weniger. mehr

  • Hohe Skepsis beim Thema Alterseinkommen

    [] (verpd) Die meisten Bürger sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, um ihren Lebensstandard zu halten. Im Durchschnitt rechnen die Bürger damit, das sie nur knapp über die Hälfe ihres Einkommens, dass sie im Alter benötigen werden, auch tatsächlich zur Verfügung haben werden, wie aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage hervorgeht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.