Viele alleinstehende Rentner liegen an der Armutsgrenze

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(verpd) Die einkommensstärksten 20 Prozent der Rentner verfügen im Monat über das vierfache monatliche Einkommen wie die einkommensschwächsten Fünftel. Alleinstehende Männer, die zu den einkommensschwächsten 20 Prozent der Rentner gehören, haben dabei nur ein Nettoeinkommen knapp über 700 €. Frauen der gleichen Einkommensgruppe liegen darunter, wie aus einer Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf eine Kleine Anfrage einer Oppositionspartei hervorgeht.

Die gesamten monatlichen Einkommen des einkommensreichsten Fünftels (Quintil) der 65-Jährigen und noch Älteren liegen nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) etwa viermal so hoch wie die des einkommensschwächsten Fünftels. Dieses Verhältnis sei seit 2007 in etwa konstant geblieben, teilte das Ministerium in Beantwortung einer Kleinen Anfrage, die von einer Oppositionspartei gestellt wurde, mit.

So liegen die Nettobezüge eines alleinstehenden Rentners im unteren Fünftel mit 722 € im Monat unter der Armutsgrenze, die bei etwa knapp 750 € liegt. Das obere Fünftel verfügt dagegen über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.933 €. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei einem Monatsnettoeinkommen von 1.560 €. Bei der Einkommensberechnung wurden alle Einkommensarten, wie gesetzliche Renten, Mieteinnahmen, Erwerbseinkünfte und Leistungen aus einer privater Vorsorge berücksichtigt.

Große Einkommensschere bei Rentnern

Wie aus der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMAS Hans-Joachim Fuchtel weiter hervorgeht, lag das monatliche Nettoeinkommen im unteren Fünftel bei alleinstehenden Männer bei 722 € und bei alleinstehenden Frauen bei lediglich 657 €.

Die alleinstehenden Männer, die zur Gruppe der 20 Prozent einkommensstärksten Rentner gehörten, hatten ein monatliches Nettoeinkommen von 2.933 € und die Frauen in dieser Kategorie von 2.215 €.

Am Jahresende 2011 bezogen 277.773 Frauen und 158.437 Männer Grundsicherung im Alter. Dies entspricht rund 2,6 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe.

Ein Fünftel der Rentner-Ehepaare hat nur 1.206 € monatliches Nettoeinkommen

Betrachtet man Rentner-Ehepaare, so ergibt sich für sie im Durchschnitt ein monatliches Nettoeinkommen von 2.433 €. Das Bruttoeinkommen liegt bei 2.829 €, das sich aus Alterssicherungs-Leistungen über 2.215 € sowie weiteren Einkommensquellen wie Zinserträge, Miet- und Pachteinnahmen und/oder Einkommen aus Nebentätigkeit errechnet.

Aber auch hier sind die Einkommensunterschiede erheblich. Die unteren 20 Prozent der Rentner-Ehepaare beziehen im Durchschnitt ein Nettoeinkommen von 1.206 € im Monat. Die oberen 20 Prozent verfügen über ein Nettoeinkommen von 4.637 € im Monat.

In den alten Bundesländern ist die Spreizung bei Rentner-Ehepaaren noch höher. Das untere Fünftel kommt auf ein Nettoeinkommen von 1.175 €, beim obersten Fünftel sind es 4.966 €. In den neuen Bundesländern erreichen die vergleichbaren Nettoeinkommen 1.317 € beziehungsweise 3.016 €.

Rentnerinnen erhalten nur 78 Prozent der Durchschnittsrente

Unter Hinweis auf den Alterssicherungsbericht 2012 (Bundestagdrucksache 17/11741) wurde bei der Beantwortung der Anfrage vom BMAS auch auf die nach wie vor bestehenden großen Einkommensunterschiede bei Männern und Frauen hingewiesen. Im untersten Einkommenszehntel seien Frauen überdurchschnittlich repräsentiert. Während Männer im Rentenalter über 128 Prozent des Durchschnittseinkommens aller Personen verfügten, kämen Frauen auf lediglich 78 Prozent. Auch ehemals Selbstständige hätten auffällig oft niedrige Einkommen.

Wie die Zahlen belegen, bleibt Frauen, aber auch Männern im Alter oftmals nicht viel, um ihren bisherigen Lebensstandard halten zu können.

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