Stress muss nicht sein

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(verpd) Ständiger Stress kann zahlreiche Leiden verursachen: Muskelschmerzen, Konzentrations-Schwierigkeiten, Herz-Kreislauf- sowie Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Gedächtnisprobleme, häufige Infektionen, Gereiztheit, Depressionen bis hin zum Burnout-Syndrom. Daher ist es wichtig, dass jeder Arbeitnehmer weiß, wie er eine ständige Überforderung verhindern kann.

Stress kann jeden treffen, vom Schüler bis zum Topmanager, und er tritt in allen Lebenslagen auf. Doch gerade im Berufsleben ist das Stressrisiko sehr hoch.

Nach einer vor Kurzem veröffentlichten Studie, die mittels einer Befragung von über 6.000 Arbeitnehmern im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds erstellt wurde, fühlen sich mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland bei der Arbeit gehetzt. 63 Prozent gaben an, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten müssen.

Wenn der Job einen nicht zur Ruhe kommen lässt

Zwei Drittel aller Beschäftigten arbeiten laut Befragung stets länger, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ist. Jeder Fünfte leistet nach eigenen Abgaben sogar zehn oder mehr Überstunden pro Woche. Mehr als ein Viertel der Befragten erklärten, dass sie häufig auch außerhalb der Arbeitszeit beruflich erreichbar sein müssen.

15 Prozent arbeiten nach eigenen Angaben sogar sehr häufig oder oft auch unbezahlt in ihrer Freizeit. Fast die Hälfte der Arbeitnehmer gaben an, im letzten Jahr mindestens zweimal ihrer Berufstätigkeit nachgegangen zu sein, obwohl sie sich „richtig krank“ gefühlt haben. Bei den Beschäftigten, die sich bei der Arbeit sehr häufig gehetzt fühlen, liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent.

Mehr als jeder Dritte, konkret 37 Prozent der Befragten, gaben an, auch zu Hause an Schwierigkeiten bei der Arbeit denken zu müssen. Bei den Beschäftigten, von denen erwartet wird, dass sie auch außerhalb der normalen Arbeitszeit erreichbar sind, waren es sogar 59 Prozent.

Freizeit dient der Ruhe und Entspannung

Das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) beschäftigt sich auch mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Die Initiative des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird, hat dazu den 40-seitigen Ratgeber „Kein Stress mit dem Stress“ vor Kurzem herausgegeben. Dieser ist kostenlos auf den Webseiten des DNBGF herunterladbar oder kann auch in Papierform bestellt werden.

Unter anderem raten die Gesundheitsexperten gestressten Arbeitnehmern dazu, Dinge zu ändern, die sie auch ändern können. Bereits Kleinigkeiten wie den Schreibtisch aufräumen oder das zeitnahe und sinnvolle Sortieren von E-Mails erleichtern oftmals den Arbeitsalltag.

Ein wichtiges Ziel, das man sich und anderen setzen sollte, ist das Loslassen von Arbeitsproblemen am Ende der Arbeitszeit. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, nicht noch berufliche Probleme nach der Arbeit mit Kollegen, Freunden oder der Familie zu wälzen. Zudem sollte man darauf achten, dass Überstunden oder außerordentliche Bereitschaftsdienste nicht zur regelmäßigen Routine werden. Denn nur wer sich richtig erholen kann und gut schläft, ist am nächsten Tag wieder fit für die Arbeit.

Gegen Stress hilft Acem-Meditation

Eine äußerst wirksame Entspannungsmethode und Prophylaxe gegen Stress und Burnout stellt die Acem-Meditation dar. Diese von skandinavischen Ärzten und Psychologen entwickelte Meditationsmethode gibt eine tiefe Entspannung und baut Stress ab. Acem-Meditation hat sich als hilfreich bei der Linderung von Kopf- und Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und anderen Spannungssymptomen erwiesen. Auf lange Sicht hilft die Methode dem Meditierenden, sein Unbewusstes, sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen und mehr Energie für Familie und Beruf zu haben. Bei der Acem-Meditation handelt es sich um eine von Fremdeinflüssen unabhängige Methode, die frei von jeglicher religiösen Bindung gelehrt wird (www.acem-deutschland.de).

Die richtige Erwartungshaltung

Die eigene Erwartungshaltung an den Beruf sollte realistisch sein. Eine stetige Überforderung und ständige Enttäuschungen sind für diejenigen, die zu viel von sich selbst verlangen, vorprogrammiert. Daher ist es wichtig sich bei der Zielsetzung daran zu orientieren, welche Ergebnisse man selbst oder die Kollegen bei der Arbeit in der vorgegebenen Zeit oder in einer ähnlichen Situation auch tatsächlich erreichen kann.

Eine vernünftige Organisation des Arbeitsalltages vermeidet Stress. Wenn es zeitlich eng wird, wissen viele nämlich nicht mehr, was sie sinnvollerweise als Nächstes abarbeiten sollten und übernehmen das, was gerade auf sie zukommt, egal ob dies unbedingt sofort notwendig gewesen wäre. Manches Wichtige bleibt dann unerledigt, was zusätzlichen Stress verursacht. Daher ist es wichtig, sich Prioritäten zu setzen, was am Tag tatsächlich erledigt werden muss.

Je mehr man bei der Arbeit unter Druck steht, desto geringer sind die Chancen, die gesteckten Aufgaben auch wirklich zu schaffen. Gesundheitsexperten empfehlen daher, sich grundsätzlich Zeit zu nehmen und Abstand zu gewinnen, egal wie gestresst man sich fühlt, um die jeweilige Situation aus verschiedenen Perspektiven zu beurteilen und dann ein effektives Vorgehen planen zu können. Wichtig ist es auch, „Nein“ sagen zu können, damit man in Stresssituationen nicht noch mit zusätzlichen Arbeiten behelligt wird.

Miteinander statt gegeneinander

Keiner sollte Angst davor haben, mit Kollegen zu sprechen oder nach Hilfe zu fragen, denn das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der Beweis für eine gute Teamarbeit. Wird ein Arbeitnehmer durch die ständige Überlastung krank, müssen zum einen die Kollegen seine Arbeit mit übernehmen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass derjenige, der ständig 120 Prozent Leistung bringt, schnell von den Personal-Verantwortlichen als Maßstab für die Kollegen genommen wird, die dann ebenfalls die gleiche Leistung bringen sollten.

Bewusste Pausen und Entspannungsübungen beispielsweise mithilfe eines kurzen Spaziergangs oder nur ein paar tiefe Atemzüge sorgen für mehr Ruhe und einen klaren Kopf. Wer statt dessen versucht sich mit Alkohol, Nikotin oder Essen zu beruhigen, muss auf Dauer mit gesundheitlichen Schäden rechnen.

Es ist zudem auf keinen Fall ratsam zu versuchen, sich bei ständigem Stress mit frei verkäuflichen Medikamenten dauerhaft fit zu halten. Wer sich über längere Zeit gestresst fühlt und keine Aussicht auf Besserung sieht, sollte sich einem Arzt anvertrauen, um mögliche stressbedingte Erkrankungen zu verhindern.

Wenn nichts mehr geht

Ein Burnout kann nämlich sogar bis zum vollständigen Verlust der Erwerbsfähigkeit führen. Wie aus einer Studie der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, wurden im Jahre 2010 über 71.000 Männer und Frauen wegen psychischer Störungen vor Erreichen des eigentlichen Rentenalters frühzeitig in den Ruhestand geschickt. Das sind knapp 40 Prozent der Personen, die in 2010 eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekommen haben.

Durchschnittlich betrug die Rente im Jahr 2010 wegen teilweiser Erwerbsminderung, also für gesetzlich Rentenversicherte, die nur zwischen drei und unter sechs Stunden irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen konnten, 359 € monatlich. Die volle Erwerbsminderungsrente, die man erhält, wenn man unter anderem nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, belief sich auf 640 € im Monat.

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