Steigende Diskrepanz zwischen Einkommen und Renten

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(verpd) Der Rentenversicherungs-Bericht 2012 der Bundesregierung zeigt, dass das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung im Vergleich zum Durchschnittsverdienst in den nächsten 13 Jahren deutlich sinken wird. Eine zusätzliche Vorsorge des Einzelnen ist daher unumgänglich, damit er seinen bisherigen Lebensstandard halten kann.

Die Bundesregierung muss gemäß Paragraf 154 Abs. 1 und 3 SGB VI (Sechstes Sozialgesetzbuch) den gesetzgebenden Körperschaften wie dem Deutschen Bundestag und den Landesparlamenten jährlich einen Rentenversicherungs-Bericht vorlegen.

Der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aktuell veröffentlichte Rentenversicherungs-Bericht 2012 enthält wie in den Vorjahren Modellrechnungen zur Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Jahr 2026.

Steigender Beitragssatz

Zudem wurden Berechnungen über den zur Aufrechterhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsrücklage erforderlichen Rentenversicherungs-Beitragssatz angestellt. Demnach wird der Beitragssatz für die Allgemeine Rentenversicherung von 18,9 Prozent in diesem Jahr bis auf 20,9 Prozent im Jahr 2026 ansteigen.

Nach Angaben des Berichts wurden von der gesetzlichen Rentenversicherung am 1.7.2011 knapp 24,9 Millionen Renten an rund 20,5 Millionen Rentner gezahlt, was einer Zunahme von knapp 44.000 Renten beziehungsweise 42.000 Rentnern im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Bei 77 Prozent der gezahlten Renten handelte es sich um Versichertenrenten, also Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und wegen Alters, ohne Erziehungsrenten. Die Zunahme des Rentenbestandes um knapp 44.000 wird im Rentenversicherungs-Bericht durch das Anwachsen des Versichertenrenten-Bestandes um rund 64.000 und den Rückgang des Hinterbliebenen-Rentenbestandes um circa 21.000 begründet.

Rentenhöhe nimmt zu, aber Sicherungsniveau fällt

Nach den Modellrechnungen, die dem Rentenversicherungs-Bericht 2012 zugrunde liegen, wird erwartet, dass die durchschnittliche Rentenhöhe eines Standardrentners von 1.276 € in diesem Jahr auf 1.715 € im Jahr 2026 ansteigt, was eine Zunahme von insgesamt rund 34 Prozent ist.

Standardrentner

Der Standardrentner ist eine fiktive Person, für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente, abzüglich des durchschnittlichen Beitragsanteils zur Kranken- und sozialen Pflegeversicherung, berechnet.

Er hat dazu die Regelaltersgrenze erreicht. Zudem hat er 45 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese einbezahlt.

Allerdings reicht diese Steigerung nach Berichtsangaben nicht dafür aus, dass auch das Sicherungsniveau auf dem heutigen Stand bleibt. Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das prozentuale Verhältnis zwischen der Rente eines Standardrentners und dem jeweils aktuellen Durchschnittseinkommen abzüglich der Arbeitnehmer-Sozialbeiträge eines rentenversicherungs-pflichtigen Arbeitnehmers ohne Steuerabzug an.

Es wird damit gerechnet, dass das Sicherungsniveau vor Steuern von 49,6 Prozent im Jahr 2012 auf 48,9 im laufenden Jahr bis hin zu 46,0 Prozent im Jahr 2026 absinken wird.

Private Vorsorge ist notwendig

Im vom Bundeskabinett verabschiedeten Rentenversicherungs-Bericht 2012 ist zu lesen: „Die aus Gründen der Generationen-Gerechtigkeit erforderliche Absenkung des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass die gesetzliche Rente zwar auch zukünftig die zentrale Säule der Altersversorgung bleiben wird, aber alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. In Zukunft wird der erworbene Lebensstandard nur erhalten bleiben, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen.“

Wie der Bericht zeigt, ist neben der gesetzlichen Absicherung also auch eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Doch um eine entsprechende Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird.

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