Staatliche Sofortrente lohnt sich besonders

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Die Wirtschaftswoche (WiWo) bringt in ihrer Ausgabe vom 3.11.2014 auf den Seiten 92 bis 100 einen längeren Beitrag über Lebens- und Rentenversicherungen und geht dabei vier Originalfälle durch.

Ein 62-jähriger Privatier aus Mühlacker bei Pforzheim ist happy mit seiner Sofortrente. Der ehemalige Selbstständige hat im Februar 2014 bei der Alten Leipziger auf einen Schlag 150.000 € eingezahlt und erhält nun Monat für Monat eine garantierte Privatrente in Höhe von 540 €.

Da rechnen wir doch gleich mal nach: Die garantierte Jahresrente von 6.480 € macht gerade einmal 4,32 % des Einmalbeitrags aus. Mit 85 Jahren hätte der Privatier dann seinen Einmalbeitrag garantiert zurück, wenn er dann noch am Leben ist. Wir wären an seiner Stelle nicht so happy.

Und auch seine Worte klingen für uns wenig überzeugend: Meine Versicherung ist meine Wette auf ein langes Leben. Das Butterbrot muss sicher sein, nun kann ich mich um die Marmelade kümmern. Nachsatz der WiWo: Das Butterbrot sind die regelmäßigen Zahlungen, die Marmelade sein Erspartes. Na ja, wenn man mit einem regelmäßigen Butterbrot und einer ersparten Marmelade zufrieden ist .... (man beachte den hochwissenschaftlichen Schreibstil der WiWo).

Laut WiWo boomt das Geschäft mit Einmalbeiträgen. Im Jahr 2013 habe die Versicherungsbranche rund 25 Mrd. € eingesammelt, ein Plus von über 14 % gegenüber dem Vorjahr.

Die von der WiWo kolpierte garantierte Sofortrente für einen 62-Jährigen in Höhe von 4,32 % (reicht bis zum 85. Lebensjahr) bei der Alten Leipziger ist mit den 3,97 % für einen 60-Jährigen (reicht ebenfalls bis zum 85. Lebensjahr) bzw. 4,51 % für einen 65-Jährigen (reicht bis zum 87. Lebensjahr), beide mit 15-jähriger Rentengarantie bei der Europa, sehr gut vergleichbar und daher plausibel. Berauschend ist das aber nicht.

Deutsche Rentenversicherung schlägt private Konkurrenz

WiWo zitiert BdV-Präsident Axel Kleinlein (Versicherungsmathematiker) mit den Worten: Die staatliche Rente, die man je 10.000 investierten Euro herausbekommt, ist höher als bei einem privaten Versicherer. Kleinlein nennt dazu als Beispiel das Freikaufen von Rentenabschlägen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die gesetzliche Rente schlägt in der aktuellen Niedrigzinsphase die private Rente aus der privaten Rentenversicherung (PRV) und auch die steuerlich gleichgestaltete Rürup-Rente. Das gilt nicht nur für Einmalbeiträge zwecks Erhalt einer Sofortrente, sondern auch für freiwillige Beiträge über 5 bis 15 Jahre zwecks Erhalt einer späteren Rente.

Der Vorteil der gesetzlichen Rente besteht – ungerechterweise – insbesondere für privat krankenversicherte Beamte und spätere Pensionäre sowie für andere nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) pflichtversicherte und in der PKV versicherte Selbstständige und spätere Rentner.

Wenn aber auch in der GRV pflichtversicherte Arbeitnehmer die unbegrenzte Möglichkeit zur Zahlung von freiwilligen Beiträgen hätten, könnten auch diese trotz KVdR noch profitieren, sofern sie rentennah sind.

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