Sozialversicherung: Überschüsse schrumpfen

 - 

(verpd) Die Finanzentwicklung der deutschen Sozialsysteme ist in den ersten neun Monaten 2013 gegenüber dem Vorjahr um nahezu zehn Milliarden Euro geschrumpft. Dabei gab es eine ganze Reihe von Sondereinflüssen, die dafür gesorgt haben, dass per Ende September 2013 ein Finanzierungsdefizit von 4,0 Milliarden Euro entstand. Im Vorjahreszeitraum konnten die Sozialversicherungen noch Überschüsse in Höhe von plus 5,9 Milliarden Euro aufweisen.

Die Einnahmen in der Sozialversicherung stiegen zwischen Januar und September 2013 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent auf 394,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) vor Kurzem mitteilte. Die Ausgaben wuchsen zugleich aber um 3,1 Prozent auf 398,6 Milliarden Euro, was zu einem negativen Saldo von rund vier Milliarden Euro führte.

Destatis wies darauf hin, dass wegen der starken unterjährigen Schwankungen für das Gesamtjahr keine Prognose abgegeben werden könne. Die Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die gesetzliche Rentenversicherung und die knappschaftliche Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte, die soziale Pflegeversicherung sowie die gesetzliche Arbeitslosen-Versicherung.

Rentenversicherung mit 2,6 Milliarden Euro im Defizit

In der gesetzlichen Rentenversicherung wirkte sich insbesondere die Beitragsabsenkung zu Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent aus. Dank der guten Beschäftigungslage konnte dennoch eine Einnahmenverbesserung um 0,1 Prozent auf 190,6 Milliarden Euro erzielt werden.

Auf der Ausgabenseite ergab sich ein Zuwachs von 1,7 Prozent auf 193,2 Milliarden Euro. Das so entstandene Finanzierungsdefizit über 2,6 Milliarden Euro wurde den Angaben zufolge durch eine entsprechende Entnahme aus der Nachhaltigkeitsrücklage ausgeglichen. Im Vorjahr war noch ein Überschuss von 0,4 Milliarden Euro erzielt worden.

Staatliche Eingriffe drücken Krankenversicherung ins Minus

Die meisten Sondereinflüsse hatte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu verkraften. Trotz Kürzung des Bundeszuschusses in den Gesundheitsfonds konnte die GKV die Einnahmen um 1,5 Prozent auf 145,7 Milliarden Euro steigern.

Auf der Ausgabenseite führten zum einen der Wegfall der Praxisgebühr zu Jahresbeginn (die Praxisgebühr wurde mit der Gesamtvergütung der Ärzte verrechnet) sowie gesetzlich beschlossene Mehrausgaben für Krankenhäuser und den Apothekennotdienst dazu, dass die Ausgaben um 5,1 Prozent auf 146,8 Milliarden Euro kräftig anstiegen.

Im Ergebnis ergab sich per Ende September ein Finanzierungsdefizit von 1,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte sich noch ein Finanzierungsüberschuss von 4,0 Milliarden Euro ergeben. Wegen der Beitragserhöhung zu Jahresbeginn 2013 um 0,1 Prozentpunkte konnte die soziale Pflegeversicherung (SPV) als einzige Sozialversicherung einen kleinen Überschuss von rund 0,2 Milliarden Euro erwirtschaften.

Weitere News zum Thema

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

  • Damit die Rente kein Ratespiel wird

    [] (verpd) Nur wenige Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben eine klare Vorstellung davon, welche gesetzliche Altersrente ihnen später zur Verfügung stehen wird. Dagegen sind sich viele nicht sicher, ob ihr Alterseinkommen auch tatsächlich ausreicht, um ihren Lebensstandard zu halten, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. mehr

  • Wann für die Altersrente Einkommensteuer zu zahlen ist

    [] (verpd) Grundsätzlich müssen auch Rentner eine Einkommensteuer entrichten, wenn ihre Renteneinkünfte zusammen mit möglichen sonstige Einkommen, zum Beispiel aus Vermietungen oder Kapitaleinkünften, über einem bestimmten Betrag liegen. Eine kostenlose Broschüre der Deutschen Rentenversicherung erklärt die Details zur Steuerpflicht für Rentner. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.