Sorge um die Zukunft

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Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Die 30- bis 59-jährigen Deutschen sind im Großen und Ganzen mit ihrer Lebenssituation zufrieden, so das Ergebnis der mittlerweile fünften Auflage der Studie "Generation Mitte" des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). In einer repräsentativen Umfrage wurden im August 2017 für die Studie 1.053 Personen in der genannten Altersgruppe vom Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) befragt. Vier von fünf der 1.053 Befragten, konkret 79 Prozent, bezeichneten ihre Lebenssituation als "gut" oder "sehr gut", das sind vier Prozentpunkte mehr als noch in 2016. Die wirtschaftliche Lage hat sich für 34 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben verbessert, nur 17 Prozent finden sie schlechter als im Vorjahr.

Finanzielle Zukunftssorgen

"Dennoch ist die Generation Mitte materiell eine besorgte Generation", betonte GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler. Allerdings bezögen sich die Bedenken weniger auf die Gegenwart als auf die Zukunft. So fürchte die Hälfte der Befragten, im Alter nicht den jetzigen Lebensstandard halten zu können.

Die staatliche Rente sehen die meisten Befragten mit Skepsis. 34 Prozent denken, dass sie deutliche Abstriche an ihrem bisherigen Lebensstandard machen müssten, 14 Prozent sehen in ihr höchstens eine minimale Existenzabsicherung – und für neun Prozent würde es nicht einmal dafür reichen. Trotzdem hätten nur 37 Prozent so vorgesorgt, dass sie sich ausreichend fürs Alter abgesichert fühlen. "Viele Bürger finden offenbar keinen Ansatz für sich, dieses Problem zu lösen", so die Einschätzung von Wolfgang Weiler. 40 Prozent der Befragten planen in finanziellen Dingen weniger als fünf Jahre im Voraus.

Nur wenige wollen im Rentenalter noch beruflich tätig sein

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Bereitschaft, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter oder sogar darüber hinaus zu arbeiten, ist eher gering. 24 Prozent wollten zum normalen Zeitpunkt aussteigen, 29 Prozent sogar früher aufhören. Nur sieben Prozent könnten sich für eine Verlängerung ihres Arbeitsverhältnisses erwärmen. Aktuell gehen die Bürger hierzulande im Durchschnitt mit rund 64 Jahren in Rente und verbringen fast 21 Jahre, also etwa fast ein Viertel ihrer Lebenszeit, im Ruhestand. 1970 waren es gerade einmal zehn Jahre.

Dass man sich nicht alleine auf die gesetzliche Rente verlassen sollte, zeigt auch eine Aussage im Webauftritt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Hier ist zu lesen: "Das Durchschnittsalter unserer Bevölkerung steigt stetig. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung kommen immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentenempfänger. Um die jüngere Generation nicht zu überfordern, ist es deshalb unausweichlich, dass in Zukunft die Renten weniger stark steigen als bisher. Damit ist zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um auch im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können."

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