So niedrig ist die Erwerbsminderungsrente

 - 

(verpd) Ist ein gesetzlich Rentenversicherter aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr oder nur im eingeschränktem Maße fähig, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, bekommt er unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente. Insgesamt beziehen knapp 1,8 Millionen Betroffene derzeit eine Erwerbsminderungsrente. Trotz einer vollen Erwerbsminderung erhielten die Betroffenen letztes Jahr im Durchschnitt jedoch keine 750 Euro Erwerbsminderungsrente. In den meisten Fällen ist das zu wenig, um das durch die verminderte Erwerbsfähigkeit entgangene Einkommen zu kompensieren.

Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhält nur, wer die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Dazu muss der Betroffene zum Beispiel vor Eintritt der Erwerbsminderung wenigstens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen sein und davon mindestens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet haben. Bei Auszubildenden oder Arbeitnehmern, deren Erwerbsminderung die Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist, entfällt jedoch diese sogenannte Wartezeit.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt nicht nur vom bisherigen Einkommen, sondern auch vom Umfang der Erwerbsminderung ab. Eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt nur derjenige, der weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann. Wer aufgrund eines Leidens oder psychischer Störungen dauerhaft mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden arbeiten kann, hat, sofern er die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, Anspruch auf eine gesetzliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung.

Durchschnittlich unter 750 Euro Rente bei voller Erwerbsminderung

Wie einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung zu entnehmen ist, haben letztes Jahr insgesamt knapp 1,79 Millionen Bürger hierzulande eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erhalten.

Davon haben 1,67 Millionen eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und 101.000 wegen teilweiser Erwerbsminderung bezogen. Durchschnittlich betrug die 2015 ausbezahlte monatliche Rente bei einer teilweisen Erwerbsminderung 484 Euro und bei einer vollen Erwerbsminderung 748 Euro.

Noch niedriger war die Durchschnittsrente wegen Erwerbsminderung bei denjenigen, die 2015 erstmalig eine solche Rente zugesprochen bekamen. Von den über 174.000 Betroffenen erhielten rund 20.000 Personen eine durchschnittliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung in Höhe von 385 Euro. Mehr als 152.000 bekamen 2015 erstmalig eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Deren durchschnittliche Rentenhöhe betrug 711 Euro. Weitere Details zur Erwerbsminderungsrente bietet die kostenlos herunterladbare Broschüre des DRV „Erwerbsminderungsrente“.

Absicherungslücken sinnvoll schließen

Die Daten zeigen, dass die gesetzliche Rente im Falle einer teilweisen oder vollständigen Erwerbsunfähigkeit in der Regel für viele nicht reicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Zudem haben die meisten Selbstständigen, Hausfrauen und -männer sowie Kinder bis auf wenige Ausnahmen in der Regel keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Es gibt jedoch private Versicherungslösungen, die einen finanziellen Schutz gegen Einkommensausfälle aufgrund einer Erwerbsminderung bieten. Zu nennen sind hier die private Erwerbs- und/oder Berufsunfähigkeits-Versicherung.

Letztere leistet nicht nur, wenn der Versicherte ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist, sondern auch, wenn er aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit seinem erlernten oder ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kann. Dies ist insbesondere wichtig, da alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, im Falle einer reinen Berufsunfähigkeit – also wenn sie ihrem erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf nicht oder nur eingeschränkt nachgehen können – keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente haben.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.