Sabbatjahr: So verhindern Sie Rentenlücken

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Wer träumt nicht davon, mal für zwei Monate oder gar ein ganzes Jahr aus dem Beruf auszusteigen? Statt Büro lieber eine Weltreise oder endlich den lang gehegten Traum vom eigenen Buch erfüllen. Doch Vorsicht! Wer dabei seine Absicherung in der Sozialversicherung vergisst, kann später enttäuscht aus seinem Traum aufwachen.

Rentenversicherung

Wenn die Gesundheit auf Dauer nicht mehr mitspielt, zahlt die gesetzliche Rentenversicherung eine Rente wegen Erwerbsminderung. Diese Rente wird aber nur gezahlt, wenn man vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit (= fünf Jahre mit Einzahlungen) erfüllt hat und zusätzlich in den letzten fünf Jahren vor der Erwerbsminderung 36 Monate mit Pflichtbeiträgen (z.B. aufgrund eines Arbeitsverhältnisses, wegen Kindererziehung etc.) nachweisen kann. Im Extremfall kann man sich also 24 Monate Pause vom Arbeitsleben gönnen, doch dann müssen wieder Pflichtbeiträge eingezahlt werden, wenn man seinen Versicherungsschutz nicht riskieren will.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist es, dass man den Versicherungsschutz durch die Zahlung von freiwilligen Beiträgen weiterführen kann. Das ist nur noch für ältere Versicherte möglich, die bereits am 31.12.1983 die allgemeine Wartezeit erfüllt und seit dem 1.1.1984 jeden Monat lückenlos mit sogenannten Anwartschaftserhaltungszeiten belegt haben. Auf Anfrage prüft die Deutsche Rentenversicherung, ob diese Übergangsvorschriften erfüllt sind und ausnahmsweise der Versicherungsschutz doch mit freiwilligen Beiträgen fortgeführt werden kann. Für Versicherte, die nach 1962 geboren sind, dürfte diese Voraussetzung nicht mehr erfüllt sein.

Eine Auszeit kann negative Folgen für die Altersrente haben. Wer beabsichtigt, mit 65 Jahren abschlagsfrei in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte gehen zu wollen, muss die besondere Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben. Auf diese besondere Wartezeit von 45 Jahren werden lediglich Pflichtbeiträge und Kinderberücksichtigungszeiten angerechnet. Freiwillige Beiträge zählen hierbei, ebenso wie die Pflichtbeiträge aufgrund des Bezugs von Arbeitslosengeld nicht mit. Wer die 45 Jahre nicht erfüllt, muss bis zum Erreichen seiner Regelaltersgrenze arbeiten, um ohne Abschläge seine Regelaltersrente zu bekommen.

Wer nur kurze Auszeiten von maximal acht Wochen nehmen möchte, sollte das so geschickt legen, dass kein voller Kalendermonat Lücke dabei entsteht. Dabei gilt der Grundsatz: Teilweise belegte Monate sind volle Monate. Beispiel: Bei einer fünfwöchigen Auszeit vom 28.3.2011 bis zum 29.4.2011 fehlt später der Monat April bei der Anrechnung auf die verschiedenen Wartezeiten (= Mindestversicherungszeiten), weil der April nicht komplett belegt ist. Eine Auszeit vom 25.3.2011 bis zum 28.4.2011 hat dagegen keine negativen Folgen für die Wartezeit, weil hier der Arbeitnehmer am 29.4.2011 gearbeitet und somit Pflichtbeiträge in die Rentenkasse gezahlt hat.

Jede Auszeit hat negative Folgen für die spätere Höhe der Rente. Wie hoch die Einbuße ausfällt, hängt vom entgangenen Bruttolohn ab. Wenn ein Spitzenverdiener beispielsweise für ein Jahr aussetzt, so fehlen ihm rund 60,00 € bei der monatlichen Rente. Den individuellen Verlust kann man bei der Deutschen Rentenversicherung erfragen. Die Zahlung von freiwilligen Beiträgen zur Kompensation will gut überlegt sein. Zum einem schlagen freiwillige Beiträge monatlich mit 79,60 € und 1.094,50 € jährlich zu Buche, zum anderen könnten Wartezeiten noch auf anderem Weg erfüllt werden, z.B. durch Fortführung des Arbeitsverhältnisses.

Krankenversicherung

Sofern keine Mitversicherungsmöglichkeit über die kostenlose Familienversicherung über den Ehegatten besteht, kann man freiwillige Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Den Beitritt zur freiwilligen Versicherung muss man innerhalb von vier Wochen nach Ende der Pflichtmitgliedschaft erklären.

Für die über 55-jährigen privat Krankenversicherten gibt es keine Absicherungsmöglichkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie müssen ihren privaten Vertrag fortführen.

Plant man eine längere Auszeit im Ausland, benötigt man eine spezielle private Auslandskrankenversicherung, die über die üblichen Versicherungen hinausgeht, die man bislang für den Jahresurlaub im Ausland kennt. Das gilt auch für privat Krankenversicherte, da das Kleingedruckte meist nur einen Versicherungsschutz für maximal vier Wochen ausweist. Hier lohnt sich ein Vergleich der Anbieter und der Vertragsbedingungen.

Arbeitslosenversicherung

Wer eine Auszeit nimmt, ist nicht berechtigt, freiwillige Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Diese Versicherungsmöglichkeit richtet sich nur an Selbstständige und an Pflegepersonen. Der Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung besteht nur dann, wenn in einer Rahmenfrist von zwei Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate Beiträge gezahlt worden sind.

Die Auszeit sollte ein Jahr nicht überschreiten, wenn man seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht gefährden will.

Private Versicherung

Unabhängig von der Frage, ob private Versicherungen auch in der beruflichen Auszeit fortgeführt werden können, sollte jeweils geprüft werden, ob diese Versicherungen auch bei einem längeren Auslandsaufenthalt noch greifen. Je nach Ausgestaltung der Auszeit muss der Versicherungsschutz in jedem Fall überprüft und ggf. angepasst werden, z.B. Unfallversicherung, zusätzliche Absicherungen bei Krankheit und Berufsunfähigkeit.

Eine Auszeit von bis zu einem Jahr sollte nicht an den gesetzlichen Regelungen scheitern. Allerdings müssen individuelle Feinheiten beachtet werden. Eine persönliche und kostenlose Beratung durch die Träger der Sozialversicherung in der Planungsphase hilft, Klippen zu umschiffen.

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