Rentnerinnen brauchen Geduld und auf Kassenpatienten kommen höhere Beiträge zu

 - 

Die Ausdehnung der Kindererziehungszeiten ist zwar bereits beschlossen, doch über Höhe und Finanzierung der Mütterrente wird erst in dieser Woche entschieden. Deshalb ist die Auszahlung höherer Renten an Rentnerinnen mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, im Januar 2014 nicht zu erwarten.

Die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD wollen sich bis Ende November auf höhere Renten für Mütter einigen, die vor dem Jahr 1992 geborene Kinder erzogen haben. Doch die angehobenen Rentenleistungen könnten erst im Lauf des Jahres 2014 gezahlt werden.

Das geht laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus einem Positionspapier der "Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber" (BDA) hervor. "Administrativ ist die höhere Mütterrente zum 1.1.2014 nicht umsetzbar. Die Abarbeitung würde mehrerer Monate dauern", zitiert "Der Spiegel" aus dem Arbeitgeberpapier.

Begründet wird die Verzögerung mit dem "enormen Verwaltungsaufwand", der mit einem solchen Schritt verbunden wäre. Etwa neun Millionen Versicherungskonten müssten demnach kurzfristig umgestellt werden.

Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte im Bundestags-Wahlkampf mehrfach öffentlich betont, dass die höheren Renten für ältere Mütter bereits ab Anfang 2014 fließen sollten.

Die alternierende Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, mahnte dagegen bereits Ende Oktober, eine Neuregelung der Mütterrenten müsse wegen der "enormen Fallzahl" so ausgestaltet sein, dass sie relativ einfach umzusetzen sei. Geschehe das nicht, würden die Beitragszahler mit "erheblichen Verwaltungskosten" belastet. Die höheren Kindererziehungszeiten sollten so umgesetzt werden, dass die bestehenden Versicherungskonten nicht "komplett neu festgestellt werden müssen, sondern über eine Art Zuschlag zur laufenden Rente für ein Jahr Kindererziehung", forderte Buntenbach.

Krankenkassen: Zusatzbeitrag nicht mehr für alle Kassen einheitlich

Union und SPD wollen den Wettbewerb unter den Krankenkassen erhöhen. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen wieder unterschiedlich hohe prozentuale Beitragssätze erheben können. Der Beitragssatz soll bei 14,6 Prozent des Einkommens fixiert werden. Die Kassen können aber prozentuale Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen.

Derzeit liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bei 15,5 Prozent des Bruttogehalts, wovon die Arbeitgeber 7,3 Prozent und die Arbeitnehmer 8,2 Prozent bezahlen müssen. Der Arbeitgeberanteil soll weiterhin bei 7,3 Prozent liegen. Den Beitrag für die Arbeitnehmer können die Kassen bei Bedarf senken oder erhöhen. Er dürfte zunächst bei den meisten Kassen bei 8,2 Prozent bleiben. Doch ab 2016 erwarten Experten wegen steigender Gesundheitskosten bei vielen Kassen höhere Beitragssätze für die Arbeitnehmer.

Ein Sozialausgleich aus Steuermitteln ist nicht mehr vorgesehen. Durch die prozentuale Erhebung werden Geringverdiener automatisch geringer belastet als Normalverdiener. Alle Beitragseinnahmen sollen über den Gesundheitsfonds so ausgeglichen werden, dass Versicherer mit vielen Geringverdienern nicht schlechter gestellt sind als Versicherer mit wenigen Geringverdienern.

Pflegepflichtbeitrag erhöht

Der Beitragssatz zur gesetzlichen und privaten Pflegepflichtversicherung soll spätestens zum 1.1.2015 um 0,3 Prozentpunkte und später um weitere 0,2 Prozentpunkte erhöht werden.

In der Pflege gilt zurzeit ein Beitragssatz von 2,05 Prozent des Bruttogehalts, für Kinderlose von 2,3 Prozent. Die Erhöhung um 0,3 Punkte auf 2,35 Prozent bringt rund drei Milliarden Euro mehr ein. Mit zwei Milliarden sollen die Pflegeleistungen verbessert werden. Zudem soll ab 2015 die allgemeine Teuerung in den Leistungen ausgeglichen werden.

Rund eine Milliarde Euro pro Jahr sollen in einen neuen Pflegevorsorgefonds fließen. Diese Rücklage hatte die Union zur Deckung des steigenden Pflegebedarfs gefordert. Der Pflegevorsorgefonds soll von der Bundesbank verwaltet werden.

Quellen: "Der Spiegel", dpa-AFX

Weitere Informationen zu den Plänen der großen Koalition lesen Sie in folgenden Geldtipps-Beiträgen:

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Rentenbeginn flexibilisiert

    [] Am 1.1.2017 ist die Flexirenten-Reform in Kraft getreten. Sie soll dafür sorgen, dass künftig mehr Arbeitnehmer auch im (vorgezogenen) Ruhestand noch arbeiten oder sogar über die Regelaltersgrenze hinaus noch ihrem Betrieb erhalten bleiben. mehr

  • Worauf Rentner bei einem Wohnortwechsel achten sollten

    [] (verpd) Wer als Rentner den Wohnort dauerhaft wechselt und seine neue Postanschrift nicht dem für ihn zuständigen Rentenversicherungsträger mitteilt, muss damit rechnen, dass die Auszahlung seiner Altersbezüge eingestellt wird. Können nämlich Briefe des Rentenversicherungsträgers nicht zugestellt und die neue Adresse nicht ermittelt werden, wird die Rente nicht mehr überwiesen. mehr

  • So niedrig ist die Erwerbsminderungsrente

    [] (verpd) Ist ein gesetzlich Rentenversicherter aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr oder nur im eingeschränktem Maße fähig, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, bekommt er unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente. Insgesamt beziehen knapp 1,8 Millionen Betroffene derzeit eine Erwerbsminderungsrente. Trotz einer vollen Erwerbsminderung erhielten die Betroffenen letztes Jahr im Durchschnitt jedoch keine 750 Euro Erwerbsminderungsrente. In den meisten Fällen ist das zu wenig, um das durch die verminderte Erwerbsfähigkeit entgangene Einkommen zu kompensieren. mehr

  • Alterseinkommen ist mehr als die gesetzliche Rente

    [] (verpd) Vor Kurzem hat die Bundesregierung den jährlichen Rentenversicherungs- und den Alterssicherungsbericht veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das Haushaltseinkommen, worüber derzeit ein Rentner, der eine gesetzliche Rente bezieht, im Durchschnitt verfügt, zu 63 Prozent aus der gesetzlichen Rente besteht. Und dieser Anteil wird künftig noch weiter sinken. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.