Rentenversicherungsbericht 2015 heute im Bundeskabinett

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Der aktuelle Rentenversicherungsbericht enthält Prognosen zu den Rentensteigerungen und zur Riester-Rente bis zum Jahr 2029.

Die rund 20 Millionen Rentner können sich auch in den kommenden Jahren auf steigende Bezüge einstellen. Doch mit den Löhnen halten die Renten nicht Schritt. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht der Regierung hervor, der am heutigen Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden soll.

Der Bericht zeigt aus Sicht der SPD-Sozialexpertin Katja Mast, dass die Renten nachhaltig gesichert seien, wie die Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa sagte. Mast weist darauf hin, dass die gesetzliche Rente zusammen mit der Riester-Rente in den kommenden 15 Jahren kontinuierlich ein Versorgungsniveau von über 50 Prozent des Durchschnittsverdiensts gewährleisteten. Damit ist das Verhältnis der Rentenhöhe bei einem Standardrentner zum Arbeitsentgelt eines Durchschnittsverdieners gemeint. Ohne Riester-Rente liegt das Rentenniveau derzeit bei 47,5 Prozent des Durchschnittsverdiensts. Die Rentenlücke beträgt somit 52,5 % des Durchschnittsverdiensts.

Fragwürdig bleiben freilich die Annahmen, die dieser Prognose zugrunde liegen. Der Rentenversicherungsbericht geht davon aus, dass die maximale Riester-Förderung erzielt wird, dass die Vertriebs- und Verwaltungskosten der Riester-Rente lediglich 10 % der Beiträge betragen und dass die Nettorendite der verzinsten Riester-Beiträge bei 4 % p.a. liegt.

Zudem sollten Besserverdienter mit einem Bruttojahresverdienst über 35.000 € bedenken, dass ihre Rentenlücke weit größer ausfallen wird als die Rentenlücke eines Durchschnittsverdieners, weil die Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung dazu führt, dass auch die Rentenhöhe begrenzt wird.

Bundesministerin Andrea Nahles voll des Lobs

In der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales heißt es zum verabschiedeten Rentenversicherungsbericht, dieser informiere insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den nächsten 15 Kalenderjahren. Bei den Vorausberechnungen des Rentenversicherungsberichts handele es sich um Modellrechnungen, nicht um Prognosen.

Bundesministerin Andrea Nahles sagte nach der Kabinettsitzung: Allen Unkenrufen der jüngsten Vergangenheit zum Trotz sind die Leistungen der gesetzlichen Rente, die wir mit dem Rentenpaket ausgeweitet und verbessert haben, solide und sicher finanziert. Die Einnahmen der Rentenversicherung entwickeln sich weitaus positiver, als noch vor einem Jahr erwartet. Gründe dafür sind der Rekordstand bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und die steigenden Löhne. Beides wirkt sich im System der gesetzlichen Rente positiv sowohl für die Beitragszahler als auch für die Rentner aus. Wir können den Beitragssatz über mehrere Jahre stabil halten; und die Rentnerinnen und Rentner können im kommenden Jahr mit einer deutlichen Rentensteigerung rechnen.

Der Bericht spiegele die weiterhin gute und erfreuliche Entwicklung der Rentenfinanzen wider: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibe trotz der deutlichen Leistungsverbesserungen und Leistungsausweitungen des Rentenpakets stabil. Er könne nach den aktuellen Berechnungen auch länger auf dem aktuellen Stand bleiben, als noch vor einem Jahr angenommen.

Zugleich deuteten die vorliegenden Zahlen darauf hin, dass die Renten in Ost und West zur Mitte des Jahres 2016 deutlich steigen würden. Die gesetzlichen Beitragssatzobergrenzen und das Mindestsicherungsniveau werden im 15jährigen Vorausberechnungszeitraum eingehalten. Sie gewährleisteten, dass die älteren Generationen auf eine angemessene Absicherung im Alter vertrauen könnten, ohne dass die jüngeren Generationen überfordert würden.

Der Rentenversicherungsbericht zeige aber ebenso deutlich und betone erneut: Wegen des aus demographischen Gründen sinkenden Rentenniveaus sei eine zusätzliche Altersvorsorge unerlässlich, um im Alter den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die weitreichenden staatlichen Fördermöglichkeiten sollten genutzt werden, um privat und betrieblich ergänzend für das Alter vorzusorgen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Rentenversicherungsberichts 2015 im Überblick

  • Der Beitragssatz bleibt zum 1.1.2016 konstant bei 18,7 %.

  • Infolge der Verstetigungsregel bleibt er in der mittleren Variante bis 2020 unverändert auf diesem Niveau. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an, über 20,4 % im Jahr 2025 bis auf 21,5 % im Jahr 2029.

  • Die Rentenanpassung zum 1.7.2016 beträgt nach den Modellrechnungen knapp 4,4 % (West) und rund 5 % (Ost). Die tatsächliche Höhe der Rentenanpassung wird allerdings erst im März 2016 feststehen, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen.

  • Das Sicherungsniveau vor Steuern sinkt von 48,1 % im Jahr 2014 auf 47,6 % im Jahr 2020 und weiter auf 44,6 % im Jahr 2029 ab.

  • Beitragssatz und Sicherungsniveau bewegen sich damit im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte von 20 % bzw. 46 % bis 2020 und von 22 % bzw. 43 % bis 2030.

  • Im kommenden Jahr wird die Regelaltersgrenze zum fünften Mal um einen weiteren Monat angehoben. Gegenüber der früheren Regelaltersgrenze von 65 Jahren wird sie damit nun um insgesamt fünf Monate hinausgeschoben.

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