Rentenversicherung warnt: Mütterrente kann Witwenrente kosten

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Der neue Rentenzuschlag für Kindererziehung (Mütterrente) wird eventuell mit einer gleichzeitig bezogenen Hinterbliebenenrente verrechnet. Dadurch sinkt die Witwenrente oder entfällt komplett.

Laut dem Informationsportal der Deutschen Rentenversicherung ihre-vorsorge.de sorgten kürzlich verschiedene Medienberichte bei vielen – vor allem älteren – Frauen für Aufregung. Grund: Der seit dem 1.7.2014 erhöhte Rentenanspruch für die Erziehung vor 1992 geborene Kinder (Mütterrente) habe bei mehr als einer Million Frauen zur Folge, dass ihre Witwenrente künftig nicht mehr ausgezahlt werde. In zahlreichen weiteren Fällen entfalle die Witwenrente wegen der Mütterrente zumindest teilweise.

Hinter der unerwarteten Kürzung steckt die Logik des Sozialrechts. Danach soll niemand durch den Bezug einer Sozialleistung besser gestellt sein als zuvor. Nun ist aber durch die Mütterrente seit dem 1.7.2014 der eigene Rentenanspruch der begünstigten Frauen höher als bisher. Viele von ihnen kommen jetzt auf eine selbst erworbene Rente, die nahe an oder über dem gesetzlichen Freibetrag von derzeit monatlich 755,30 € in den alten und 696,70 € in den neuen Ländern liegt.

Mehr als 3,5 Millionen Frauen und Männer bekommen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wegen des Todes ihres Ehepartners oder ihres eingetragenen Lebenspartners eine Witwen- oder Witwerrente – oft zusätzlich zur selbst erarbeiteten Rente. Übersteigt die Hinterbliebenenrente zusammen mit weiteren Einkünften – z.B. einer Betriebsrente oder Mieteinnahmen – die Freibetragsgrenze, werden jedoch 40 % davon abgezogen.

Außerdem fällt die Erhöhung der Rente durch den einen Entgeltpunkt pro Kind, das vor 1992 geboren wurde, deshalb nicht so hoch aus wie erwartet, weil auch davon Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Rentner abgezogen werden. Besonders traurig: Rentnerinnen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, sehen von ihrer Mütterrente keinen Cent, weil sie direkt ans Sozialamt überwiesen wird.

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