Rentenversicherung diskutiert über flexible Übergänge in die Rente

 - 

Der Übergang von der Arbeit in die Rente soll flexibler gestaltet werden, damit mehr Arbeitnehmer über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten können.

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, sagte in seinem Bericht an die heute (3.12.2014) in Berlin tagende Bundesvertreterversammlung: Angesichts des demografischen Wandels und des Ziels, Menschen im Alter auch künftig zufriedenstellend zu versorgen, begrüßen wir alle Maßnahmen, die einen längeren Verbleib in einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit fördern, ihnen dies aber auch ermöglichen.

Reimann ging in seinem Bericht auf die Möglichkeiten des flexiblen Übergangs in Rente ein, die es heute schon gebe. Derzeit erhielten rund 37 Prozent aller Neurentner schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und drei Monaten eine Rente und nähmen dafür Rentenabschläge von durchschnittlich 78 € pro Monat in Kauf.

Hingegen hätten nur gut zwei Prozent der Neurentner den Rentenbeginn noch weiter hinausgeschoben und würden dafür dauerhafte Rentenzuschläge von 0,5 Prozent pro Monat des Aufschiebens erhalten, so Reimann. Reimann sprach sich gegen Vorschläge aus, die derzeit geltenden Zuschlagssätze umzugestalten.

Die heutige Regelung sei versicherungsmathematisch korrekt kalkuliert und könnte bereits erhebliche Rentenvorteile bringen: Ein Standardrentner könne seine monatliche Rente durch die Zuschläge und eine versicherungspflichtige Weiterarbeit um insgesamt mehr als 100 € oder 8,4 Prozent erhöhen, wenn er seinen Rentenzugang um ein Jahr aufschiebe, so Reimann.

Reimann ging schließlich auf Forderungen ein, dass eine Weiterarbeit neben der Vollrente anders als heute zusätzliche Rentenanwartschaften begründen solle. Diese Forderungen seien nachvollziehbar, da der Arbeitgeber heute in diesem Fall zwar seinen Beitragsanteil an die Rentenversicherung entrichte, daraus aber kein zusätzlicher Rentenanspruch für die Betroffenen entstünde.

Er betonte, dass bei möglichen Änderungen auf das Verhältnis von entstehendem Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rentenanspruch geachtet werden müsse. Eine Beibehaltung des Status quo sei jedoch auch vertretbar, da das Bundesverfassungsgericht die bestehende Regelung bereits bestätigt habe, so Reimann.

Weitere News zum Thema

  • Rentenerhöhung voll steuerpflichtig

    [] Die zunehmende Rentenbesteuerung trifft immer mehr Rentner: In diesem Jahr werden laut Finanzministerium rund 4,25 Millionen "Steuerpflichtige mit Rentenbezug" vom Fiskus belangt. Im Jahr 2018 werden es rund 4,35 Millionen sein. Zu beachten ist, dass ein zusammen veranlagtes Paar als ein Steuerpflichtiger zählt. "Steuerpflichtige" sind nicht gleichzusetzen mit Personen. Daher dürften es sogar noch mehr Personen sein. mehr

  • Erwerbsminderungsrente wegen fehlender Wegefähigkeit

    [] Ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg rückt einen speziellen Fall der Erwerbsunfähigkeit in den Vordergrund: die nicht (mehr) vorhandene Fähigkeit, den Arbeitsweg zu bewältigen (Wegefähigkeit). mehr

  • Ohne Antrag keine gesetzliche Rente

    [] (verpd) Je nach Rentenart müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Anspruch auf eine Rente zu haben. Grundsätzlich erhält zudem jeder nur eine entsprechende Rente, wenn er diese vorher beantragt hat. Um eine Verzögerung der Rentenbewilligung zu vermeiden, ist es für den Antragsteller wichtig zu wissen, wo, wann und mit welchen Angaben sowie Unterlagen ein Antrag zu stellen ist. Eine Broschüre der Deutschen Rentenversicherung hilft dabei. mehr

  • Fehlgeleitete Überweisung der Rente

    [] Ein Stück aus dem Leben: In Zeiten von IBAN haben viele Menschen – nicht nur Senioren – Schwierigkeiten mit den ellenlangen Kontonummern. Ein Opfer der Zahlenvielfalt war ein Rentner aus Rheinland-Pfalz, der der deutschen Rentenversicherung eine falsche IBAN mitgeteilt hatte. Der Rentenversicherungsträger überwies das Geld daraufhin an den unbekannten Kontoinhaber und wollte die Rente auch nicht wiederbeschaffen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.