Rentenreform soll für mehr Gerechtigkeit sorgen

 - 

Die Bundesregierung verkündet ihr erstes beschlossenes Großprojekt: das Rentenpaket. Mit den angestrebten Regelungen werde sich für viele Ruheständler die Situation verbessern.

Mütter (und Väter), die vor 1992 geborene Kinder erzogen haben, bekommen die Erziehungszeit stärker anerkannt, schreibt das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Beschäftigte, die lange und hart gearbeitet haben, können, wenn sie 45 Jahre im Job waren, mit 63 in Rente gehen, heißt es in der Mitteilung weiter. Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten, werden in der Rentenberechnung so gestellt, als ob sie zwei Jahre länger gearbeitet hätten.

Zudem wird das Reha-Budget der Deutschen Rentenversicherung erhöht. So wird angesichts der demografischen Umwälzungen für mehr Beschäftigte eine Reha-Maßnahme möglich. Wer krank wird, soll sich darauf verlassen können, dass alles getan wird, damit sie oder er wieder auf die Beine kommt.

In Kraft treten sollen die Verbesserungen zum 1.7.2014. Jetzt wurde der Gesetzentwurf aus dem Kabinett an den Deutschen Bundestag zur Beratung überwiesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte auf der Kabinettklausur in Meseberg, dass es um Fragen der Gerechtigkeit zwischen den Generationen gehe. So sehen das auch die Deutschen: Nach einer Umfrage des Bundesarbeitsministeriums stimmen jeweils fast 80 Prozent den einzelnen Bestandteilen des Rentenpakets zu. "Niemand bekommt hier etwas geschenkt, sondern alle Menschen, die vom Rentenpaket profitieren, haben sich das verdient", erklärt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Wer sehr jung in den Beruf einsteige, erreiche irgendwann die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit. Deshalb werde ein Weg eröffnet, nach 45 Berufsjahren ab 63 ohne Abschlag in die Rente zu gehen.

Es waren vor allem die Mütter, die früher die Kinder erzogen haben. Besonders in Westdeutschland konnten sie nicht auf ein umfassendes Netz von Kitas zurückgreifen. Diese Erziehungsleistung wird nun mit einem zusätzlichen Rentenpunkt pro Kind anerkannt. Das macht in den altern Ländern 28,14 € bzw. 25,74 € in den neuen Bundesländern aus. 9,5 Millionen Frauen (und auch einige Männer) werden davon profitieren. Bei denjenigen, die schone Rente beziehen, wird die neue Regelung ohne Antragstellung pauschal berücksichtigt. Wer ab 1.7.2014 in Rente geht, bei dem wird die Kindererziehungszeit schon beim Rentenantrag erfasst.

Menschen, die ab dem 1.7.2014 in Erwerbsminderungsrente gehen, werden besser abgesichert: Wer Erwerbsminderungsrente beziehen muss, bekommt aktuell eine Rente, als hätte er noch bis zum vollendeten 60. Lebensjahr weiter mit dem alten Verdienst gearbeitet. Diese "Zurechnungszeit" wird um zwei Jahre – von 60 auf 62 Jahre – angehoben. Erwerbsgeminderte werden dann so gestellt, als ob sie mit ihrem durchschnittlichen Einkommen zwei Jahre länger als bisher gearbeitet hätten. Das gilt für Rentenzugänge in die Erwerbsminderungsrente ab dem 1.7.2014. Mit einer "Günstigerprüfung" wird verhindert, dass sich die letzten vier Jahre vor der Erwerbsminderung negativ auf die Rentenhöhe auswirken. Einkommenseinbußen zum Beispiel durch Teilzeit oder Krankheit schaden den Menschen dann nicht nochmals bei der Rente.

Die Gruppe der 45-Jährigen und Älteren, bei denen Reha-Maßnahmen notwendig werden, erhöht sich ständig. Rückwirkend zum 1.1.2014 wird deshalb das Budget für Rehabilitation um 100 Millionen Euro für das laufende, um 200 Millionen in den Folgejahren erhöht.

Quelle

breg-infodienst der Bundesregierung

Weitere Geldtipps-News zur Rentenreform

Weitere News zum Thema

  • Wann Kindererziehungszeiten (nicht) angerechnet werden

    [] (verpd) Es besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf, dass Kindererziehungszeiten in einem Drittstaat, der nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bei der Berechnung einer gesetzlichen Altersrente Berücksichtigung finden. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem kürzlich veröffentlichten Beschluss entschieden (Az. 1 BvR 2740/16). mehr

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

  • Damit die Rente kein Ratespiel wird

    [] (verpd) Nur wenige Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben eine klare Vorstellung davon, welche gesetzliche Altersrente ihnen später zur Verfügung stehen wird. Dagegen sind sich viele nicht sicher, ob ihr Alterseinkommen auch tatsächlich ausreicht, um ihren Lebensstandard zu halten, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.