Rentenlücke rechtzeitig schließen

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Der Eintritt in den Ruhestand reißt bei vielen eine erhebliche Einkommenslücke auf. Zwar sinken im Rentenalter auch die Ausgaben, doch die gesetzliche Rente deckt nicht einmal diesen geringeren Versorgungsbedarf ab.

Um die Einkommenslücke zu überbrücken, müssen über zwei bis drei Jahrzehnte erhebliche Mittel auf die Seite gelegt werden. Setzen Sie daher auf mehrere zusätzliche Einnahmequellen im Ruhestand: private und betriebliche Rentenbezüge, Auszahlungen aus Banksparplänen sowie Mieteinnahmen.

Beispiel für die Größe einer Rentenlücke

Hier die Probe aufs Exempel im Jahr 2014 für einen Durchschnittsverdiener (35 Jahre alt), der 3.500,00 € brutto und damit rund 2.000,00 € netto verdient (verheiratet; ein Kind), und bereits mit 65 Jahren in Altersrente will. Zum Rentenstart will er ebenfalls 2.000,00 € netto zur Verfügung haben. Bei nur 2 % Inflation pro Jahr verwandeln sich die gewünschten 2.000,00 € von heute 30 Jahre später in tatsächlich benötigte 3.621,00 €.

Tatsächlich kann der Mann im Jahr 2044 nur mit 1.508,00 € Altersrente rechnen (0,5 % Dynamik unterstellt), die voll zu versteuern ist. Zudem sorgt er mit einer Privatrente vor, die knapp 1.200,00 € pro Monat abwerfen soll (davon sind 18 % steuerpflichtig). Macht zusammen rund 2.700,00 € Alterseinkommen pro Monat, von dem nach Steuern und Kranken- sowie Pflegeversicherung etwa 2.540,00 € netto bleiben. Inflationsbereinigt tut sich eine monatliche Versorgungslücke von rund 1.080,00 € auf.

Die Lücke über 30 Jahre schließen

Um diese Lücke zu füllen, müssen bis zum Rentenbeginn durch zusätzliche Geldanlage 375.000,00 € aufgebracht werden.

Strategie: Eine monatliche Sparrate von anfänglich 341,00 €, die jedes Jahr um 2 % ansteigt, also dynamisiert wird.

Eine Hälfte dieses Geldes sollte man in eine Rentenversicherung und die zweite Hälfte in eine Kapitalanlage stecken.

Bei den Rentenversicherungen gibt es vier Möglichkeiten: eine Privatrente, die bei Bezug steuerbegünstigt ist, oder – sinnvoll für die meisten Angestellten – das Bruttosparen, also die steuerlich begünstigte Vorsorge über Betriebsrente, Basisrente und Riester-Sparen.

Bei den Kapitalanlagen bieten sich derzeit vorerst zwei Finanzprodukte, später ein weiteres an:

  • ein Bausparvertrag für einen späteren Erwerb einer Eigentumswohnung und

  • ein Banksparplan.

  • Auf solidem finanziellem Fundament kann man auch mal ein höheres Risiko probieren, etwa mit ETFs (passiv gemanagten Indexfonds).

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Vorsorgeprodukte

Der Vorteil einer Rentenversicherung besteht darin, dass sie lebenslang gezahlt wird; ihr Nachteil darin, dass mit dem Ableben das Geld weg ist.

Der Vorteil eines Kapitalprodukts ist, dass bei einem frühen Ableben das Restkapital an die Erben fließt; sein Nachteil, dass es vielleicht nicht reicht und vor dem Ableben schon verbraucht ist.

Der Vorteil einer vermieteten Immobilie liegt in ihrer Vererbbarkeit; ihr Nachteil im großen Aufwand an Geld, Zeit und u.U. Nervereien mit dem Mieter.

Geldtipps zur Altersvorsorge finden Sie in unserem neuen Finanzratgeber Ruhestandsplanung.

Alles Wissenswerte zur gesetzlichen Rente lesen Sie in unserem aktuellen Rentenratgeber Alles, was Sie zur Rente wissen müssen.

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