Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig

 - 

Seit 2005 gilt für die Besteuerung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung der höhere Besteuerungsanteil. Für Rentenerhöhungen liegt er bei 100 Prozent.

Anders als der Ertragsanteil gilt der Besteuerungsanteil nicht für die gesamte Laufzeit der Rente, sondern nur zur Bestimmung des Rentenfreibetrags im Jahr nach dem Rentenbeginn bzw. in 2005 für Renten, die bereits vor 2005 begonnen haben. Dieser ermittelte Rentenfreibetrag (und nicht der Besteuerungsanteil als Prozentsatz) ist dann in den folgenden Jahren für die Besteuerung der Rente maßgebend.

Konsequenz daraus: Regelmäßige Rentenanpassungen (Rentenerhöhungsbeträge) in den Folgejahren sind in voller Höhe steuerpflichtig.

Beispiel

Frau Schwarz erhält seit 1999 die gesetzliche Altersrente. Da der Rentenbeginn vor 2006 liegt, beträgt der für die Ermittlung des Rentenfreibetrages maßgebende Besteuerungsanteil 50 %. Im Jahr 2005 betrug die Jahresrente von Frau Schwarz 12.000,00 €. Der Rentenfreibetrag der Altersrente von Frau Schwarz wird im Jahr 2005 ermittelt. Er beträgt 6.000,00 € (50 % von 12.000,00 €) und gilt in dieser Höhe für die gesamte Laufzeit der Rente. Der steuerpflichtige Teil der Rente in 2005 beträgt 6.000,00 €. Im Jahr 2011 erhöht sich ihre Jahresrente aufgrund der Rentenanpassungen auf 12.553,00 €. Der steuerpflichtige Teil der Rente beträgt in 2011 6.553,00 € ( 12.553,00 € ./. 6.000,00 €). Das entspricht einem steuerpflichtigen Anteil von 52,2 %.

Gegen diese Berechnung des steuerpflichtigen Teils der Rente hat ein Rentner geklagt. Leider ohne Erfolg: Das zuständige Finanzgericht hält die Berechnung für rechtens, da sie dem Wortlaut des Gesetzes und dem Willen des Gesetzgebers entspreche (FG Baden-Württemberg vom 7.7.2011, 3 K 5640/08, EFG 2012 S. 123, bestätigt mit BFH-Beschluss vom 6.3.2013, X B 113/11, BFH/NV 2013 S. 929).

Weitere News zum Thema

  • Wann Kindererziehungszeiten (nicht) angerechnet werden

    [] (verpd) Es besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf, dass Kindererziehungszeiten in einem Drittstaat, der nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bei der Berechnung einer gesetzlichen Altersrente Berücksichtigung finden. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem kürzlich veröffentlichten Beschluss entschieden (Az. 1 BvR 2740/16). mehr

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

  • Damit die Rente kein Ratespiel wird

    [] (verpd) Nur wenige Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben eine klare Vorstellung davon, welche gesetzliche Altersrente ihnen später zur Verfügung stehen wird. Dagegen sind sich viele nicht sicher, ob ihr Alterseinkommen auch tatsächlich ausreicht, um ihren Lebensstandard zu halten, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.