Rentenerhöhung zum 1. Juli

 - 

Alle gut 20 Millionen Rentner in Deutschland bekommen ab 1.7.2012 eine Erhöhung um über zwei Prozent, wobei die Altersbezüge in den neuen Bundesländern etwas stärker angehoben werden.

Nach Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Anwendung der dämpfenden Rentenfaktoren teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit, dass die Renten nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss in Westdeutschland um 2,18 Prozent und in den neuen Ländern um 2,26 Prozent angehoben werden sollen.

Entsprechend steigen auch die für alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten für die Rentenberechnung relevanten Rentenwerte: Der Rentenwert West erhöht sich auf 28,07(27,47) Euro und der Rentenwert Ost auf 24,92(24,37) Euro.

Die Berechnung der Rentenerhöhung bleibt kompliziert …

Grundsätzlich folgen die Rentenerhöhungen eigentlich der Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung im Jahr 2011 betrug nach Angaben des Ministeriums 2,95 Prozent in den alten Ländern und 2,28 Prozent in den neuen Ländern. Neben der Lohnentwicklung spielt der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor eine Rolle, der die Veränderung des Verhältnisses von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern widerspiegelt. Dieser Faktor wirkt überraschenderweise mit 2,09 Prozentpunkten anpassungssteigernd.

Auch der sogenannte Riester-Faktor geht in die Rentenanpassung ein. Er spiegelt die Belastungen der Beschäftigten beim Aufbau ihrer Altersvorsorge wider. Der Riester-Faktor wirkt sich dieses Jahr mit 0,65 Prozentpunkten dämpfend auf die Anpassung aus.

Aus diesen Daten ergäbe sich rechnerisch eine kräftige Rentenanpassung von 4,40 Prozent in den alten Ländern und von 3,73 Prozent in den neuen Ländern, rechnete das BMAS vor. Jetzt kommen aber die in Zeiten der Rezession wegen der Rentengarantie der Bundesregierung unterbliebenen Kürzungen ins Spiel.

… Früher unterbliebene Rentenkürzungen werden nachgeholt

Der Ausgleichsbedarf unterbliebener Rentenminderungen beträgt in den alten Ländern derzeit noch 2,85 Prozent und in den neuen Ländern 1,43 Prozent. Um ihn abzubauen, werden die rein rechnerisch möglichen positiveren Rentenanpassungen reduziert. Deshalb wird die rechnerische Rentenanpassung West praktisch halbiert und der noch offene Ausgleichsbedarf verringert sich entsprechend zum 1.7.2012 von 2,85 Prozent auf 0,71 Prozent.

Würde die rechnerische Rentenanpassung in den neuen Ländern ebenfalls halbiert, würde ein höherer Ausgleichsbedarf abgebaut als derzeit noch besteht. Der Ausgleichsbedarf (Ost) von 1,43 Prozent wird daher zum 1. Juli vollständig abgebaut. Die zu erwartende Rentenerhöhung ist jedoch immer noch geringer als die aktuelle Preissteigerungsrate.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Verbraucherpreise in Deutschland im Februar 2012 um 2,3 Prozent höher als im Februar 2011. Bei einer vernünftigen Altersvorsorge ist es deshalb nicht nur wichtig die Lücke zwischen bisherigem Einkommen und künftiger Rente zu schließen, sondern auch die Wertminderung der Rente infolge der Inflation abzusichern. Ein Versicherungsexperte kann hierzu entsprechende Berechnungen erstellen und passende Absicherungslösungen suchen.

Weitere News zum Thema

  • Hinterbliebenenrente: Die Probleme einer kurzen Ehedauer

    [] (verpd) Wenn ein Paar jahrelang unverheiratet zusammenlebt und erst dann heiratet, wenn bei einem Partner eine unheilbare Krankheit festgestellt wurde, müssen bei der Beantragung einer Hinterbliebenenrente gute Gründe vorgebracht werden, warum erst zu diesem Zeitpunkt geheiratet wurde. Gelingt dies nicht, gilt die Ein-Jahres-Frist. Dies hat der 21. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in einem Urteil entschieden (Az. L 27 R 135/16). mehr

  • Die Lebenserwartung steigt weiter

    [] (verpd) Im Jahr 2017 neugeborene Jungen haben eine statistische Lebenserwartung von 84 bis fast 90 Jahren, neugeborene Mädchen von 88 bis rund 93 Jahren. Dies zeigen die kürzlich vorgelegten Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). mehr

  • Immer mehr werden ein hohes Alter erreichen

    [] (verpd) Wie die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vor Kurzem bekannt gaben, wird aller Voraussicht nach ein hoher Anteil der Neugeborenen, aber auch der heute 25- oder 50-Jährigen, mindestens 85 Jahre alt werden. Hält der Trend der letzten Jahrzehnte bezüglich der Lebenserwartung an, werden von jeweils aktuell 100 neugeborenen Mädchen 28 und von 100 neugeborenen Jungen sieben 100 Jahre alt oder älter. mehr

  • Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

    [] (verpd) Die vor Kurzem veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass die durchschnittliche Altersrente letztes Jahr nicht einmal 860 Euro pro Monat betrug. Ein Großteil, unter anderem die Bezieher der Regelaltersrente und Frauen, bekamen im Durchschnitt sogar noch erheblich weniger. mehr

  • Hohe Skepsis beim Thema Alterseinkommen

    [] (verpd) Die meisten Bürger sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, um ihren Lebensstandard zu halten. Im Durchschnitt rechnen die Bürger damit, das sie nur knapp über die Hälfe ihres Einkommens, dass sie im Alter benötigen werden, auch tatsächlich zur Verfügung haben werden, wie aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage hervorgeht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.