Rentenerhöhung: Wer jetzt wieder eine Steuererklärung abgeben muss

Rentenerhöhung: Wer jetzt wieder eine Steuererklärung abgeben muss

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Zum 1.7.2016 steigen die Renten im Westen um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent. Die Kehrseite der Medaille: Viele Rentner müssen jetzt – oft nach einer langen Pause – wieder eine Steuererklärung abgeben.

Maßgebend für die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Abgabepflicht für Rentner ohne Arbeitslohn und Versorgungsbezüge

  • Alleinstehende müssen eine Steuererklärung abgeben
    für 2016, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.652 € beträgt;
    für 2015, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.472 € beträgt;
    für 2014, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.354 € beträgt.

  • Verheiratete müssen eine Steuererklärung abgeben
    für 2016, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 17.304 € beträgt;
    für 2015, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 16.944 € beträgt; f
    ür 2014, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 16.708 € beträgt;

Selbst wenn Ihr Gesamtbetrag der Einkünfte diese Grenzen übersteigt, ist damit noch nicht gesagt, dass Sie auch tatsächlich Einkommensteuer bezahlen müssen: Die meisten Rentner können Sonderausgaben abziehen (z.B. Spenden, Versicherungsbeiträge usw.) und häufig liegen auch noch außergewöhnliche Belastungen vor (z.B. Krankheitskosten oder Behinderten-Pauschbeträge), die das steuerpflichtige Einkommen weiter mindern. So rutschen Sie vielleicht doch noch unter den Grundfreibetrag und müssen überhaupt keine Steuer mehr zahlen.

Abgabepflicht für Rentner mit Einkünften auf Lohnsteuerkarte

Für Rentner, die neben ihrer Rente auch noch Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit beziehen, bestimmt sich die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung wie bei Arbeitnehmern nach § 46 EStG. Betroffen sind Rentner, die zu diesem Personenkreis gehören:

  • sie beziehen eine Rente, daneben auch noch Versorgungsbezüge;

  • ein Ehepartner bezieht Versorgungsbezüge, der andere eine Rente;

  • ein Ehepartner ist bereits Rentner, der andere arbeitet noch;

  • sie sind Rentner, beziehen aber zusätzlich Arbeitslohn.

Steuerrechner für Rentner

Maßgeblich für die Besteuerung ist der Bruttobetrag der Rente, nicht der Zahlbetrag nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Damit nicht in jedem Jahr eine neue komplexe Berechnung durchgeführt werden muss, wird für jeden Rentner zu Beginn seiner Rente aus dem anfänglichen Einkommen und dem aktuellen Prozentsatz ein Freibetrag errechnet, der dann das ganze Leben über gilt.

Hintergrund

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die Besteuerung der gesetzlichen Rente neu geregelt: Bei Rentenbeginn bis einschließlich 2005 wurde der steuerpflichtige Anteil von 27 % auf 50 % erhöht. Bei späteren Rentenneuzugängen steigt der steuerpflichtige Rentenanteil bis 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte auf 80 % und danach um einen Prozentpunkt jährlich. Wer nach 2039 in Ruhestand geht, muss seine Rente voll versteuern.

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