Rentenbezug erreicht Rekordlänge

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(verpd) Nach jüngsten Daten der Rentenversicherung stieg die durchschnittliche Länge des Rentenbezugs in Deutschland im vergangenen Jahr auf 19,3 Jahre. Dabei bezogen Männer ihre Rente 17 Jahre und Frauen 21,5 Jahre lang.

Die Deutschen beziehen immer länger Rente. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer ist im vergangenen Jahr auf 19,3 Jahre gestiegen. 2010 hatte sie noch bei 18,5 Jahren gelegen. Das zeigt der Bericht „Rentenversicherung in Zahlen 2014“, den die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) jüngst veröffentlicht hat. Grund ist, dass die Menschen immer älter werden.

Frauen beziehen im Schnitt 21,5 Jahre lang Rente, 2010 waren es noch durchschnittlich 20,9 Jahre.

Bei den Männern waren es letztes Jahr im Durchschnitt 17,0 Jahre, 2010 lag dieser Wert noch bei 16,7 Jahren. 2013 betrug das „durchschnittliche Wegfallsalter“, also das Alter, in dem die Rentner im Durchschnitt verstorben sind, bei 79 Jahren. Bei Frauen waren es 81,5 Jahre, bei Männern 76,4 Jahre. 1995 lag die durchschnittliche Bezugsdauer bei Rentnern sogar noch bei 15,8 Jahren, dreieinhalb Jahre weniger als 2013. Damals starben die Menschen durchschnittlich mit 75,3 Jahren.

Unterschiede in alten und neuen Bundesländern

Einen deutlichen Unterschied gibt es zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Beziehen die Frauen in den neuen Ländern länger Rente als ihre Geschlechtsgenossinnen, ist es der Statistik zufolge bei den Männern umgekehrt.

Die Frauen in den neuen Bundesländern erhalten demnach 23,4 Jahre lang Rente, in den alten Ländern ist die Bezugsdauer 2,4 Jahre kürzer. Auch beim Wegfallsalter zeigen sich Unterschiede: So wurden die Rentnerinnen im ehemaligen Bundesgebiet im vergangenen Jahr im Schnitt 81,6 Jahre, die in den neuen Ländern 81,2 Jahre alt.

Die Rentner in den alten Ländern starben 2013 dagegen durchschnittlich im Alter von 76,7 Jahren und lebten somit 1,5 Jahre länger als die in den neuen Bundesländern. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer der Männer betrug letztes Jahr in den alten Bundesländern 17,2 Jahre beziehungsweise in den neuen Bundesländern 16,3 Jahre.

Rentenbeginn verschiebt sich

Die Menschen gehen allerdings im Schnitt auch etwas später in Rente. Das durchschnittliche Alter, in dem sie erstmals eine Rente beziehen, betrug im vergangenen Jahr 61,3 Jahre. 1995 lag es der Deutschen Rentenversicherung zufolge noch bei 60,1 Jahren. Frauen gingen 2013 durchschnittlich mit 61,2 Jahren (1995: 60,5 Jahre) und Männer mit 61,4 Jahren (1995: 59,8 Jahre) in Rente.

Obwohl die Arbeitnehmer in Deutschland schon jetzt länger arbeiten als in der Vergangenheit, müssen bereits heute die Neurentner mit einer erheblich geringeren Rente auskommen als die bisherige Rentengeneration.

Insgesamt gab es zum 31.12.2013 in den alten Bundesländern rund 14,2 Millionen Bezieher einer Altersrente und 1,3 Millionen Bezieher einer Erwerbminderungsrente. Durchschnittlich erhielten sie monatlich 734 € Altersrente beziehungsweise 702 € Erwerbsminderungsrente von der gesetzlichen Rentenversicherung. In den neuen Ländern erhielten die rund 3,5 Millionen Bezieher einer Altersrente pro Monat durchschnittlich 898 € und die circa 404.000 Bezieher einer Erwerbsminderungsrente 689 €.

Jüngere Rentengeneration bekommt weniger Rente

Im Gegensatz dazu bekamen diejenigen, die 2013 erstmalig eine Rente bezogen haben, im Durchschnitt deutlich weniger. Die 140.000 Rentner in Westdeutschland, die 2013 zum ersten Mal eine Erwerbsminderungsrente erhalten haben, erhielten durchschnittlich pro Monat 615 € Rente. In Ostdeutschland betrug die monatliche Durchschnittsrente für die 36.000 neuen Bezieher einer Erwerbsminderungsrente 607 €.

Die Altersrente für die 545.000 Neurentner des Jahres 2013 in den alten Bundesländern hatte im Durchschnitt eine Höhe von 714 € pro Monat. In den neuen Bundesländern bekamen die knapp 103.000 erstmaligen Bezieher einer Altersrente durchschnittlich 858 € Rente pro Monat.

Wer es nicht vorhat oder es nicht schafft bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten und dennoch im Alter auf seinen bisherigen Lebensstandard nicht verzichten möchte, sollte daher frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen. Das kann über eine betrieblich sowie staatlich geförderte und/oder über private Anlageformen erfolgen.

Ermitteln Sie zunächst, wie hoch Ihre voraussichtliche Rentenlücke ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird. Überlegen Sie dann, welche Altersvorsorgeformen zu Ihrer Lebenssituation passen. Rentenversicherungspflichtige Eltern erzielen mit Riester-Zulagen überdurchschnittliche Renditen. Für Selbstständige kommt die Steuerförderung über die Rürup-Rente infrage. Wessen Bruttogehalt unter der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt (2014: 4.050 € im Monat), schneidet mit einer betrieblichen Entgeltumwandlung i.d.R. am besten ab. Eine Privatrente empfiehlt sich, wenn hohe steuerpflichtige Alterseinkünfte zu erwarten sind, etwa Einkünfte aus Vermietung.

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