Rentenbesteuerung: Grenzwerte von BMF errechnet

 - 

Wer in diesem Jahr erstmals eine gesetzliche Rente bezieht, braucht keine Steuern mehr zu zahlen, wenn sie monatlich maximal 1.191 € beträgt.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat errechnet, dass im Jahr 2015 bis zu einer monatlichen Rente von rund 1.191 € (14.287 € im Jahr) keine Steuer fällig wird. Bei Verheirateten verdoppeln sich diese Beträge.

Wie kommt das BMF zu diesen Zahlen? Und welche Beträge gelten für die vergangenen Jahre?

Das Bundesfinanzministerium berücksichtigt bei seiner Berechnung, dass bei Rentenbeginn im Jahr 2015 70 % der gesetzlichen Rente steuerpflichtig sind und hiervon ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € abgezogen wird. Zusätzlich wurden steuerlich abzugsfähige Ausgaben berücksichtigt, die immer anfallen. Das sind der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Neurentner allerdings wird der Rentenbetrag, bis zu dem keine Steuern anfallen, immer geringer. Der Grund hierfür: Der Besteuerungsanteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an. So gilt bei Rentenbeginn in 2016 ein Besteuerungsanteil von 72 %.

Wichtig: Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Dazu gehören nicht nur Renteneinkünfte aus der gesetzlichen Rente, sondern auch weitere Einnahmen wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder Betriebsrenten. In der folgenden Tabelle wird davon ausgegangen, dass ausschließlich die gesetzliche Rente bezogen wird und der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung 0,9 % beträgt.

Jahr des Rentenbeginns
(maßgeblich für den Besteuerungsanteil)

2012

2013

2014

2015

Höchste Jahresbruttorente 2015, die steuerunbelastet bleibt

15.289 €

14.972 €

14.617 €

14.287 €

ergibt Monatsbruttorente

1.274 €

1.248 €

1.218 €

1.191 €

Besteuerungsanteil

64 %

66 %

68 %

70 %

betragsmäßig festgeschriebener steuerfreier Teil der Rente

5.183 €

4.900 €

4.582 €

4.287 €

der Besteuerung unterliegender Anteil der Rente

10.106 €

10.072 €

10.035 €

10.000 €

abzüglich Werbungskostenpauschbetrag

102 €

102 €

102 €

102 €

abzüglich Sonderausgabenpauschbetrag

36 €

36 €

36 €

36 €

abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen

1.614 €

1.580 €

1.543 €

1.508 €

zu versteuerndes Einkommen (entspricht dem Grundfreibetrag)

8.354 €

8.354 €

8.354 €

8.354 €

(Quelle: BMF, Februar 2015)

Bei den in der Tabelle angegebenen Werten liegt das zu versteuernde Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag. Deshalb bleibt die Rente steuerfrei, sofern keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte erzielt werden.

Für verheiratete Rentner verdoppeln sich die angegebenen Beträge, vorausgesetzt, auch der Ehepartner hat keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte. Bezieht er eine gesetzliche Rente, müssen Sie berücksichtigen, dass für diese Rente eventuell ein anderer Besteuerungsanteil gilt.

Meist haben Sie deutlich höhere steuerlich abzugsfähige Ausgaben. Dann bleibt eine noch höhere Rente letztlich steuerfrei. Ab wann tatsächlich Steuer anfällt, sollte immer im Einzelfall berechnet werden. Am einfachsten geht das mit unserer Steuer-Software SteuerSparErklärung für Rentner .

In den kommenden Jahren müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Rentner Steuern zahlen

Das hat zwei Gründe:

  • Für jeden neuen Rentnerjahrgang wird der steuerpflichtige Anteil der Rente immer höher. Der Besteuerungsanteil hängt ab vom Jahr des Rentenbeginns und steigt bis 2020 um jährlich zwei Prozentpunkte, anschließend um jeweils einen Prozentpunkt auf schließlich 100 % im Jahr 2040.

  • Der festgeschriebene Rentenfreibetrag führt dazu, dass Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen in voller Höhe (nicht nur mit dem Besteuerungsanteil) das zu versteuernde Einkommen erhöhen. Das betrifft auch Bestandsrentner.

Weitere News zum Thema

  • Die gesetzliche Altersrente alleine reicht nicht

    [] (verpd) Alles in allem wird das Rentensystem in Deutschland, das aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge besteht, auch künftig funktionieren. Allerdings sollten je nach Region insbesondere Jüngere vermehrt für das Rentenalter privat vorsorgen, da bei vielen die Höhe der gesetzlichen Rente weniger als 39 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens sein wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. mehr

  • Altersarmut ist überproportional weiblich

    [] (verpd) Nach einer offiziellen Statistik mussten im März 2017 über eine halbe Million Bürger, die die Altersgrenze für die gesetzliche Altersrente überschritten haben, mit der Grundsicherung im Alter vom Staat finanziell unterstützt werden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Der Großteil davon waren Frauen. mehr

  • Bei Jobverlust sinkt die gesetzliche Altersrente

    [] (verpd) Wer seinen Job verliert und während der Arbeitslosigkeit von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld I erhält, ist grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Dennoch mindert sich durch die Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe. mehr

  • Riester- und Rürup-Rente: Produktinformationsblatt ist Pflicht

    [] Seit Anfang dieses Jahres gilt für Anbieter zertifizierter Altersvorsorgeverträge (sogenannte Riester-Renten) sowie Basisrentenverträge (sogenannte Rürup-Rentenverträge) eine neue Pflicht: Sie müssen jedem Kunden vor Abschluss des Vertrags ein Produktinformationsblatt (PIB) aushändigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.