Rentenbesteuerung: Finanzminister errechnet steuerfreie Rente

 - 

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat ausgerechnet, dass im Jahr 2014 bis zu einer monatlichen Rente von 1.225 € keine Steuer fällig wird. Wie kommt das BMF auf diese Zahl? Und welche Beträge gelten für die vergangenen Jahre?

Das Bundesfinanzministerium berücksichtigt bei seiner Berechnung, dass bei Rentenbeginn im Jahr 2014 68 % der gesetzlichen Rente steuerpflichtig sind und hiervon ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € abgezogen wird. Zusätzlich wurden steuerlich abzugsfähige Ausgaben berücksichtigt, die immer anfallen. Das sind der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Neurentner allerdings wird der Rentenbetrag, bis zu dem keine Steuern anfallen, immer geringer. Der Grund hierfür: Der Besteuerungsanteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an. So gilt bei Rentenbeginn in 2015 ein Besteuerungsanteil von 70 %.

Wichtig: Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Dazu gehören nicht nur Renteneinkünfte aus der gesetzlichen Rente, sondern auch weitere Einnahmen wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder Betriebsrenten. In der folgenden Tabelle wird davon ausgegangen, dass ausschließlich die Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wird.

Jahr des Rentenbeginns
(maßgeblich für den Besteuerungsanteil)

2011

2012

2013

2014

Höchste Jahresbruttorente 2014, die steuerunbelastet bleibt

15.850 €

15.400 €

15.073 €

14.705 €

ergibt Monatsbruttorente

1.321 €

1.283 €

1.256 €

1.225 €

Besteuerungsanteil

62 %

64 %

66 %

68 %

betragsmäßig festgeschriebener steuerfreier Teil der Rente

5.733 €

5.329 €

5.036 €

4.706 €

der Besteuerung unterliegender Anteil der Rente

10.117 €

10.070 €

10.037 €

9.999 €

abzüglich Werbungskostenpauschbetrag

102 €

102 €

102 €

102 €

abzüglich Sonderausgabenpauschbetrag

36 €

36 €

36 €

36 €

abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen

1.625 €

1.578 €

1.545 €

1.507 €

zu versteuerndes Einkommen (entspricht dem Grundfreibetrag)

8.354 €

8.354 €

8.354 €

8.354 €

(Quelle: BMF, Januar 2014)

Bei diesen Werten liegt das zu versteuernde Einkommen nicht über dem Grundfreibetrag und die Rente bleibt somit steuerfrei. Für verheiratete Rentner verdoppeln sich diese Beträge. Vorausgesetzt, auch der Ehepartner hat keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte und er ist im gleichen Jahr in Rente gegangen. Ist er in anderen Jahr Bezieher einer gesetzlichen Rente geworden, müssen Sie berücksichtigen, dass für diese Rente ein anderer Besteuerungsanteil gilt.

Meist haben Sie deutlich höhere steuerlich abzugsfähige Ausgaben. Dann bleibt eine noch höhere Rente steuerfrei. Ab wann tatsächlich Steuer anfällt, sollte immer im Einzelfall berechnet werden. Am einfachsten geht das mit unserer Steuer-Software SteuerSparErklärung für Rentner .

In den kommenden Jahren müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Rentner Steuern zahlen. Das hat zwei Gründe:

  • Für jeden neuen Rentnerjahrgang wird der steuerpflichtige Anteil der Rente immer höher. Der Besteuerungsanteil hängt ab vom Jahr des Rentenbeginns und steigt bis 2020 um jährlich zwei Prozentpunkte, anschließend um jeweils einen Prozentpunkt auf schließlich 100 % im Jahr 2040.

  • Der festgeschriebene Rentenfreibetrag führt dazu, dass Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen in voller Höhe (nicht nur mit dem Besteuerungsanteil) das zu versteuernde Einkommen erhöhen. Das betrifft auch Bestandsrentner.

Weitere News zum Thema

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

  • Damit die Rente kein Ratespiel wird

    [] (verpd) Nur wenige Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben eine klare Vorstellung davon, welche gesetzliche Altersrente ihnen später zur Verfügung stehen wird. Dagegen sind sich viele nicht sicher, ob ihr Alterseinkommen auch tatsächlich ausreicht, um ihren Lebensstandard zu halten, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. mehr

  • Wann für die Altersrente Einkommensteuer zu zahlen ist

    [] (verpd) Grundsätzlich müssen auch Rentner eine Einkommensteuer entrichten, wenn ihre Renteneinkünfte zusammen mit möglichen sonstige Einkommen, zum Beispiel aus Vermietungen oder Kapitaleinkünften, über einem bestimmten Betrag liegen. Eine kostenlose Broschüre der Deutschen Rentenversicherung erklärt die Details zur Steuerpflicht für Rentner. mehr

  • Gesetzliche Rentenversicherung für freiwillige Beiträge geöffnet

    [] Die zum Jahresbeginn neu eingeführte Flexi-Rente enthält noch mehr Möglichkeiten, als zunächst von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. So können nun die Bezieher einer vorgezogenen Altersrente erstmals freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse zahlen und so ihre Rentenhöhe steigern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.