Rente: Für Selbstständige wird die freiwillige Beitragszahlung immer attraktiver

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Auf 19,0 % soll der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nach den aktuellen Berliner Überlegungen im Jahr 2013 sinken. Arbeitnehmer mit Einkünften von 3.000,00 € brutto im Monat müssten damit monatlich 9,00 € weniger in die Rentenkasse einzahlen. Um den gleichen Betrag würde ihr Arbeitgeber entlastet.

Interessanter Nebeneffekt dieser Beitragssenkung: Gerade für Selbstständige und für andere Personen (soweit sie in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht pflichtversichert sind), die zwischen 60 und 65 Jahre alt sind, werden damit freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung zunehmend interessanter. Solche Einzahlungen sind für diesen Personenkreis jederzeit möglich. Die folgende Beispielrechnung zeigt, was die freiwillige Beitragszahlung bringt.

Beispiel:

Ein in München lebender Selbstständiger zahlt entsprechend dem Durchschnittseinkommen der Rentenversicherten Beiträge. Dieses beträgt im Jahr 2012 (vorläufig) 32.446,00 €. Angenommen, das Durchschnittseinkommen bleibt 2013 in etwa in dieser Höhe (tatsächlich dürfte es etwas steigen). Der Betreffende müsste dann, da er – sieht man vom Fall eines nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz Versicherten ab – niemanden hat, mit dem er sich den Beitrag teilen kann, den vollen Satz von 19 % in die Rentenkasse abführen. Das wären dann 6.359,42 € im Jahr bzw. monatlich 529,95 €. Durch diesen Betrag würde er sich einen Regelaltersrentenanspruch in Höhe von einem Entgeltpunkt sichern. Dieser ist nach dem für 2012 geltenden aktuellen Rentenwert West 28,07 € im Monat wert. 2013 wird auch dieser Wert steigen, der Einfachheit halber wird aber angenommen, es bleibt beim derzeitigen Betrag. Damit würde der Betreffende einen Jahresrentenanspruch in Höhe von 336,84 € erwerben. Bezogen auf das eingesetzte Kapital entspricht dies einer Rendite von ca. 5,3 % p.a. Anders formuliert: Es würde 18,9 Jahre dauern, bis der Betroffene seinen Einsatz erwirtschaftet hat.

Die Rendite lässt sich noch etwas verbessern, indem der Beitrag an die Rentenversicherung nicht monatlich abgeführt wird, sondern erst Ende März des Folgejahrs. Die monatlichen Zahlungen können bis dahin beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto verzinslich angesammelt werden.

Zusatzvorteil für privat Krankenversicherte

Wer im Alter gesetzlich krankenversichert ist, muss von den o.g. Renditen allerdings Abstriche hinnehmen, da ein gutes Zehntel der Rente an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung geht. Privat Krankenversicherte sind hiervon nicht betroffen, insofern ist für sie eine Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung rentabler.

Steuerlicher Zusatznutzen

Die gesetzliche Rentenversicherung gehört zur sog. Basisversorgung im Alter – genau wie Rürup-Rentenversicherungen: Die Beiträge zur Basisversorgung im Alter können bis zur Gesamt-Beitragshöhe von 20.000,00 € steuerlich geltend gemacht werden, für Ehepaare gilt der doppelte Wert. Vom gezahlten Beitrag erkennt das Finanzamt 2013 76 % als Sonderausgaben an. Ein Selbstständiger, der 2013 insgesamt 6.359,42 € in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann damit immerhin 4.833,00 € von der Steuer absetzen und hat damit – je nach Einkommenshöhe und Steuerprogression – u.U. eine Steuerersparnis von mehr als 2.000,00 €. Der effektive Kapitaleinsatz ist damit bei freiwilligen Beiträgen, die in die Rentenversicherung eingezahlt werden, weit höher – was die Rendite vor Steuern in der Regel auf deutlich über 7 % steigert.

Die später bezogene gesetzliche Rente ist zwar nicht steuerfrei, jedoch in der Regel weit geringer durch Steuern belastet als die Einkünfte in der Erwerbsphase. Nach dem Alterseinkünftegesetz steigt der steuerpflichtige Teil des Altersruhegelds für Neurentner seit 2005 schrittweise, während im Gegenzug die einzuzahlenden Beiträge zur Basisversorgung schrittweise von der Steuer freigestellt werden. Wer 2013 erstmals eine Altersrente aus der Basisversorgung erhält, für den sind 66 % davon steuerpflichtig. In den kommenden Jahren ist damit nur ein Teil der Rente steuerpflichtig und dieser wird darüber hinaus wegen der insgesamt im Ruhestand in der Regel niedrigeren Einkünfte auch weniger stark besteuert.

Die effektive (mögliche) Rendite von Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung ist letztlich natürlich nur individuell für den jeweiligen Einzahler zu berechnen. Unsere Beispielrechnung zeigt jedoch, dass diese Anlagemöglichkeit durchaus interessant sein kann. Besonders interessant dürfte dabei die Zusammenballung von Einzahlungen unmittelbar im Vorfeld des Übergangs in den Ruhestand sein. Dabei ist es möglich, Beiträge maximal entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze zu entrichten. Diese beträgt 2012 in den alten Bundesländern 67.200,00 €, in den neuen Ländern 57.600,00 €. Derzeit können freiwillige Beitragszahler maximal 19,6 % der Beitragsbemessungsgrenze, nach den Plänen für 2013 dann 19,0 % in die Rentenkasse einzahlen. In vielen Fällen dürften Einzahlungen – soweit sie kurzfristig vor dem Eintritt in den Ruhestand erfolgen – vergleichbaren privaten Anlagemöglichkeiten (etwa einer sog. Sofortrente) überlegen sein.

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