Rentenbeitragssatz bleibt vermutlich bis 2019 gleich

 - 

(verpd) Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) rechnet in diesem Jahr mit einem ausgeglichenen Haushalt, obwohl seit Juli 2014 die allgemeine Rentenerhöhung sowie die Maßnahmen der Rentenreform (Mütterrente, Rente mit 63) finanzwirksam greifen. Die daraus entstehenden Mehrbelastungen von 7,4 Milliarden Euro könnten aufgefangen werden, erklärte der Vorsitzende des DRV-Bundesvorstands Alexander Gunkel.

Im vergangenen Jahr schloss der Etat der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) trotz der Beitragsabsenkung zu Jahresbeginn mit einem Überschuss von 1,9 Milliarden Euro ab. Damit summierte sich die die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage auf rund 32 Milliarden Euro.

Zum ausgeglichenen Haushalt habe auch wesentlich beigetragen, dass die Bundesregierung zur Finanzierung des Rentenpakets den Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung nicht weiter auf 18,3 Prozent abgesenkt habe, wie es eigentlich gesetzlich geboten gewesen wäre. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 18,9 Prozent, der von Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte, also je 9,45 Prozent, zu tragen ist.

Ab 2020 wird mit einer Anhebung des Beitragssatzes gerechnet

Nach den jüngsten Finanzschätzungen der DRV kann der Beitragssatz auf dem heutigen Niveau von 18,9 Prozent bis zum Jahr 2019 beibehalten werden. Im Jahr 2020 müsse der Beitrag dann wohl auf 19,4 Prozent angehoben werden, erklärte DRV-Bundesvorstand Alexander Gunkel vor Kurzem.

Gunkel, der auch Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ist, kritisierte die nach seiner Meinung nicht sachgerechte Finanzierung des Rentenpakets.

Durch die zusätzlichen Belastungen der Rentenversicherung würde das Rentenniveau – also die Altersrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Gehalt eines gesetzlich Rentenversicherten – im Jahr 2030 mit 43,8 Prozent um 0,5 Prozentpunkte niedriger liegen als ohne diese Reformmaßnahmen. Der Beitragssatz falle mit 21,9 Prozent um 0,4 Prozentpunkte höher aus.

Rentenversicherung will Rentenreform zeitnah umsetzen

DRV-Präsident Dr. Axel Reimann versicherte, dass die Rentenversicherung die Vorgaben des Gesetzgebers zeitnah umsetzen wolle. So werde man die Mütterrente für gesetzlich Rentenversicherte, die ab Juli 2014 erstmalig eine gesetzliche Rente beziehen, bei der Rentenfestsetzung bereits berücksichtigen können.

Bei den rund 9,5 Millionen Bestandsrentnerinnen, die Kinder vor 1992 geboren haben und somit einen Rentenentgeltpunkt für die Kindererziehung zusätzlich gutgeschrieben bekommen, werde die Umsetzung Zeit in Anspruch nehmen. Reimann betonte, er hoffe, dass die DRV erste Bescheide über die zusätzliche Rentenerhöhung im August verschicken könne. Im vierten Quartal sollten dann alle betroffenen Mütter ihre Bescheide haben.

Bei der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren könnten die Anträge ab 1.7.2014 zügig bearbeitet werden, in denen die Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung von 45 Jahren auch ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit erfüllt sei. 2014 dürften noch 240.000 Personen von der Rente mit 63 profitieren.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung

    [] (verpd) In der gesetzlichen Rentenversicherung änderte sich zum 1. Januar 2017 einiges. So wurden die reguläre Altersgrenze und diejenige für die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahre weiter angehoben. Auch die Beitragsbemessungs-Grenzen sind seit Jahresanfang höher, wodurch Arbeitnehmer mit einem Verdienst oberhalb der neuen Grenzen mehr Rentenbeitrag zahlen müssen. mehr

  • Seit 1.1.2017: Rentenbeginn flexibilisiert

    [] Am 1.1.2017 ist die Flexirenten-Reform in Kraft getreten. Sie soll dafür sorgen, dass künftig mehr Arbeitnehmer auch im (vorgezogenen) Ruhestand noch arbeiten oder sogar über die Regelaltersgrenze hinaus noch ihrem Betrieb erhalten bleiben. mehr

  • Worauf Rentner bei einem Wohnortwechsel achten sollten

    [] (verpd) Wer als Rentner den Wohnort dauerhaft wechselt und seine neue Postanschrift nicht dem für ihn zuständigen Rentenversicherungsträger mitteilt, muss damit rechnen, dass die Auszahlung seiner Altersbezüge eingestellt wird. Können nämlich Briefe des Rentenversicherungsträgers nicht zugestellt und die neue Adresse nicht ermittelt werden, wird die Rente nicht mehr überwiesen. mehr

  • So niedrig ist die Erwerbsminderungsrente

    [] (verpd) Ist ein gesetzlich Rentenversicherter aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr oder nur im eingeschränktem Maße fähig, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, bekommt er unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente. Insgesamt beziehen knapp 1,8 Millionen Betroffene derzeit eine Erwerbsminderungsrente. Trotz einer vollen Erwerbsminderung erhielten die Betroffenen letztes Jahr im Durchschnitt jedoch keine 750 Euro Erwerbsminderungsrente. In den meisten Fällen ist das zu wenig, um das durch die verminderte Erwerbsfähigkeit entgangene Einkommen zu kompensieren. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.