Rentenbeitrags-Erhöhung ab 2019 erwartet

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(verpd) Die Deutsche Rentenversicherung hat vor Kurzem ihre Einnahmeentwicklung des letzten Jahres präsentiert. Eine gute konjunkturelle Entwicklung habe geholfen, die mit der Rentenreform verbundenen Kosten aufzufangen. Allerdings werden die Rücklagen voraussichtlich bis 2019 weitgehend abgeschmolzen sein, sodass dann mit höheren Rentenbeiträgen zu rechnen sei. Zudem wird sich das Rentenniveau voraussichtlich weiter verschlechtern.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) hat jüngst eine erste Bilanz nach einem Jahr Rentenreform veröffentlicht. Nach Angaben von Experten steigen aufgrund der guten Konjunktur in Deutschland die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. Dadurch können die finanziellen Lasten der Mitte letzten Jahres wirksam gewordenen Rentenreform (Erhöhung der Mütterrente, Rente mit 63 Jahren für langjährig Versicherte) etwas abgefedert werden.

Die Rücklagen von 33,2 Milliarden Euro Ende Mai 2015 dürften laut DRV bis 2019 dennoch auf 4,7 Milliarden Euro abgeschmolzen sein. Und das hat weitreichende Folgen für die Versicherten.

Steigende Beitragssätze für gesetzlich Rentenversicherte

2016 bis 2018 bleibe der Beitragssatz nach den Vorausberechnungen wie in 2015 bei 18,7 Prozent, so Annelie Buntenbach, alternierende Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund und Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Im Jahr 2019 müsse der Beitragssatz jedoch auf 19,1 Prozent und bis 2020 auf 22 Prozent angehoben werden, damit bei der Nachhaltigkeitsrücklage die gesetzlich vorgeschriebene Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben nicht unterschritten wird.

Laut Buntenbach sei nicht nur im Jahr 2014 die Einnahmeentwicklung ausgesprochen positiv gewesen, auch in 2015 verlaufe sie weiterhin erfreulich. Auf der Ausgabenseite schlug im zweiten Halbjahr die Mütterrente (ein zusätzlicher Rentenpunkt für Mütter, die vor 1992 ein Kind bekommen haben) mit rund 3,2 Milliarden Euro zusätzlich zu Buche. Von dieser Erhöhung profitieren etwa 9,5 Millionen Mütter.

Die zum 1. Juli vorgenommene Rentenanpassung in der allgemeinen Rentenversicherung (West-Renten plus 2,1 Prozent, Ost-Renten plus 2,5 Prozent) würde die Rentenkasse im zweiten Halbjahr mit 2,8 Milliarden Euro belasten, erläuterte Buntenbach. Für das kommende Jahr erwartete sie aufgrund von Sonderfaktoren noch höhere Rentensteigerungen.

Sinkendes Rentenniveau

Auswirkungen werden sich aber auch beim Nettorentenniveau, also dem Verhältnis der Nettorente eines ehemaligen Durchschnittsverdieners, der 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat, zum aktuellen Nettodurchschnitts-Verdienst aller Beschäftigten, ergeben. Das Nettorentenniveau lag 2014 nach vorläufigen Berechnungen bei 48,1 Prozent. In diesem Jahr werde es weiter absinken, zumal Sonderfaktoren wie die Beitragssatzsenkung zu Jahresbeginn dämpfend wirken würden, so Buntenbach.

Nach den Projektionen sinkt das Nettorentenniveau bis 2030 stetig und wird bis 2030 mit 44,1 Prozent knapp über der von der Politik gezogenen roten Linie von 43 Prozent liegen. Buntenbach betonte, auch wenn man wohl bis 2030 die von der Politik vorgegebenen roten Linien nicht überschreiten werde, „ist die Welt mit diesem Datum nicht zu Ende“. Mit den geburtenstarken Jahrgängen würden die Rentenzugänge spürbar zunehmen. „Damit stellt sich immer drängender die Frage, wie die zukünftigen Lasten der Alterssicherung verteilt werden sollen.“

Wie die Prognosen zeigen, sollte jeder, der seinen Lebensstandard auch im Alter sichern will, neben der gesetzlichen Rentenversicherung noch privat vorsorgen, da bereits jetzt die gesetzliche Rentenhöhe um einiges niedriger ist als das bisherige Erwerbseinkommen. Und diese Einkommenslücke wird sich noch verstärken. Hilfe bei der Frage, wie hoch die Einkommenslücke im individuellen Fall sein wird, und mit welchen Altersvorsorgelösungen man für einen finanziell sorglosen Ruhestand sorgen kann, bietet ein Versicherungsfachmann.

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