Rentenbeiträge für Vorstand: Steuerpflichtiger Arbeitslohn

 - 

Zuschüsse, die eine Aktiengesellschaft (AG) ihren Vorstandsmitgliedern zur freiwilligen Weiterversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einem Versorgungswerk gewährt, sind Arbeitslohn. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH).

Bei den Zuschüssen handelt es sich um Vorteile, die im überwiegenden Interesse des Arbeitnehmers gewährt werden und sich auch dann nicht lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen darstellen, wenn die Rentenzahlungen auf die betriebliche Altersversorgung angerechnet werden, erklärten die Richter, die sich mit dieser Entscheidung von einem Urteil aus dem Jahr 2006 (Az. VI R 38 / 04) abgrenzen.

Im entschiedenen Fall hatte eine AG den Mitgliedern ihres Vorstands im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung regelmäßig eine Pensionszusage erteilt. Das einzelne Vorstandsmitglied hatte hierzu keine eigenen Beiträge zu leisten. Das Finanzamt behandelte die Zuschüsse als steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Zu Recht, wie der BFH entschied (Urteil vom 24.9.2013, VI R 8 / 11).

In der Urteilsbegründung erklärten die Richter: Mitglieder des Vorstands einer AG sind zwar nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig, können sich aber freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern. Freiwillig Versicherte müssen ihre Versicherungsbeiträge selbst tragen. Eine Übernahme der Beitragszahlung durch Dritte oder eine Erstattung der Beiträge ist jedoch möglich.

Leistet der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Beitragszahlung, so fließt dem Arbeitnehmer der Betrag bei Zahlung zu (bei direkter Zahlung des Arbeitgebers an die Versicherung im sogenannten abgekürzten Zahlungsweg).

Weitere News zum Thema

  • Die häufigsten Leiden, die zur Berufsunfähigkeit führen

    [] (verpd) Mehrere Millionen Menschen haben hierzulande eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung, nicht zuletzt deshalb, da es für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr gibt. Die entsprechenden privaten Versicherer zahlten nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. alleine letztes Jahr rund 3,6 Milliarden Euro an Kapital- oder Rentenleistungen an Versicherte aus, die berufsunfähig wurden. mehr

  • Wann Kindererziehungszeiten (nicht) angerechnet werden

    [] (verpd) Es besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf, dass Kindererziehungszeiten in einem Drittstaat, der nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bei der Berechnung einer gesetzlichen Altersrente Berücksichtigung finden. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem kürzlich veröffentlichten Beschluss entschieden (Az. 1 BvR 2740/16). mehr

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.