Rentenanpassungen längst nicht mehr so hoch wie die Lohnerhöhungen

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Jedes Jahr zum 1.7. erfolgt die Angleichung der Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung an die Entwicklung der Arbeitslöhne. Allerdings mit deutlichen Abstrichen.

Vor Juli 2001 richtete sich die Rentenanpassung grundsätzlich allein nach der Entwicklung der Bruttolöhne der Versicherten. Allerdings gab es in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten auch Ausnahmen hiervon, indem Anpassungssätze abweichend davon willkürlich festgesetzt wurden oder Rentenanpassungen gänzlich unterblieben sind.

Seit Juli 2001 wird die Entwicklung der Rentenzahlungen nach einer Anpassungsformel errechnet, in der die Bruttolohnentwicklung, die Entwicklung der Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung und die zur zusätzlichen privaten Altersvorsorge geleisteten Beiträge berücksichtigt werden (Riesterfaktor).

Seit Juli 2005 gibt es in der Rentenanpassungsformel einen Nachhaltigkeitsfaktor. Er berücksichtigt die Veränderung des Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern (Rentnerquotient). Nimmt die Anzahl der Rentner zu und die der Beitragszahler ab, wirkt sich das über den Nachhaltigkeitsfaktor auf die jährliche Rentenanpassung dämpfend aus. Nimmt durch einen Wirtschaftsaufschwung die Anzahl der Beitragszahler zu, ohne dass die Anzahl der Rentner entsprechend zunimmt, erhöht der Nachhaltigkeitsfaktor die Rentenanpassung.

Die Anpassungsformel zur Berechnung des aktuellen Rentenwerts beinhaltet demnach eine Lohnkomponente, die mit dem dämpfenden Riesterfaktor und dem Nachhaltigkeitsfaktor multipliziert wird.

Rentenanpassungen 2011–2014

Zeitpunkt

Westdeutschland

Ostdeutschland

1.7.2011

0,99 %

0,99 %

1.7.2012

2,18 %

2,26 %

1.7.2013

0,25 %

3,29 %

1.7.2014

1,67 %

2,53 %

Erhöhungen der Durchschnittsentgelte 2011–2014

Zeitpunkt

Westdeutschland

Ostdeutschland

2011

3,07 %

2,94 %

2012

2,81 %

2,42 %

2013

3,24 %

3,40 %

2014

2,31 %

1,39 %

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