Rente rentiert mit über fünf Prozent

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Die gesetzliche Rentenversicherung weist im Jahr 2015 eine Beitragsrendite von 5,23 % auf.

Da nun der Beitragssatz von 18,7 % für 2015 feststeht und auch das vorläufige Durchschnittsentgelt von 34.999 € für 2015, lässt sich die Beitragsrendite berechnen.

Um einen Entgeltpunkt und dafür 28,61 € pro Monat bzw. 343,32 € pro Jahr an gesetzlicher Rente brutto zu bekommen, musste in 2014 ein Gesamtbeitrag von 6.587,97 € (= 18,9 % von 34.857 €) gezahlt werden, aber in 2015 nur 6.544,81 € (= 18,7 % von 34.999 €).

Der jährliche garantierte Rentensatz steigt somit von 5,21 % in 2014 (343,32 € in % von 34.857 €) auf 5,25 % in 2015 (= 343,32 € in % von 34.999 €).

Einmalbeitrag in gesetzliche Sofortrente lohnt sich

Noch frappierender ist die Wirkung eines de-facto-Einmalbeitrags von 25.000 €, der aus steuerlichen Gründen in zwei gleichen Teilen à 12.500 € im Dezember 2014 und Januar 2015 in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wird (siehe folgendes Fallbeispiel). Wie nicht anders zu erwarten war, liegt nun der gemittelte Rentensatz bei 5,23 %.

Fallbeispiel für Einmalbeitrag von 25.000 € in gesetzliche Rente

Annahmen: Selbstständiger, Freiberufler oder Beamter, geb. 15.9.1949, Rentenbeginn ab 1.2.2015 nach Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und 4 Monaten Zahlung von freiwilligen Beiträgen für die Jahre 2014 und 2015 (jeweils 12.500 €, also zusammen 25.000 €; möglicher Höchstbeitrag 13.494,60 € für 2014 und 13.576,20 € für 2015, also zusammen 27.070,80 €).

Zwei Einmalbeiträge

für 2014: Beitrag 12.500 € (zahlbar am 30.12.2014)

für 2015: Beitrag 12.500 € (zahlbar am 2.1.2015)

gesamter Einmalbeitrag = 25.000 €

Jahresrente nach einem Jahr

für 2014: Entgeltpunkte 1,8974 (= [12.500 € : 0,189] : 34.857 €)

für 2015: Entgeltpunkte 1,9099 (= [12.500 € : 0,187] : 34.999 €)

gesamte Entgeltpunkte 3,8073 x akt. Rentenwert x 28,61 € = monatl. Bruttorente 108,93 € x 12 Monate = 1.307,16 € Jahresrente (= 5,23 % von 25.000 €)

Anders betrachtet: Nach 19 Jahren und einem Monat hat der Beispielrentner mehr Rente kassiert als Beiträge eingezahlt.

Beispielrechnung bei Anhebung des Rentenwerts um 0,8 %

Bei einem leicht erhöhten aktuellen Rentenwert von 28,84 € ab 1.7.2015 (plus 0,8 % gegenüber derzeit 28,61 €) macht die garantierte gesetzliche Jahresrente im 25.000 €-Beispiel 1.317,60 € aus, das sind dann 5,27 % statt aktuell 5,23 %.

Mit jeder weiteren Erhöhung des aktuellen Rentenwerts um beispielsweise 1 % pro Jahr (vorsichtig gerechnet, setzt eine Lohnsteigerung bzw. Steigerung des jährlichen Durchschnittsentgelts von 1,6 % voraus) steigt selbstverständlich dieser Satz.

Beispiel: Wenn der gerade 65 Jahre alt gewordene Rentner (männlich oder weiblich) laut Statistischem Bundesamt noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 20 Jahren hat (männlich 17,48 Jahre bzw. weiblich 21,35 Jahre nach der Sterbetafel 2009/2011 des Statistischen Bundesamts vom 18.12.2013) und die jährliche Steigerung der gesetzlichen Rente im Durchschnitt 1 % beträgt, liegt die Summe aller möglichen gesetzlichen Renten bei 28.865 €.

Das sind immerhin 3.865 € über dem Einmalbeitrag von 25.000 € (alle Berechnungen ohne Steuerersparnis in Beitragsphase und Steuerzahlung in Rentenphase sowie ohne Berücksichtigung der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in der Rentenphase – 7,3 % Zuschuss bei privat krankenversicherten, aber zurzeit 10,25 % Abzug bei gesetzlich krankenversicherten Rentnern mit Kindern).

Oder am Beispiel eines verheirateten, männlichen Rentners: Nach 17,5 Jahren hätte er seinen Einmalbeitrag von 25.000 € wieder komplett zurück. Wenn er dann stirbt und seine Witwe ihn noch vier Jahre überlebt, würde diese noch eine Witwenrente von anfangs 936 € (= 60 % von 1.560 € nach 17,5 Jahren nach altem Recht) erhalten, sofern ihre Witwenrente nicht durch eine eigene hohe Rente (über dem Freibetrag von dann 895 €, heute bei 755,60 €, liegend) gekürzt wird.

Warum diese Witwen-Komponente?

Wenn man die Behauptung: Gesetzliche Rente schlägt Rürup-Rente beweisen will, muss man wegen der Vergleichbarkeit eine Rürup-Rente mit eingebauter Hinterbliebenenabsicherung (hier 60 % der Rürup-Rente bei Witwen bzw. Witwern, die beispielsweise so alt sind wie der verstorbene Ehegatte) zugrunde legen.

Beispiel: Einmalbeitrag von 25.000 € bei der momentan günstigsten Rürup-Rente (Hannoversche, die in wohl in allen Vergleichen am besten abschneidet). Garantierte Sofortrente monatlich 84,94 € (inkl. 60 % Witwen- bzw. Witwerrente) bzw. jährlich 1.019,28 €, garantierter Rentensatz nur 4,08 % bei der Hannoverschen (sinkt evtl. noch, wenn ein Teilbetrag von 12.500 € aus steuerlichen Gründen erst im Januar 2015 bei dann geringerem Garantiezins von 1,25 % eingezahlt wird).

Die Summe der garantierten gesetzlichen Renten nach 20 Jahren in Höhe von 26.532 € (= 1.317,60 € x 20 Jahre) ist selbst bei optimistischen Prognosen und entsprechend hohen möglichen Rürup-Renten nicht mehr erreichbar.

Die mögliche Rürup-Rente müsste jedes Jahr um gut 2,5 % (!) steigen, um auf die bei der GRV garantierte Rentensumme von 26.532 € zu kommen. Das nimmt selbst die Hannoversche nicht an, von den anderen Anbietern ganz zu schweigen.

Wenn man dann noch den privat krankenversicherten gesetzlichen Rentner mit einem festgezurrten Zuschuss von 7,3 % zu seiner PKV unterstellt, läge die von der GRV garantierte Rentensumme sogar bei 28.469 € bei einer Rentenlaufzeit von 20 Jahren.

Dann müsste die Rürup-Rente schon um utopische 3,2 % (!!!) pro Jahr zulegen, um zumindest mit der garantierten gesetzlichen Rente gleichziehen zu können.

Fazit: Zumindest bei Sofortrenten aufgrund von Einmalbeiträgen hat die Rürup-Rente das Nachsehen gegenüber der gesetzlichen Rente.

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