Rente: Es gibt doch eine Möglichkeit zum Switchen in eine neue (bessere) Rente

Rente: Es gibt doch eine Möglichkeit zum Switchen in eine neue (bessere) Rente

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Für manche Neu-Rentner könnte ein Wechsel, oder neudeutsch: Switchen in eine andere gesetzliche (Früh-)Rente durchaus Vorteile bringen.

Doch generell – so hat der Gesetzgeber entschieden – ist ein Switchen von einer gesetzlichen Rente in eine andere nicht möglich. Das bestätigte auch ein Urteil des Landessozialgerichts Mainz (Az. L6R 114/15). Doch es gibt eine Hintertür, die den Wechsel ermöglicht.

Zunächst zum Urteil: Das LSG urteilte über den Fall eines 1951 geborenen Rentners, der ab dem 1.1.2013 die Altersrente nach Altersteilzeitarbeit (und nach Arbeitslosigkeit) erhielt. Dabei musste er erhebliche Rentenabschläge (von 14,1 %) hinnehmen. Nach der zum 1.7.2014 erfolgten Aufbesserung, der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte, durch die u.a. das Bezugsalter für diese Rente auf 63 Jahre (jedenfalls für den Jahrgang 1951) gesenkt wurde, beantragte er einen Wechsel in diese Rente. Die bei dieser Rente geltende Wartezeit von 45 Jahren hätte er erfüllt. Dennoch wurde dem Switchen in die günstigere Rente nicht stattgegeben. So entschied die Deutsche Rentenversicherung und so entschieden auch die beiden involvierten Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit. Diese bezogen sich dabei auf § 34 Abs. 4 SGB VI.

Dort heißt es klipp und klar: Nach bindender Bewilligung einer Rente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist der Wechsel in eine andere Rente wegen Alters ausgeschlossen. Das LSG befand, dass sich dieser Ausschluss auch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte bezieht.

Hintertür: Hoher Nebenverdienst

Doch eine Hintertür gibt es: Bei den Frührenten gibt es jeweils individuelle Hinzuverdienstgrenzen. Werden diese überschritten, so wird die gesetzliche Rente nur noch als 2/3-Rente, 1/2-Rente oder 1/3-Rente gezahlt. Wird jedoch auch die Hinzuverdienstgrenze für die 1/3-Rente überschritten, so fällt die Rente ganz weg. Wie viel Hinzuverdienst erlaubt ist, hängt davon ab, wie viel ein Rentner zuletzt (genau: in den letzten drei Jahren vor Renteneintritt) verdient hat.

Die Höhe des erlaubten Hinzuverdienstes geht auch aus dem Rentenbescheid hervor. Wer vor seinem Rentenverdienst zu den Durchschnittsverdienern gehörte, erhält bei einem Bruttoverdienst von 2.100,00 € im Monat noch eine Drittel-Teilrente – also ein Drittel seiner normalen Rente. Das Entscheidende passiert aber, wenn das Arbeitseinkommen auch den für die Drittel-Rente erlaubten Höchstbetrag übersteigt: In diesem Fall fällt die Rente ganz fort. Die Folge: Später muss dann wieder ein komplett neuer Rentenantrag gestellt werden. Dann werden aber die Karten wieder neu gemischt.

Beispiel:

Herr A. bezieht seit dem 1.11.2015 die Altersrente für langjährig Versicherte – mit einem Abschlag von 8,7 %. Zum 1.1.2016 erhält er ein Arbeitsangebot seines ehemaligen Arbeitgebers, eine befristete Tätigkeit für zwei Jahre mit einem Bruttoentgelt von 4.000,00 € monatlich. Die Folge: Seine Rente entfällt. Nach zwei Jahren kann er dann – nach Erreichen der regulären Altersgrenze – die normale Altersrente erhalten. Einen Abschlag muss er dann nur für die beiden Monate November und Dezember 2015 hinnehmen. Der Abschlag beläuft sich dann auf 0,6 %.

Interessant ist dieses Hintertürchen auch für langjährig Versicherte, bei denen während des Rentenbezugs eine Schwerbehinderung eintritt. Nach einer lukrativen Zwischenbeschäftigung können die Betroffenen die meist günstigere Altersrente für Schwerbehinderte beantragen.

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