Rente allein reicht nicht

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Ein Teil der Rentner kann seinen Lebensstandard halten. Und zwar der Teil, bei dem weitere Einkünfte fließen.

Wer 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat (2015: 35.000 €, netto rund 1.800 € im Monat), bekommt monatlich rund 1.200 € Rente netto ausgezahlt. Das sind rund 600 € weniger.

Um diese Rentenlücke annähernd zu schließen, könnte man einen 450 €-Job annehmen, was natürlich kein Honiglecken ist. Wollte man die steuer- und abgabenfreie Höchstgrenze ausschöpfen, wären bei einem Mindestlohn von 8,50 € 52 Arbeitsstunden erforderlich.

Oder man benötigt beim aktuell niedrigen Zinsniveau von rund einem Prozent pro Jahr rund 130.000 € Kapital, das dann in rund 20 Jahren aufgebraucht ist (Auszahlplan).

Wer davon ausgeht, nach Renteneintritt länger als 20 Jahre zu leben, schließt sicherheitshalber eine private Rentenversicherung ab. Diese schlägt in der Einzahlungsphase deutlich stärker zu Buche als ein Auszahlplan, bietet aber absolute Sicherheit vor dem sogenannten Langlebigkeitsrisiko. Nachteil: Bei einem frühen Ableben haben die Angehörigen das Nachsehen.

Die zuvor genannten 130.000 € Kapital reichen auch nicht aus für eine vermietete Eigentumswohnung, die monatlich 600 € Miete einbringt. Dafür ist schon eher eine Investition von rund 150.000 € bis 180.000 € erforderlich. Vorteil: In diesem Fall finden die Hinterbliebenen Trost in einem nachhaltigen Andenken an den Verstorbenen.

Wohnt der Rentner im Eigenheim, spart er nicht nur die monatlichen Mietkosten, sondern kann seine eigenen vier Wände auch verrenten (Umkehrhypothek). Das bringt allerdings nur in seltenen Fällen eine Monatsrente von 600 €. Außerdem gehört das Haus anschließend der Bank. Dieses Modell eignet sich also nur für Kinderlose, die partout nicht ihr Haus aufgeben wollen.

Bei Familien mit Eigenheim besteht die Möglichkeit der vorzeitigen Schenkung mit Nießbrauchrecht und möglicherweise mit Pflege durch die eigenen Kinder (traditioneller Generationenvertrag).

Zu berücksichtigen ist bei dieser Betrachtung der Rentenlücke, dass der Versorgungsbedarf von Rentnern bei rund 80 % des Bedarfs während der Erwerbsphase liegt, da u.a. die Fahrtkosten zur Arbeit entfallen.

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