Regionale Unterschiede bei der Höhe der Altersrente

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(verpd) Wie die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung zeigen, erhalten die Rentner in den ehemaligen Industriezentren und Steinkohleländern der Bundesrepublik aktuell die höchsten Renten. Die Renten der Frauen sind jedoch signifikant niedriger als die der Männer. Die Zahlen zeigen, dass zum einen die Wirtschaftsstärke einer Region und damit die Verdienstmöglichkeiten des Einzelnen, aber auch die Aufteilung der Kindererziehung zwischen den Geschlechtern einen hohen Einfluss auf die spätere Rentenhöhe hat.

Ende 2012 lag nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) deutschlandweit die durchschnittliche Altersrente im Monat bei den Männern bei 1.090 €. Nach Bundesländern aufgeteilt, erhielten die Rentner in Nordrhein-Westfalen mit 1.155 € und in Saarland mit 1.158 € monatlich 60 € mehr als der Durchschnitt in ganz Deutschland. Am niedrigsten sind die monatlichen Altersrenten für die Männer im Durchschnitt in Bayern mit 1.033 € und Mecklenburg-Vorpommern mit 1.038 €.

Im Vergleich zu den Rentenansprüchen der Männer war zum gleichen Bewertungszeitpunkt die durchschnittliche Altersrente der Frauen mit 570 € im Monat signifikant niedrig. Ende 2012 bekamen die Rentnerinnen im Saarland mit 427 € und in Rheinland-Pfalz mit 470 € im Durchschnitt die kleinste Altersrente. Am meisten erhielten die Frauen in den neuen Bundesländern. Allen voran in Ost-Berlin mit einer durchschnittlichen Altersrente von 827 €, Brandenburg mit 734 € und Sachsen mit 731 €.

Warum in einigen Regionen die Rente höher ist

Die Ursache, warum in manchen Regionen die Durchschnittsrenten für Männer höher sind als in anderen, sehen GDV-Experten insbesondere darin, dass in diesen Gebieten in der Vergangenheit zum einen vermehrt der Kohlebergbau und zum anderen Industriezentren anzutreffen waren. Die Verdienstmöglichkeiten des Einzelnen waren somit oft höher als im Rest der Republik. In der knappschaftlichen Rentenversicherung als Teil der gesetzlichen Rentenversicherung sind unter anderem Arbeitnehmer in knappschaftlichen Betrieben, wie im Bergbau Tätige, versichert.

Die Altersrenten der knappschaftlichen Rentenversicherung sind höher als bei der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung. Unter anderem beträgt der Rentenartfaktor, ein festgelegter Faktor für die Rentenberechnung, für knappschaftlich Tätige 1,33 statt 1,0 wie für die sonstigen gesetzlich Rentenversicherten. Zudem waren der Durchschnittsverdienst und somit auch die Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung in den ehemaligen Industriezentren höher als im Rest der Republik. Damit sind auch die Rentenansprüche der Versicherten insgesamt in diesen Gebieten höher.

Zwar betrug das durchschnittliche Nettoeinkommen bei Rentnern laut dem Alterssicherungsbericht 2012 der Bundesregierung bei 1.818 €. Doch viele liegen deutlich darunter, sodass die Rente nicht den Lebensunterhalt deckt. Zahlreiche Rentner müssen daher eine Grundsicherung im Alter in Anspruch nehmen. Ende 2012 hat sich die Anzahl der Bezieher einer Grundsicherung um 6,6 Prozent auf insgesamt rund 465.000 Menschen erhöht.

Warum Frauen signifikant weniger Altersrente bekommen

Nach Angaben der Experten des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen resultieren die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Rentenhöhe vom unterschiedlichen Erwerbsverhalten von Männern und Frauen. Während Männer häufig einen langen und meist ununterbrochenen Erwerbs- und Versicherungsverlauf aufweisen, haben Frauen nicht zuletzt aufgrund einer traditionellen Arbeitsteilung durch die Kindererziehung weniger Arbeits- und damit weniger Versicherungsjahre.

Die Kinderbetreuungs-Angebote waren in Westdeutschland zudem schlechter als in der ehemaligen DDR, sodass westdeutsche Mütter nicht oder nur in einem geringeren Maße beziehungsweise mit einem niedrigeren Einkommen berufstätig sein könnten als Mütter in der ehemaligen DDR. Doch nach einer vom GDV in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach hinken auch die jüngeren Frauengenerationen bei der Altersvorsorge immer noch hinterher, weil viele Frauen die Kindererziehung übernehmen und dazu häufig ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen.

Übrigens: Von 1.000 Frauen über 65 Jahren erhalten nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Westdeutschland 33 und in Ostdeutschland 21 eine Grundsicherung. Fast zwei Drittel aller Grundsicherungs-Bezieher sind weiblich. Und auch für die Zukunft sehen Experten bei Frauen ein steigendes Altersarmutsrisiko.

Individuelle Vorsorge ist unabdingbar

Da bereits heute die gesetzliche Altersrente im Vergleich zum letzten Einkommen im Durchschnitt weniger als 50 Prozent beträgt und künftige Rentengenerationen laut Experten sogar noch weniger bekommen werden, wird eine frühzeitige, individuell optimierte Altersvorsorge immer wichtiger.

Daher ist es für Männer, aber insbesondere auch für Frauen wichtig, vorzusorgen, um im Rentenalter finanziell abgesichert zu sein.

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