Regierung will Teilrente erleichtern

 - 

Die Koalitions-Arbeitsgruppe zur Flexi-Rente schlägt vor, die Zuverdienstgrenzen künftig flexibler zu handhaben, um die Teilrenten attraktiver zu machen.

Die große Koalition will die Möglichkeiten für den Bezug einer Teilrente verbessern. Das zeichnete sich nach der ersten Beratungssitzung einer Arbeitsgruppe von Union und SPD zu flexibleren Übergängen in die Rente ab, wie die Nachrichtenagentur dpa von Teilnehmern erfuhr.

Dabei blieb der entscheidende Knackpunkt vorerst offen, und zwar die Frage, ob es ab nächstem Jahr möglich sein soll, eine Teilrente auch schon vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch zu nehmen.

Einig sind sich die Koalitionäre jedoch darin, die Zuverdienstgrenzen künftig flexibler zu handhaben und zu erhöhen. Bereits heute können Arbeitnehmer ab 63 Jahren in Teilrente gehen, also weniger arbeiten und früher Rente mit Abschlag kassieren. Doch ab einem Zuverdienst von 450 € müssen sie eine deutliche Kürzung ihrer Bezüge hinnehmen.

Die Arbeitsbedingungen älterer Arbeitnehmer sollen verbessert werden

SPD-Sozialexpertin Katja Mast sagte der dpa: "Wir wollen auch die Zeit, bevor die Menschen in Rente gehen, in den Blick nehmen." Hier könne es etwa auf verstärktes Gesundheitsmanagement in den Betrieben und die Qualifizierung der Beschäftigten ankommen. Auf der Tagesordnung der Arbeitsgruppe stehen auch die Bedingungen für Arbeiten über das normale Rentenalter hinaus und für eine Rückkehr aus der Rente in die Beschäftigung.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl Schiewerling (CDU), sagte der Nachrichtenagentur, zentrales Ziel sei es, ein längeres Arbeiten zu ermöglichen. Das solle sich auch bei der Rente lohnen. Mehr Flexibilität solle es geben, Anreize für Frühverrentungen sollten aber vermieden werden. "Zusätzliche Belastungen für Beitrags- oder Steuerzahler wollen wir vermeiden."

Bei der Teilrente pochen die Gewerkschaften auf eine Senkung der Altersgrenze auf 60 Jahre. Die Arbeitgeber lehnen das strikt ab.

Die Arbeitsgruppe will bis Ende dieses Jahres Vorschläge präsentieren, die als Grundlage für neue gesetzliche Regelungen dienen sollen. Sie hatte sich vor der Sommerpause konstituiert.

Weitere News zum Thema

  • Rentenerhöhung voll steuerpflichtig

    [] Die zunehmende Rentenbesteuerung trifft immer mehr Rentner: In diesem Jahr werden laut Finanzministerium rund 4,25 Millionen Steuerpflichtige mit Rentenbezug vom Fiskus belangt. Im Jahr 2018 werden es rund 4,35 Millionen Rentner sein. Zu beachten ist, dass ein zusammen veranlagtes Paar als ein Steuerpflichtiger zählt, das heißt: Steuerpflichtige sind nicht gleichzusetzen mit Personen. Daher dürfte es sogar noch mehr steuerpflichtige Rentnerinnen und Rentner geben. mehr

  • Erwerbsminderungsrente wegen fehlender Wegefähigkeit

    [] Ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg rückt einen speziellen Fall der Erwerbsunfähigkeit in den Vordergrund: die nicht (mehr) vorhandene Fähigkeit, den Arbeitsweg zu bewältigen (Wegefähigkeit). mehr

  • Ohne Antrag keine gesetzliche Rente

    [] (verpd) Je nach Rentenart müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Anspruch auf eine Rente zu haben. Grundsätzlich erhält zudem jeder nur eine entsprechende Rente, wenn er diese vorher beantragt hat. Um eine Verzögerung der Rentenbewilligung zu vermeiden, ist es für den Antragsteller wichtig zu wissen, wo, wann und mit welchen Angaben sowie Unterlagen ein Antrag zu stellen ist. Eine Broschüre der Deutschen Rentenversicherung hilft dabei. mehr

  • Fehlgeleitete Überweisung der Rente

    [] Ein Stück aus dem Leben: In Zeiten von IBAN haben viele Menschen – nicht nur Senioren – Schwierigkeiten mit den ellenlangen Kontonummern. Ein Opfer der Zahlenvielfalt war ein Rentner aus Rheinland-Pfalz, der der deutschen Rentenversicherung eine falsche IBAN mitgeteilt hatte. Der Rentenversicherungsträger überwies das Geld daraufhin an den unbekannten Kontoinhaber und wollte die Rente auch nicht wiederbeschaffen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.